Erzbischof Becker: Im Jahr 2019 mit Gottes Weggeleit

Prälat Dornseifer gibt Rückblick auf 2018 und schaut auf wichtige Ereignisse im Jahr 2019

Dechant Benedikt Fischer, Prälat Thomas Dornseifer, Erzbischof Hans-Josef Becker (v.l.n.r.) beim traditionellen Empfang des Klerus aus dem Dekanat Paderborn zu Beginn des neuen Jahres im Bischofshauspdp / Thomas Throenle Paderborn, 12. Januar 2019. Das neue Jahr ist erst wenige Tage alt, wenn Erzbischof Hans-Josef Becker den Klerus des Dekanates Paderborn im Bischofshaus empfängt: Traditionell begegnet der Paderborner Oberhirte zu Beginn eines neuen Jahres den Priestern des Dekanates. Und es ist ebenso eine Tradition, dass der Generalvikar des Paderborner Erzbischofs dabei auf wichtige kirchliche Begebenheiten des vergangenen Jahres schaut und einen Ausblick auf wichtige Ereignisse im Erzbistum Paderborn im Jahr 2019 gibt. „Mir sind Informationen wichtig, sie sind Grundlage für Gespräch und Austausch. Als Kirche von Paderborn sind wir mit Gottes Segen auf dem Weg“, sagte Erzbischof Becker. Er danke seinen Mitarbeitern in der Diözesanleitung, dem Presbyterium im Dekanat Paderborn und in der ganzen Erzdiözese für den engagierten Dienst. In Vertretung von Generalvikar Alfons Hardt übernahm in diesem Jahr Prälat Thomas Dornseifer als Stellvertretender Generalvikar diese Aufgabe und informierte auch über Zahlen und Daten aus dem Erzbistum Paderborn.        

Nach dem für die Kirche schwierigen Jahr 2018 sei er optimistisch, sagte Erzbischof Becker: „Ich habe die Hoffnung und den Wunsch, dass wir nach den Erfahrungen des letzten Jahres zu guten und hilfreichen Konsequenzen kommen.“ Ihm seien Informationen und der Austausch wichtig, und so wünsche er sich, dass beispielsweise sein Brief an alle Katholiken im Erzbistum Paderborn vom Jahresbeginn „zum Segen wirke“. Im Hinblick auf die Seelsorger sagte der Paderborner Erzbischof in seiner Ansprache: „Ich danke Ihnen für alles, was Sie für die Kirche von Paderborn aushalten und tragen, aber auch für das, was Sie für unsere Kirche anstoßen und initiieren. Ich sage Dank für die mitbrüderliche Zusammenarbeit“. Zum Abschluss wünschte der Paderborner Erzbischof allen Gottes Segen und Weggeleit.  

Prälat Thomas Dornseifer blickte in seiner Rede zurück auf das in Paderborn mit dem verbindenden Leitwort „behütet und bedacht“ begangene Doppeljubiläum rund um den Hohen Dom: im Jahr 2017 das Jubiläum „1.000 Jahre Bartholomäuskapelle“ und im Jahr 2018 das 950-jährige Weihejubiläum des Imad-Domes. Durch eine Vielzahl verschiedener Veranstaltungen habe das Metropolitankapitel die besonderen Jubiläen dieser zwei bedeutenden Kirchenbauten gestaltet.  

„Die umfänglichen Arbeiten und Veränderungen, die wir am Paderborner Dom augenscheinlich erleben, lassen mich auch an das ‚Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn‘ denken, das unser Erzbistum Paderborn seit 2014 leitet und prägt“, fuhr der Stellvertretende Generalvikar fort. „Mit viel Engagement und Kreativität machen sich Hauptamtliche gemeinsam mit Ehrenamtlichen auf den Weg, um Kirche vor Ort zu sein und zu leben, auch in neuen Bezügen und Kontexten.“ Eine Unterstützung sei hierbei die Förderung der Pastoral vor Ort durch den Fonds „Neue Projekte zur Umsetzung des Zukunftsbildes“. Prälat Dornseifer erinnerte zudem an die Einführung von Verwaltungsleitern in fünf Piloträumen, die dort unter dem Leitwort „mehr Raum für Seelsorge“ die Verwaltungsarbeit von leitenden Pfarrern von Pastoralen Räumen und der Gremien verantworten.  

