An der Seite der Betroffenen und Opfer

Erzbischof Becker ernennt externe Missbrauchsbeauftragte für das Erzbistum Paderborn

Erzbischof Becker entpflichtete die bisherigen Missbrauchsbeauftragten für das Erzbistum Paderborn und übertrug zwei externen Beauftragten die verantwortungsvolle Aufgabe. V.l.n.r.: Generalvikar Alfons Hardt, Dr. Petra Lillmeier, Dr. Franz Kalde, Rechtsanwältin Gabriela Joepen, Rechtsanwalt Professor Dr. Martin Rehborn, Erzbischof Hans-Josef Becker.pdp / Thomas ThroenlePaderborn, 17. Dezember 2018. „Als Kirche von Paderborn und auch ganz persönlich sind wir beschämt und tief enttäuscht über den Missbrauch Minderjähriger im Raum der Kirche. Es kommt jetzt darauf an, ganz und noch eindeutiger auf der Seite der Betroffenen und Opfer zu stehen.“ Das sagte Erzbischof Hans-Josef Becker bei der Beauftragung von zwei neuen Missbrauchsbeauftragten für das Erzbistum Paderborn. Bewusst sei in Folge der sogenannten MHG-Studie entschieden worden, im Erzbistum Paderborn externe Ansprechpersonen für Hinweise auf Anhaltspunkte für den Verdacht eines sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen zu benennen. Erzbischof Becker überreichte Rechtsanwältin Gabriela Joepen aus Paderborn und Rechtsanwalt Professor Dr. Martin Rehborn aus Dortmund am Montag im Bischofshaus die Beauftragung.      

Ab dem 1. Januar 2019 übernehmen die beiden externen „Ansprechpersonen für Hinweise auf tatsächliche Anhaltspunkte für den Verdacht eines sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen sowie an erwachsenen Schutzbefohlenen durch Kleriker oder andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Dienst“ – so die offizielle Bezeichnung aus den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz – die Aufgabe von Dr. Petra Lillmeier und Dr. Franz Kalde. „Ich danke Frau Dr. Lillmeier und Herrn Dr. Kalde für ihre engagierte und kompetente Arbeit als Missbrauchsbeauftragte. Mit viel Sachverstand und zugleich großem Einfühlungsvermögen standen sie an der Seite von Betroffenen, begleiteten und unterstützten sie“, sagte Generalvikar Alfons Hardt. Dr. Petra Lillmeier soll zukünftig als Interventionsbeauftragte weiterhin in diesem Arbeitsfeld tätig sein. Dr. Kalde bleibt Richter am Erzbischöflichen Offizialat Paderborn.  

Das Erzbistum Paderborn hat zwei externe Ansprechpersonen für Hinweise auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger. V.l.n.r.: Generalvikar Alfons Hardt, Rechtsanwalt Professor Dr. Martin Rehborn aus Dortmund, Rechtsanwältin Gabriela Joepen aus Paderborn, Erzbischof Hans-Josef Becker.pdp / Thomas ThroenleDas Verbrechen des Missbrauchs Minderjähriger dürfe nicht bagatellisiert werden und Opfer seien uneingeschränkt ernst zu nehmen, erklärte Erzbischof Becker. Es erfülle ihn mit Scham und Traurigkeit, dass in früherer Zeit versucht worden sei, den Ruf der Kirche und damit die Institution zu schützen. So seien durch Vertuschung und Verdrängung viel Unheil und viel Schaden verursacht worden. Kirche sei oftmals ihrer Verantwortung vor Gott und den Menschen nicht gerecht geworden. „Deshalb gibt es ein ehrliches und redliches Bemühen, mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen und verlässliche Schritte in Richtung Anerkennung und Linderung zu gehen“, so der Paderborner Oberhirte.  

„Uns ist Offenheit und Transparenz wichtig. Selbstverständlich arbeiten wir nicht erst seit der MHG-Studie mit den staatlichen Ermittlungsbehörden zusammen und stehen auch im Kontakt mit der Staatsanwaltschaft“, erklärte Generalvikar Hardt. Er sei dankbar, dass durch die Ernennung von zwei externen Missbrauchsbeauftragten die bereits seit 2010 getroffenen Maßnahmen sowie die umfangreiche Präventionsarbeit im Erzbistum Paderborn fortgeführt und weiter professionalisiert werde.  

Mit der Ernennung von Rechtsanwältin Gabriele Joepen und Rechtsanwalt Professor Dr. Martin Rehborn zu Missbrauchsbeauftragten für das Erzbistum Paderborn stehen weiterhin eine weibliche und ein männliche Ansprechperson für Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zur Verfügung.  

Im Erzbistum Paderborn gibt es für die Missbrauchsbeauftragten einen Arbeitsstab, in dem Experten aus dem Bereichen Theologie, Medizin, Psychologie und Recht mitarbeiten.  

Die Kontaktdaten zu den neuen Missbrauchsbeauftragten werden auf der Homepage des Erzbistums Paderborn veröffentlicht.