Eine Begrüßung wie für Superstars

Gastfreundschaft und gemeinsame Glaubensfeiern in San Isidro sind ein Vorgeschmack auf das Hauptprogramm des Weltjugendtags in Panama

Willkommen Mit bunten Fahnen wurden die Weltjugendtags-Pilger in der Diözese San Isidro empfangen.YOUPAX/Laura Konieczny Paderborn, 21. Januar 2019. Vor gut einer Woche haben sich 151 Pilgerinnen und Pilger aus dem Erzbistum Paderborn auf den Weg nach Mittelamerika gemacht. Ihr Ziel: Der Weltjugendtag in Panama. Die ersten Tage verbrachte der Großteil der Pilger im Costa Ricanischen Jacó am Pazifik, um sich zu akklimatisieren und bei einem Ausflug in den Nationalpark Manuel Antonio die lokale Flora und Fauna kennenzulernen.

Am Donnerstag besuchten sie ein Kaffeeprojekt der Kolpingfamilie Bolivia in der Diözese San Isidro. Die Kooperation mit der Diözese kam durch Kontakte des Kolpingwerk Diözesanverbands Paderborn zustande, das mit Kolpingverbänden in insgesamt sieben lateinamerikanischen Ländern zusammenarbeitet. „Auf diese Weise möchten wir den Weltjugendtag nachhaltiger gestalten", erklärt Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder. Durch die gemeinsame Zeit in Costa Rica, gemeinsame Gebete und vor allem den Austausch der jungen Menschen erhoffe er über die Reise hinaus andauernde Kontakte - vielleicht sogar neue Jugendprojekte - zu initiieren. Durch den Austausch mit Costa Ricanischen Jugendlichen und durch den Besuch auf der Kaffeeplantage des Farmers Don Francesco, einem vom Kolpingwerk International gefördertem Projekt, lernten die jungen Erwachsenen die Lebensrealität des mittelamerikanischen Staates kennen.

Tage der Begegnung Bei den Tagen der Begegnung zelebrierten knapp 1.000 junge Menschen und ihre Gastgeber das Leben.YOUPAX/Laura Konieczny Nach einem langen Tag im Bus und dem Besuch der Kolping Familie in Bolivien sind die Pilger vor allem eins: erschöpft. Die Müdigkeit schwindet jedoch schnell, als die drei Reisebusse der Gruppe im Zentrum von San Isidro vorfahren. Mit lauter Musik, Tanz und Gesang begrüßen die freiwilligen Helferinnen und Helfer aus der Costa Ricanischen Diözese San Isidro ihre Gäste zu den „Tagen der Begegnung“, dem offiziellen Vorprogramm zum Weltjugendtag. Drei Tage verbringen die Pilgerinnen und Pilger hier in Gastfamilien.

Nach einem herzlichen Willkommen bei der Registrierung der Pilgergruppe lädt Bischof Gabriel zur Messe in der Kathedrale. Dazwischen: Eine Begrüßung wie für Superstars. Unter lautem Jubel, Gesang und Konfettiregen ziehen die deutschen Gäste in die Kirche ein. „Das hier ist ein Vorgeschmack auf den Weltjugendtag in Panama“, verspricht Bischof Gabriel. Die Freude über die weit gereisten Gäste ist ihm ins Gesicht geschrieben, während er abwechselnd auf Spanisch und Englisch die Messe liest. Seine Botschaft für die jungen Menschen lautet: Feiert euren Glauben, anstatt Materialismus und Konsumwahn. Nehmt euch Zeit für Stille, um Gottes Wort zu hören. Und zu guter Letzt: Seid Missionare. Lebt für Andere. Seine Worte, begleitet von den fröhlichen Rhythmen der Band, berühren die Jugendlichen sichtbar. Wo vorher müde Augen waren, zeigt sich nun bei vielen ein dankbares Lächeln.

Tage der Begegnung YOUPAX/Laura Konieczny Dankbarkeit und Lebensfreude scheinen die überwiegenden Gefühle während der Tage der Begegnung zu sein. „Das Willkommen war sehr beeindruckend“, sagt Marlen Fortströer aus Delbrück: „Ich habe die Freude darüber gespürt, dass wir kommen und mich gleich willkommen gefühlt.“ Es ist der dritte Weltjugendtag der 26-Jährigen. In Sydney und Madrid sei es auch sehr schön gewesen, allerdings nicht mit so viel Partystimmung. Jan David Menne, 24, stimmt ihr zu. Er habe die Gastfreundschaft der Ticos - so nennen sich die Menschen in Costa Rica selbst - besonders genossen. „Trotz der Sprachbarriere wurden wir total herzlich aufgenommen und haben uns super mit der Gastfamilie verstanden", sagt der Dortmunder. Auch das Programm, das die jungen Menschen aus der Diözese San Isidro für die Gäste aus Deutschland, Bolivien, Paraguay, Argentinien und Mexiko vorbereitet haben, sei sehr schön gewesen. Seine Erkenntnis aus der gemeinsamen Zeit: „Wir kommen alle aus anderen Ländern und haben doch dasselbe gefeiert." Bei einem Ausflug in den Nationalpark, gemeinsamen Gruppenspielen und einem Abend mit typisch Costa Ricanischen Speisen verband die Pilgerinnen und Pilger stets der katholische Glaube.

Gruppenfoto In der Diözese San Isidro trafen sich Gäste aus Deutschland, Bolivien, Paraguay, Argentinien und Mexiko.YOUPAX/Laura Konieczny Feiern, dass können die Costa Ricaner und internationalen Gäste fürwahr. Das wurde insbesondere beim Diá Diocesana am Samstag deutlich. Mit Livemusik und Tanzeinlagen, Akrobatikvorführungen und mehrsprachigen Sprechgesängen zelebrierten knapp 1.000 junge Menschen und ihre Gastgeber das Leben.

„Die Menschen hier haben offenbar eine andere Lebenseinstellung", beschreibt Annika Österdiekhoff. „Als wir ankamen, wurden wir gefeiert wie Fußballstars und beim Friedensgruß geben sich die Menschen Küsschen anstatt die Hand. Das finde ich total schön." Nach den Tagen der Begegnung freue sie sich nun auf das Hauptprogramm in Panama: Darauf, Papst Franziskus zu sehen und weitere neue Menschen kennenzulernen.

Am heutigen Montag (nach Deutscher Zeit) fährt die Gruppe aus dem Erzbistum Paderborn nach einem weiteren gemeinsamen Gottesdienst in der Domgemeinde von San Isidro mit Bussen von Costa Rica nach Panama. Dort beginnt am Dienstag das Hauptprogramm des Weltjugendtages in Panama-City, an dem auch zwei weitere Gruppen aus dem Erzbistum teilnehmen, die die Reise selbst organisiert haben. Erwartet werden in Panama-City mehrere hunderttausend Menschen.

Sehen Sie im Video Impressionen von den Tagen der Begegnung:

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