Mit dem Hungertuch nach Köln

Rund 60 Wallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn pilgern zur Eröffnung der MISEREOR-Fastenaktion

Im Dialog mit sich selbst, den Eindrücken des Weges und mit Gott: Rund 60 Pilgerinnen und Pilger werden bei der diesjährigen Hungertuchwallfahrt von Olpe nach Köln Fragen der globalen Gerechtigkeit ins Gebet und unter die Füße nehmen.Foto: Johannes Wolff Paderborn/Siegen/Olpe, 2. März 2019. Zum mittlerweile 24. Mal machen sich Menschen aus dem Erzbistum Paderborn mit dem aktuellen Hungertuch auf den Weg. In diesem Jahr geht es von Olpe nach Köln, wo am ersten Fastensonntag, 10. März, im Dom die MISEREOR-Fastenaktion bundesweit eröffnet wird. Ab Aschermittwoch, 6. März, nehmen die Pilger vier Tage lang die globale Gerechtigkeit ins Gebet und unter die Füße – getreu dem Leitwort der diesjäh-rigen MISEREOR-Fastenaktion „Mach was draus: Sei Zukunft!“. Das Hungertuch, das sie dabei vorantragen, stammt vom Künstler Uwe Appold. Es fragt: „Mensch, wo bist du?“.      

Mensch, wo bist du – wenn Minderheiten ausgegrenzt werden oder Gleichgültigkeit zunimmt? Wo stehst du, Mensch, und wofür stehst du auf? All dies sind Fragen, die das Hungertuch von Uwe Appold aufwirft und womit es zu einem Dialog einlädt, der während der Wallfahrt von den Pilgern erfahren werden kann – ein Dialog mit sich selbst, mit den Eindrücken des Weges, mit den Mitpilgernden und natürlich mit Gott.  

Die Mitglieder der rund 60-köpfigen Wallfahrergruppe aus dem Erzbistum Paderborn machen sich zu Fuß auf den Weg von Olpe nach Köln. Die Wallfahrt will das Anliegen von MISEREOR, den globalen Dialog zwischen Gebenden und Nehmenden anzuregen, unterstützen und zugleich einen persönlichen Weg zur Gestaltung der diesjährigen Fastenzeit eröffnen. Feste Bestandteile der Wallfahrt sind besondere Gottesdienste – so auch eine Eucharistiefeier mit Aschenkreuz –, Impulse, Schweigestunden, musikalische Beiträge und Begegnungen. Meist wird der Tag nach dem Frühstück um 7.30 Uhr mit einem Morgenimpuls beginnen und um 21.30 Uhr mit einem Abendlob enden. Die Unterbringung erfolgt in einfachen Quartieren – Reduzierung und Besinnung aufs Wesentliche.   Organisatoren und Begleiter der Wallfahrt sind vor allem Dekanatsreferent Christoph Schüttler, Jochen Voß aus Olpe und Dechant Karl-Hans Köhle. Sie möchten mit den anderen Pilgern die Herausforderung annehmen, sich das Thema Gerechtigkeit in der Einen Welt in der Gruppe gemeinsam bewusst zu machen. Die Wallfahrt wird begleitet von Mitgliedern des Malteser-Hilfsdienst Olpe, die diese Aufgabe seit Jahren ehrenamtlich übernehmen.      

Die Wegstationen der Wallfahrt  
An Aschermittwoch, 6. März, werden die Wallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn von Olpe aus ihren Fußweg starten. Nach einem Gottesdienst in der Kreuzkapelle Olpe geht es am Biggesee entlang auf dem Kurkölner Weg zur Wiehltalsperre und nach Wiehl. Am Donnerstag (7. März) pilgert die Gruppe aus dem Wiehltal auf den bergischen Panoramawegen nach Much. Am Freitag, 8. März, geht es von dort aus weiter durch das Naafbachtal, das Agger- und Sülztal bis nach Rösrath.  

Am Samstag (9. März) führt der Weg die Pilger weiter durch den Königsforst nach Köln. Dort ist ein Treffen mit einer weiteren MISEREOR-Wallfahrtsgruppe geplant. In der Kölner Kirche St. Maria im Kapitol feiern die Wallfahrergruppen gegen 12.30 Uhr gemeinsam einen Gottesdienst mit dem Kölner Generalvikar Dr. Markus Hof-mann und Monsignore Pirmin Spiegel, dem Hauptgeschäftsführer von MISEREOR.  

Am ersten Fastensonntag, 10. März, sind die Hungertuchwallfahrer um 10 Uhr beim feierlichen Gottesdienst im Kölner Dom dabei, mit dem die MISEREOR-Fastenaktion 2019 bundesweit eröffnet wird und der in der ARD live übertragen wird. Diesem Gottesdienst wird Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki vorstehen. Im Anschluss an einen Empfang im Kölner Maternus-Haus mit Gästen aus dem Partnerland El Salvador und Vertretern aus Kirche und Politik fahren die Wall-fahrer aus dem Erzbistum Paderborn zurück in ihre Heimatgemeinden.