Kraft der Jahrmärkte ist ungebrochen

Enge Verbundenheit bestimmt Austauschtreffen zwischen Schausteller Klaus Wilhelm und Generalvikar Alfons Hardt

Eine enge Verbundenheit aufgrund vieler Begegnungen prägte das Austauschtreffen zwischen Schausteller Klaus Wilhelm (r.) und Generalvikar Alfons Hardt.pdp / Ronald PfaffPaderborn, 3. Januar 2019. Die Kraft der Jahrmärkte sei ungebrochen, betonte Schausteller Klaus Wilhelm im Gespräch mit Generalvikar Alfons Hardt. Im jährlichen Austausch zogen am Donnerstag der Generalvikar des Paderborner Erzbischofs und der Senior des traditionellen Schaustellerbetriebs Wilhelm & Söhne aus Hannover, der beim Libori-Fest unter anderem. das große Riesenrad am Liboriberg betreibt, ein positives Jahresfazit 2018.

„Volksfeste stehen immer noch hoch im Interesse des Publikums. Und wir haben ein gutes Publikum“, resümierte Klaus Wilhelm und blickte freudig auf das Libori-Fest 2018 zurück: „Die Stadt Paderborn war an allen Tagen sehr gut besucht, dabei spielte das gute Wetter natürlich eine Rolle. Ähnlich erfreulich war es auch beim Weihnachtsmarkt.“

Seit Mitte der 70er Jahre ist der Schaustellerbetrieb von Klaus Wilhelm eine der Attraktionen beim Libori-Fest. Eigentlich habe man zu diesem Zeitpunkt immer einen festen Stand beim Stadtfest in Lübeck gehabt, doch die Nachfrage aus Paderborn nach einem Riesenrad habe ihn zum Wechsel veranlasst. Einen Wechsel, den Klaus Wilhelm nicht bereut hat. Durch viele Begegnungen und ein gutes Miteinander sei nicht nur eine starke Verbundenheit zur Stadt Paderborn gewachsen, sondern auch zum Erzbistum Paderborn mit Erzbischof Hans-Josef Becker und Generalvikar Alfons Hardt an der Spitze.

„Ich genieße jedes Jahr die Aussicht vom Riesenrad auf dem Berg über die Stadt“, verwies der Generalvikar darauf, dass es längst zur Tradition gehört, die bischöflichen Gäste des Erzbistums Paderborn zum „Libori“-Auftakt zur Riesenrad-Runde einzuladen. Außerdem feiert Generalvikar Hardt am Freitagmorgen der Liborifestwoche in der Liborikapelle traditionsgemäß einen Gottesdienst mit den Schaustellern.

Seit gut 130 Jahren ist das Familienunternehmen aus Hannover im Schaustellergewerbe tätig. Über nunmehr 60 Jahre werden Riesenräder in der vierten Generation eigenverantwortlich von den Wilhelms betrieben. Die beiden Söhne von Klaus Wilhelm sind längst mit ins Geschäft eingestiegen, so dass der Familienbetrieb seinem Namen weiter gerecht wird. Gute Arbeitskräfte gehörten ebenfalls zu einem gut funktionierenden Unternehmen. „Momentan sieht es bei uns gut aus. Wir haben seit fast fünf Jahren eine feste Truppe an Mitarbeitern auch aus Rumänien“, erklärt Wilhelm. Diese seien gerade noch beim Weihnachtsmarkt in Essen für ihn im Einsatz. Mit einem „Weihnachts-Bonus“ ginge es nun wieder nach Hause, bevor ab März die Saison wieder eröffnet wird.

Im Gespräch mit Generalvikar Hardt verwies Klaus Wilhelm, der 14 Jahre Vizepräsident des Deutschen Schaustellerbundes e. V. war und zum Ehrenmitglied ernannt wurde, auf die neuen Herausforderungen für die Schausteller wie zum Beispiel die zunehmenden Sicherheitsvorkehrungen. „Wo sich viele Menschen versammeln, ist die Gefahr für einen Anschlag oder ein Unglück größer“, zeigt der 70-Jährige Verständnis, wenn Kommunen und Veranstalter neue Maßnahmen aufnehmen. Viele Vorkehrungen seien dezent und geräuschlos im Hintergrund – so wie in Paderborn. Er habe allerdings auch den Eindruck gewonnen, dass viele Besucher und Besucherinnen mit einer „Jetzt-erst-recht“-Einstellung bewusst die Kirmessen und Volksfeste besuchten.

Er wünsche sich allerdings einen Abbau der Bürokratie, die seine Frau oft bis in die Nacht mit Papieren beschäftige. Auch sei die Anforderung nach „größer und schneller“ nicht immer der richtige Weg. Eine gute Atmosphäre schaffen, Attraktivität mit Sicherheit verbinden und einen freundschaftlichen Kontakt zu den Nachbarn einer Kirmes suchen, seien für den verdienten Schausteller Klaus Wilhelm immer wichtiger gewesen.