Virtuose Musik des 17. Jahrhunderts im Blickpunkt

Bildungstage für Kirchenmusik im Januar mit Konzert in der Kaiserpfalz

Paderborn, 19. Dezember 2018. Im Rahmen der „Bildungstage für Kirchenmusik 2019“ des Erzbistums Paderborn, in deren Mittelpunkt die Werke von Hector Berlioz und Johann Rosenmüllers stehen, findet am Donnerstag, 3. Januar 2019, um 19 Uhr ein Konzert „Cantate Domino“ - virtuose Musik des 17. Jahrhunderts - in der Kaiserpfalz statt.

Werke von Rosenmüller, Gioseffo Guami, Girolano Frescobaldi, Benedetto Reggio und Claudia Monteverdi werden von Mitgliedern des Johann Rosenmüller Ensembles sowie den Solisten Georg Poplutz (Tenor), Arno Paduch (Zink), Kristina Filthaut (Dulzian, Blockflöte) und Georg Gusia (Orgel) aufgeführt.

Das Programm des Abends möchte mit den kompositorischen Neuerungen der damaligen Zeit bekannt machen. Die „Erfindung“ der Monodie, des vom Generalbass begleiteten Sologesangs um 1600, lockte zahlreiche Musiker aus Nordeuropa nach Italien, um diesen neuen Stil kennenzulernen. Der bekannteste deutsche Komponist, der zu musikalischen Studien nach Italien geschickt wurde, war sicher Heinrich Schütz; er studierte von 1609 bis 1612 in Venedig bei Giovanni Gabrieli und reiste 1628 abermals nach Venedig, um die neue Musik im Stile Monteverdis kennenzulernen.

Im Jahre 1645 besuchte dann Johann Rosenmüller Venedig, um den ganz neuen Stil Cavallis zu studieren und dessen Opernstil schließlich in die deutsche Kirchenmusikeinzuführen. Rosenmüllers Synthese der an Schütz geschulten protestantischen Musikpraxis mit dem italienischen dramatischen Stil machte ihn zum erfolgreichsten deutschen Komponisten der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts, dessen Werke damals übrigens auch in Paderborn erklungen sind.

Eingebettet ist das Konzert in der Kaiserpfalz in die „Bildungstage der Kirchenmusik 2019“ des Erzbistums Paderborn vom 2. bis 5. Januar 2019, zu der Prof. Dr. Paul Thissen, Referatsleiter Kirchenmusik, die Kirchenmusiker der Diözese einlädt: „Erneut wollen wir Gedenktage nutzen, um Komponisten und ihre Werke näher in den Blick zu nehmen.“

2019 jähren sich der Todestag Hector Berlioz’ zum 150. Mal und der Geburtstag Johann Rosenmüllers zum 300. Mal. Während Berlioz – neben Liszt der wohl bedeutendste   Vertreter der sog. Neudeutschen Schule – auf dem Feld der geistlichen Musik nur groß dimensionierte Werke wie die Messe des morts oder das Te Deum komponiert hat, stammen aus der Feder Rosenmüllers Kompositionen. „Diese sind auch für die  kirchenmusikalische Praxis geeignet und werden daher in den Chorproben der Bildungstage erarbeitet“, freut sich Paul Thissen auf zahlreiche Interessenten. Referenten sind außerdem noch Dekanatskirchenmusiker Georg Gusia (Bielefeld) und Arno Paduch (Wunstorf).

Anmeldung und weitere Informationen bei: Erzbischöfliches Generalvikariat, Referat Kirchenmusik: Rita Kramer, Tel. 05251-1251455, E-Mail: .      

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