Klimaschutz mit Köpfchen

Intelligente Energiezentrale der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede begeistert die Energiebeauftragen im Erzbistum Paderborn

Bruder Justus Niehaus OSB (M.) demonstrierte den Energiebeauftragten anschau-lich, wie intelligent Energie in der Abtei Königsmünster genutzt wird.Foto: privatPaderborn/Meschede, 4. März 2019. Mit Mönchen verbindet man gemeinhin eher Spiritualität als Stromerzeugung. Für die Benediktiner der Abtei Königsmünster in Meschede ist aber beides gelebte Kloster-Realität. Den spirituellen Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, realisieren die Mönche in ihrer Abtei mit einer modernen Energiezentrale, die verschiedene Anlagen intelligent kombiniert und damit die Umwelt schont. Dieses kirchliche „Best practice-Beispiel“ innovativer Energieeffizienz nahmen die ehrenamtlichen Energiebeauftragten im Erzbistum Paderborn in Meschede bei ihrem jährlichen Treffen live in Augenschein.          

Bereits zum fünften Mal in Folge hat die Fachstelle Energieoffensive des Erzbischöflichen Generalvikariats das Treffen der ehrenamtlichen Energiebeauftragten aus den Kirchengemeinden des Erzbistums ausgerichtet. „Wir freuen uns, dass diese Veranstaltung im Laufe der Jahre zu einer festen Größe für die Verantwortlichen im Bereich Klimaschutz und Gebäude geworden ist. Neben den alljährlichen Agenda-Themen ist der Austausch der Ehrenamtlichen untereinander ein zentraler Bestandteil“, berichtet Diplom-Ingenieurin Katrin Käuper aus dem Team der Fachstelle Energieoffensive.  

Auch Pater Prior Abraham Fischer OSB erläuterte den ehrenamtlichen Energiebeauftragten im Erzbistum Paderborn die Funktionsweise der Energiezentrale.Foto: privatPater Abraham Fischer OSB, Prior der Abtei Königsmünster, und Bruder Justus Niehaus OSB nahmen die Energiebeauftragten mit in das energetische „Herzstück“ der Abtei, die Energiezentrale. Ein intelligenter Anlagenmix aus Holzhackschnitzel-Kessel, Gasblockheizkraftwerk und Havarie-Kessel sorgt für eine unterbrechungsfreie Wärmeversorgung. Einen besonderen Vorteil bringt der Einsatz des Blockheizkraftwerks: Bei der Wärmebereitstellung wird Strom erzeugt, der vor Ort zur Stromversorgung direkt wieder eingesetzt werden kann. Aus einem Nebenprodukt wird so neue Energie, die sich nutzen lässt – intelligent und effizient. Durch die Kombination von weitestgehend CO2-neutralen Holzhackschnitzeln und dem Einsatz des Blockheizkraftwerks gelingt es der Abtei Königsmünster, im Vergleich zu anderen vergleichbaren Standorten, ihre CO2-Emissionen entsprechend niedrig zu halten – und damit ein klares Zeichen in Sachen Klimaschutz zu setzen.      

Jahrestreffen der Energiebeauftragten im Erzbistum Paderborn 2019  
Die Agenda beim Treffen der Energiebeauftragten war auch in diesem Jahr gut gefüllt. Unter anderem informierten Kirchenvorsteher ihre ehrenamtlichen Kollegen über erfolgreiche Energiesparprojekte aus den Kirchengemeinden. „Dieser ‚Markt der Möglichkeiten‘ mit Beispielen wie Beleuchtungssanierungen in Kirchen oder die Einrichtung von Werktags-Kapellen stößt bei unseren Treffen immer wieder auf große Resonanz. Hier kommt man in Austausch, kann Ideen ‚abgreifen‘ oder nachahmen“, so Diplom-Ingenieur Nikolas Müller aus der Fachstelle Energieoffensive im Erzbischöflichen Generalvikariat.  

Das Erzbistum Paderborn erstellt aktuell ein integriertes Klimaschutzkonzept, das konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz aufzeigt – auch hier waren die ehrenamtlichen Energiebeauftragten mit ihren Erfahrungen gefragt: Sie trugen Themen zusammen, die das Erzbistum aus ihrer Sicht mit in den Fokus nehmen sollte. „Es gab ganz unterschiedliche Beiträge, wie im Erzbistum das Thema Klimaschutz vorangetrieben werden kann. Gerade die Einschätzung der Basis gibt uns hier einen realistischen Einblick, was vor Ort zur gelebten Praxis werden kann“, erklärt Katrin Käuper.