„Von Jesus erzählen“

Generalvikar Alfons Hardt im Gespräch mit sieben neuen Priesteramtskandidaten des Erzbistums im „Propädeutikum“

Generalvikar Alfons Hardt (vorne, 2.v.l.) traf die sieben neuen Priesteramtskandidaten des Erzbistums Paderborn, die derzeit ihr Propädeutikum absolvieren.pdp / Thomas ThroenlePaderborn, 31. Januar 2019. Sieben junge Männer haben im Wintersemester 2018/2019 im Erzbischöflichen Priesterseminar Paderborn ihren Weg zum Priesterberuf begonnen. Am Anfang dieses Weges steht ein 2010 erstmals eingeführter einjähriger Vorbereitungs- und Vertiefungskurs, das so genannte „Propädeutikum“: Darin nutzen die Priesteramtsanwärter die Chance, ihrem eigenen Glauben nachzuspüren, sich bewusst mit Berufung und Beruf sowie der Lebensweise eines Priesters auseinanderzusetzen. Generalvikar Alfons Hardt traf jetzt die sieben Propädeutiker gemeinsam mit Subregens Matthias Klauke nach den ersten Monaten ihrer Ausbildung zum gegenseitigen Austausch.      

Unter den neuen Priesteramtsanwärtern des Erzbistums Paderborn im Propädeutikum sind fünf junge Männer, die mit dem Einführungsjahr ein Studium der Theologie aufnehmen, aber auch zwei Männer, die bereits ihr Theologiestudium abgeschlossen haben und während ihres Propädeutikums als Pastoralpraktikant in einer Gemeinde eingesetzt sind. Robin Böduel aus der Gemeinde St. Joseph in Witten, Maurice Carmesin aus der Gemeinde Heilig Kreuz in Menden, Bénédict Elders aus der Gemeinde Heilig Kreuz in Horn-Bad Meinberk, Patrick Funke aus der Gemeinde St. Heinrich in Sende und Maximilian Heinz aus der Gemeinde St. Immaculata in Dortmund-Scharnhorst studieren in ihrem Propädeutikum Theologie. Florian Reddeker aus der Gemeinde St. Johannes Nepomuk in Hövelhof und Sebastian Vieth aus der Gemeinde St. Mauritius in Nordkirchen wirken während ihres Propädeutikums gleichzeitig als Pastoralpraktikant.  

Die sieben jungen Männer bringen ganz individuelle Werdegänge mit. Für das Priester-Werden und Priester-Sein sei es wesentlich, eine tiefe Beziehung zu Jesus zu pflegen, sagte Generalvikar Hardt zu den jungen Männern. Eine „regelmäßige, am besten tägliche Aussprache mit Gott“ helfe, das Leben zu bestehen. Das Evangelium zu verkünden und weiter zu geben, sei für ihn die Ursprungsmotivation gewesen, Priester zu werden. „Der Glaube ist meine Lebensgrundlage. Ich möchte von Jesus erzählen, da er Frieden, Gleichheit, Solidarität schafft.“ Für ihn sei die Zuwendung Jesu zu den anderen Menschen eine Grundlage für seine persönliche Nachfolge Jesu, denn sie bedeute nicht Herrschaft oder Macht, so Generalvikar Hardt. „Halten Sie Ihre Beziehung zum Herrn lebendig. Diese Beziehung soll Ihr Leben prägen!“ Nicht zuletzt riet Generalvikar Alfons Hardt: „Bleiben Sie offen für Veränderungen. Kirche verändert sich immer wieder.“      

Stichwort: Propädeutikum  

Die Ausbildung im Erzbischöflichen Priesterseminar Paderborn startet mit einem einjährigen Vorbereitungskurs, dem Propädeutikum. Inhaltlich stehen dabei eine „Sprachen-Schule“, eine „Glaubens-Schule“ und eine „Lebens-Schule“ im Mittelpunkt. In der „Sprachen-Schule“ erlernen die Priesteramtskandidaten Latein, biblisches Griechisch und biblisches Hebräisch. Darüber hinaus absolvieren sie einen „Theologischen Grundkurs“ und erhalten eine „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“. Die „Glaubens-Schule“ umfasst die Einübung in ein Leben aus den Sakramenten, aus Taufe, Firmung und Eucharistie. Durch geistliche Übungen und Gebetszeiten setzen sich die Propädeutiker mit ihrer Spiritualität auseinander und erhalten Impulse für ein Leben aus dem Glauben. In der „Lebens-Schule“ wird das soziale Engagement eingeübt: Für soziale Projekte, beispielsweise in Senioren- und Alteneinrichtungen oder in Krankenhäusern, steht den Propädeutikern unter der Woche ein freier Tag zur Verfügung. Die Priesteramtskandidaten beginnen mit dem Propädeutikum zugleich den modularisierten Studiengang der Katholischen Theologie mit dem Abschluss Magister theologiae an der Theologischen Fakultät Paderborn.