Hungertuchwallfahrer erreichen Köln

MISEREOR-Fastenaktion brachte spirituelle Impulse

Die Hungertuchwallfahrt führte in diesem Jahr von Olpe durch das Bergische Land nach Köln.Jochen VoßPaderborn / Siegen, 12. März 2019. Mit einem festlichen Gottesdienst ist am Sonntag im Kölner Dom die Fastenaktion 2019 von MISEREOR eröffnet worden. Teilnehmende dieses Gottesdienstes waren auch mehr als 60 Hungertuchwallfahrerinnen und –wallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn. Sie hatten sich am Aschermittwoch auf den Weg von Olpe durch das Bergische Land nach Köln gemacht.

Mit dem Hungertuch voran kamen sie unterwegs in Ortschaften und Gemeinden mit vielen Menschen in Kontakt und konnten für die MISEREOR-Aktion werben. Gleichzeitig gaben ihnen die gemeinsamen Gottesdienste, Gebetszeiten und Impulse während des Pilgerns Gelegenheit, die "Seele baumeln zu lassen".

Bei der diesjährigen Aktion stand die Situation junger Menschen in El Salvador im Mittelpunkt. Ihr Alltag ist oft geprägt von Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt und Kriminalität. Unter dem Motto „Mach was draus: Sei Zukunft“ wirbt MISEREOR um Solidarität mit diesen Menschen und bittet um Spenden für seine weltweite Projekt-, Lobby- und Advocacy-Arbeit.

Die Beispiele aus El Salvador zeigten, dass es Wege für Veränderung gebe – im eigenen Leben und auf der ganzen Welt, sagte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Msgr. Pirmin Spiegel im Eröffnungsgottesdienst. „Die Botschaft der Bibel ermutigt uns, die Gegenwart mitzugestalten. Mitzubauen an einer solidarischen, gerechten und offenen Gesellschaft.“  

Für die Pilgergruppe war es eine große Freude, dass Spiegel sie am Freitagvormittag besuchte. Nach einer gemeinsamen Eucharistiefeier pilgerte er zwei Etappen mit. Im Gespräch mit ihm konnten viele seinen Enthusiasmus und Optimismus erleben und sich davon anstecken und beflügeln lassen. Umgekehrt hat Spiegel in den Gesprächen Anregungen bekommen und Erfahrungen gehört: „ Ich bin gerne mit der Paderborner Gruppe unterwegs. Da ist ein gutes Pilgerklima.“  

Begleitet wurde die Pilgergruppe wieder von einem Team des Malteserhilfsdienstes aus Olpe, das sich um Gepäcktransport, Versorgung und Einkäufe kümmerte. Im Mittelpunkt stand jedoch die medizinische Ersthilfe bei leichten oder auch schwereren Verletzungen. „Ich bin unseren ‚Maltis‘ sehr dankbar“, sagt Dekanatsreferent Christoph Schüttler. „Ohne sie wäre eine Wallfahrt in dieser Form nicht möglich. Und, ich kann es gar nicht oft genug wiederholen: Sie machen diesen Dienst ehrenamtlich.“  

Jochen Voß aus Olpe und Christoph Schüttler vom Leitungsteam freuen sich, dass die Malteser ihre Teilnahme für das nächste Jahr bereits zugesagt haben. Die Hungertuchwallfahrt wird 2019 nach Erfurt führen, wo am 1. Fastensonntag im Dom die Fastenaktion eröffnet wird. Die Wallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn werden dann ein Jubiläum feiern: Zum 25. Mal werden Pilgerinnen und Pilger im Dienst der MISEREOR-Fastenaktion unterwegs sein und mit dem Hungertuch den Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in die Städte und Dörfer Thüringens tragen.