Als Boten Gottes Licht im Dunkeln sein

Kinder im Erzbischöflichen Kinderheim freuen sich über Besuch von Erzbischof Hans-Josef Becker und Generalvikar Alfons Hardt

Erzbischof Hans-Josef Becker besuchte auch in diesem Jahr in der Vorweihnachtszeit das Erzbischöfliche Kinderheim. Er feierte mit den Kindern und Mitarbeitern einen adventlichen Gottesdienst der Pfarrkirche St. Bonifatius.pdp/Thomas Throenle Paderborn, 13. Dezember 2018. Weihnachten ist das Fest, an dem Kinderaugen strahlen. Viele Kinder im Erzbischöflichen Kinderheim am Bonifatiusweg in Paderborn können jedoch das Geburtsfest Jesu nicht in ihren Familien daheim feiern. Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit besuchen Erzbischof Hans-Josef Becker und Generalvikar Alfons Hardt die jungen Bewohner des Kinderheims. Kurz vor dem dritten Advent feierten die Kinder und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Paderborner Erzbischof und seinem Generalvikar einen adventlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Bonifatius.      

V.l.n.r.: Generalvikar Alfons Hardt, Erzbischof Hans-Josef Becker, Diakon Alfons Neumann, Einrichtungsleiter Bernhard Aulbur und Pädagogischer Leiter Thomas Reelsen.pdp/Thomas Throenle „Auf dem Weg zum Licht der Krippe“ – so der Titel des diesjährigen Gottesdienstes. Kinder und Jugendliche aus den einzelnen Wohngruppen sowie Mitarbeiter des Kinderheims hatten ihn gemeinsam mit Diakon Alfons Neumann aus dem Pastoralverbund Paderborn Nord-Ost-West vorbereitet. „In der Bibel ist in den Abschnitten von Weihnachten ganz viel von Wegen die Rede. Und von Engeln. Engel weisen die Hirten auf dem richtigen Weg, sie stehen an der Krippe und helfen Josef, das Richtigen zu tun“, so Diakon Neumann in seiner Einführung. Diakon Neumann ist seit knapp einem Jahr Seelsorglicher Begleiter für das Kinderheim.  

Vom „Weg zum Licht der Krippe“ erzählt auch die Geschichte „Die vier Kerzen des Hirten Simon“, die einige Jungen und Mädchen aus den Wohngruppen des Kinderheims vortrugen und darstellten: Der Hirtenjunge Simon verschenkt auf seiner Suche nach seinem verlorenen Lamm Licht an Menschen und Geschöpfe, die bedürftig sind – und findet sein Lamm schließlich an der Krippe wieder, wo das Kind in der Krippe das letzte kleine Licht des jungen Hirten zum Strahlen bringt. Symbolisch wurde anschließend von jeder Wohngruppe an der Krippe der Bonifatiuskirche ein Licht entzündet, das anschließend in den Wohngruppen verteilt wird.  

Generalvikar Alfons Hardt half Erzbischof Hans-Josef Becker beim Verteilen von kleinen Filz-Engeln als Geschenk für die Kinder.pdp/Thomas Throenle Erzbischof Hans-Josef Becker bedankte sich in seiner Ansprache an die Kinder für die Einladung ins Kinderheim: „Es ist schön, einige von euch jedes Jahr wiederzusehen und andere neu kennenzulernen.“ Zur Zeit des Kaisers Augustus sei in Betlehem etwas passiert, was auch heute noch am Heiligen Abend in allen Kirchen und Sprachen der Welt verkündet werde, so Erzbischof Becker: „Ein Kind wurde geboren, ganz am Rande, wo eigentlich niemand so genau hinschaute. Und die Weihnachtsgeschichte berichtet uns von einem Engel, der als Bote Gottes den Hirten verkündet hat, dass ihnen der Retter geboren ist und den Frieden bringt.“ Engel hätten als Boten etwas auszurichten, erklärte der Paderborner Erzbischof. „Auch Menschen können Boten Gottes sein. Jeder von euch ist wichtig und kann ein Bote Gottes sein.“. Als Erinnerung an diese Botschaft schenkte Erzbischof Becker jedem der Kinder einen Schutzengel als Weg-Begleiter. Gefertigt wurden diese Filz-Engel von Bewohnern der Fazenda da Esperanza in Brandenburg – ein Haus, in dem ehemalige drogenabhängige Jugendliche leben.

Der Leiter des Erzbischöflichen Kinderheims, Bernhard Aulbur, hatte die Gäste, Kinder und Mitarbeiter in der Kapelle begrüßt: „Ich wünsche allen, die sich zu Weihnachten auf den Weg machen, liebe Menschen, die auf sie warten und bei denen sie sich zuhause können“, so der Leiter des Kinderheims. Nach dem Gottesdienst ging die Feier in stimmungsvoller Runde weiter: Erzbischof Becker und Generalvikar Hardt trafen sich mit den Kindern und Mitarbeitern in der Turnhalle des Kinderheims zum adventlichen Kaffee.      

Eine Musikgruppe sorgte beim Gottesdienst für adventliche Klänge.pdp/Thomas Throenle Hintergrund: Erzbischöfliches Kinderheim Paderborn  
Das Erzbischöfliche Kinderheim am Bonifatiusweg in Paderborn hat fünf Wohngruppen mit insgesamt 51 stationären Plätzen – den seit 2014 bestehenden Mutter-Kind-Bereich eingeschlossen – und drei Tagesgruppen mit insgesamt 24 teilstationären Plätzen für Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 17 Jahren. Diese werden von insgesamt 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut, von denen rund 50 im Pädagogischen Bereich als Erzieher, Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen tätig sind. Seit Januar 2014 bietet das Erzbischöfliche Kinderheim einen Mutter-Kind-Wohnbereich: Junge, zumeist minderjährige Mütter können hier Unterstützung und Begleitung erfahren und sich Schritt für Schritt im Umgang mit ihrem Kind verselbständigen. Insgesamt fünf Apartments und ein dazu gehörender Gemeinschaftsbereich stehen zur Verfügung. Hinzu kommen zwei Verselbständigungs-Apartements. Das Erzbischöfliche Kinderheim wird getragen von der „Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn gGmbH“.  

Seit rund zwei Jahren bereichert die Seelsorgliche Begleitung durch Diakon Alfons Neumann als neue Komponente das Leben im Erzbischöflichen Kinderheim. Dadurch ist es gelungen, die Themen Spiritualität und Glauben stärker im gemeinsamen Miteinander zu verankern und stärker erfahrbar werden zu lassen. Teil der Begleitung sind ganz unterschiedliche Aktionen wie zum Beispiel Führungen im Paderborner Dom oder die Beschäftigung mit biblischen Geschichten.