„Nachdem bereits 2010 der Missbrauchsskandal die Öffentlichkeit schockierte, stellte sich die Kirche im Jahr 2018 durch die Veröffentlichung der sogenannten MHG-Studie zum Missbrauch Minderjähriger im Raum der Katholischen Kirche erneut diesen Verbrechen“, erinnerte Prälat Dornseifer. Er dankte Erzbischof Becker dafür, dass sich der Paderborner Oberhirte sofort nach der Veröffentlichung der Fakten aus dem Erzbistum an die Seelsorger und die Gläubigen gewandt hatte, in aller Deutlichkeit Stellung bezog und so Orientierung gab. Der Stellvertretende Generalvikar verwies zudem auf einen Brief des Erzbischofs, den der Paderborner Oberhirte am Jahresbeginn an alle Katholiken im Erzbistum Paderborn geschrieben hat. „Wir haben uns für einen konsequenten Weg der Offenheit und Transparenz entschieden. Dazu arbeiten wir mit den staatlichen Ermittlungsbehörden zusammen und stehen in Kontakt mit der Staatsanwaltschaft. Auch werden wir nicht aus falscher Rücksichtnahme Vorfälle beschönigen oder verschweigen“, so der Stellvertretende Generalvikar.  

Prälat Dornseifer sagte weiter: „Schmerzhaft und enttäuschend ist die Erfahrung, dass Menschen, die das Licht und die Liebe der Botschaft Jesu bei uns suchen, in der Kirche an die falschen Zeugen geraten können. Mit großem Engagement haben wir in den letzten Jahren vieles angestoßen, um zu verhindern, dass Menschen in der Kirche Schaden nehmen an Leib und Seele. Es ist mir ein großes Anliegen, dass diese erschütternden Verfehlungen in der Kirche nicht dazu führen, die Sache Jesu zu beschädigen. Es ist unser Auftrag, den Menschen das Evangelium nahe zu bringen, unsere Sorge und Nähe gehört den Suchenden, Fragenden, Verzweifelten, den Kranken und Schwachen.“  

In einem Ausblick auf das Jahr 2019 verwies Prälat Thomas Dornseifer auf die in Paderborn stattfindende bundesweite Eröffnung der Renovabis-Pfingstaktion 2019: Am 19. Mai 2019 wird Erzbischof Becker die Pfingstaktion des Osteuropa-Hilfswerks der Katholischen Kirche eröffnen. Vom 3. bis 7. Juli 2019 findet in Paderborn das 8. Deutsche Chorfestival des Chorverbandes Pueri Cantores statt, an dem bis zu 2.500 Kinder und Jugendliche teilnehmen und den Glauben durch ihre Stimmen eindrucksvoll zum Klingen bringen.  

Dechant Benedikt Fischer sprach im Namen des Dekanatsklerus Worte des Dankes an Erzbischof Hans-Josef Becker und Prälat Thomas Dornseifer: Es sei ein „gutes Zeichen in schwierigen Zeiten“, wenn der Erzbischof mit dem Presbyterium des Dekanates das Jahr gemeinsam beginne. „Bemerkenswert ist, in welcher Weise, Sie, Herr Erzbischof, das Thema ‚Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker‘ aufgreifen. Und ich darf Ihnen sagen, dass wir alle an dieser Stelle deutlich hinter Ihnen stehen: Sie relativieren nichts! Sie bagatellisieren nichts! Sie instrumentalisieren die Debatte nicht, um andere Themen zu forcieren!“ sagte Dechant Fischer.  

Prälat Thomas Dornseifer informierte auch über Zahlen und Daten aus dem Erzbistum Paderborn.

Statistik der Geistlichen (Stand 19.12.2018):  

Gesamtzahl der Priester: 906 (Vorjahr: 927)  
davon im Ruhestand: 339 (Vorjahr: 354)  
Priester im aktiven Dienst: 567 (Vorjahr: 573), davon 411 in der Pfarrseelsorge  
Durchschnittsalter der Priester im aktiven Dienst: 55 Jahre      

Ständige Diakone: 179 (Vorjahr: 177)  
davon im aktiven Dienst: 141 (Vorjahr: 136)  
Durchschnittsalter der ständigen Diakone: 63 Jahre      

2 Priesterweihen im Jahr 2018 (Vorjahr: 5)  
8 neue Priesteramtskandidaten im Jahr 2018 (Vorjahr: 6)  
Eintritt in den Ruhestand: 21 Priester (Vorjahr: 28)  
Eintritt in den Ruhestand: 1 ständiger Diakon (Vorjahr: 1)      

Statistik der Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten:  
Gemeindereferenten/-innen: 257 (Vorjahr: 265),  
Gemeindeassistenten/-innen: 16 (Vorjahr: 15)  
Durchschnittsalter von Gemeindereferenten und –assistenten: 48 Jahre