„Frieden beginnt mit dem Glauben an Rettung“

Erzbischof Becker predigt in der Jahresschlussmesse 2018 im Hohen Dom zu Paderborn

Erzbischof Hans-Josef Becker spendete den Gläubigen zum Abschluss des feierlichen Gottesdienstes den eucharistischen Segen.pdp / Thomas Throenle Paderborn, 31. Dezember 2018. Trotz vieler Sorgen und mancher Spannungen dürfe für das vergangene Jahr Dank gesagt werden, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker am Beginn der Heiligen Messe zum Jahresabschluss im Hohen Dom zu Paderborn. Zugleich komme es darauf an, sich auszustrecken auf die nahende Zukunft, die auch eine Zeit Jesu Christi sei. „Ohne das Erbarmen Gottes werden wir das Neue Jahr nicht bestehen. Und ohne das Erbarmen Gottes werden wir auch die Tatsachen des vergangenen Jahres nicht vor Gott bringen können.“ Am Ende des feierlichen Gottesdienstes spendete der Paderborner Erzbischof den mitfeiernden Gläubigen den Eucharistischen Segen.

Erzbischof Becker führte in seiner Predigt aus, dass es keine bessere, keine kürzere und schönere Botschaft in die Zeit ängstlicher Erwartung, gelähmter Hoffnung oder schwarz gemalter Zukunftsperspektiven gäbe als die Botschaft, die der Name „Jesu“ in sich trage: „Jahwe rettet!“. Die Erhaltung oder Schaffung des Weltfriedens werde wesentlich davon abhängen, ob Menschen überhaupt noch an Rettung und Erlösung glauben, zeigte sich der Paderborner Oberhirte überzeugt. Für Christen bedeute dies, durch ihr Leben die Zeitenwende zu verkünden, die durch die Geburt Jesu Wirklichkeit geworden sei, nämlich, dass Gott retten wird. „Diese Gewissheit hat Leben geschenkt.“ Die Verheißung, dass Gott retten werde, habe Menschen zur Wende in Neuausrichtung und Neuorientierung veranlasst, sie mache frei für den Auftrag, Hoffnung zu verkünden und zu leben.

„Jesus ist der Retter – Christ, der Retter ist da!“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt. Im Hintergrund: Generalvikar Alfons Hardt und Weihbischof Manfred Grothe.pdp / Thomas Throenle „Erst wenn ich die Angst um mich selbst losgeworden bin, kann ich mich wirklich dem Anderen zuwenden. Zuwendung ist Rettung. Zuwendung ist Erlösung. Und Zuwendung ist Befreiung des Anderen aus seiner Angst um sich selbst. Es gibt keine kürzere, keine schönere und keine bessere Botschaft am Ende des alten und zu Beginn des neuen Jahres als diese: Jahwe rettet! Gott rettet! Jesus! Er hat sich uns zugewendet.“, erklärte Erzbischof Becker. Die Verheißung habe in Jesus ein Gesicht und einen Namen bekommen, sie sei in ihm Mensch geworden. „Nicht die Magie einer Formel rettet, sondern die Phantasie der Liebe. Jesus, dieser Mensch in Nazareth, ist die menschgewordene Phantasie Gottes. Im Kind von Bethlehem und dem Menschen von Nazareth hat Gottes Liebe zu uns Menschen Hände und Füße bekommen. Sein Name nennt auch sein Wesen: Jesus ist der Retter – Christ, der Retter ist da!“

Christen seien davon überzeugt, dass „Rettung“ und „Frieden“ zusammengehörten, erläuterte Erzbischof Becker weiter. „Rettung und Frieden gehören zusammen, da diese Welt, wenn sie sich selbst überlassen bleibt, zugrunde geht.“ Der Glaube an die Rettung und das Engagement für den Frieden würden radikal zusammengehören, so der Paderborner Erzbischof. Das Engagement für den Frieden ohne den Glauben an die Rettung mache nervös und aggressiv, ebenso wie das Bekenntnis eines Glaubens, der rette, das aber dann ohne Engagement für den Frieden bleibe, unglaubwürdig sei.

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker (M.) feierte den Jahresabschlussgottesdienst in Konzelebration mit (v.l.n.r.) Generalvikar Alfons Hardt, Weihbischof Manfred Grothe, Erzbischof Hans-Josef Becker, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB und Prälat Thomas Dornseifer.pdp / Thomas Throenle Zum Abschluss seiner Predigt wünschte Erzbischof Becker ein gesegnetes, erfülltes und friedvolles Neues Jahr mit den Worten „Frieden beginnt mit dem Glauben an die Rettung, mit der Wende zu Jesus Christus hin. Sein Name heißt: ‚Gott rettet!‘“.

Zum Abschluss des feierlichen Gottesdienstes zum Jahresende spendete Erzbischof Hans-Josef Becker den Eucharistischen Segen. Der Paderborner Oberhirte betete: „Wir danken dir für deine heilige Kirche, in der wir den Glauben empfangen haben und deine Gegenwart verkosten. Wir danken dir für die Kirche von Paderborn. Seit über 1200 Jahren hält sie dein Evangelium hier lebendig und ist ein Sauerteig, der unsere Welt umgestalten will hin zum Reich Gottes. Lass uns auch in Zukunft deine Nähe spüren. Hilf uns, die Zeichen der Zeit zu erkennen und lass uns in allem deinen Willen suchen. Stärke in allen Christen die Bereitschaft, zu dir umzukehren und dir in ihren Herzen eine Wohnung zu bereiten.“

„Großer Gott, wir loben dich“ … Dank für das vergangene Jahr, Segen für das Neue Jahr.pdp / Thomas Throenle Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker feierte den Jahresabschlussgottesdienst in Konzelebration mit Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB, Weihbischof Manfred Grothe, Generalvikar Alfons Hard und Prälat Thomas Dornseifer. Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von der Paderborner Dommusik unter der Leitung von Domkantorin Gabriele Sichler-Karle und Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel des Gotteshauses.