Eine Chance für die Seelsorge der Kirche

Daniela Bröckl neue Diözesanbeauftragte für die Gefängnisseelsorge im Erzbistum Paderborn

Prälat Thomas Dornseifer überreichte Daniela Bröckl bei der Ernennung zur Diözesanbeauftragten für Gefängnisseelsorge auch ein Zukunftsbild-Kreuz.pdp / Ronald PfaffPaderborn, 4. Dezember 2018. Daniela Bröckl ist die neue Diözesanbeauftragte für die Gefängnisseelsorge im Erzbistum Paderborn. Am Montag wurde die Diplom-Theologin offiziell in ihr neues Amt eingeführt. Eine Seelsorgerin, 15 Seelsorger und ein Trainee arbeiten momentan im Erzbistum Paderborn in der Gefängnisseelsorge.

Der Dienstwechsel hatte im Haus Maria Immaculata einen würdigen Rahmen gefunden. Nach 27-jähriger Tätigkeit als Gefängnisseelsorger – davon 23 Jahre in verantwortlicher Position – schied Dekan Monsignore Wilhelm-Friedrich Schulte als Diözesanbeauftragter für die Gefängnisseelsorge im Erzbistum Paderborn aus, und gab diese Aufgabe an Daniela Bröckl weiter. Im feierlichen Gottesdienst überreichte Prälat Thomas Dornseifer, Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste, die Beauftragung an die neue Diözesanbeauftragte, die sich in der kleinen Feier über große Resonanz freuen durfte.

Wegbegleiter, Leitung und Bedienstete der Justizvollzugsanstalten, Mitarbeiter des Pastoralen Dienstes, Gefängnisseelsorger beider Konfessionen  aus den 16 Anstalten im Erzbistum Paderborn sowie Prälat Thomas Dornseifer und Stephan Lange, Leiter der Gemeinde- und Erwachsenenpastoral im Erzbischöflichen Generalvikariat, gehörten zu den Gratulanten für Daniela Bröckl. „Ich freue mich sehr über die vielen Gäste, aber eigentlich fehlen die, für die wir da sind“, erinnerte Bröckl auch in dieser Feierstunde an die Inhaftierten im offenen und geschlossenen Vollzug. 16 Kerzen mit dem Zukunftsbildlogo des Erzbistums Paderborn zierten so symbolisch den Altar in der Kapelle im Haus Maria Immaculata. Kerzen, die stellvertretend für die 16 Justizvollzugsanstalten im Erzbistum Paderborn stehen.

Prälat Thomas Dornseifer griff in seiner Predigt aus dem Matthäus-Evangelium (8,5-13) den Satz des Hauptmanns von Kafarnaum auf „Ich bin es nicht wert, aber sprich nur ein Wort und mein Diener wird gesund.“ Trotz aller Sorge keime Hoffnung auf. „Der Blick lenkt auf Ihren Einsatz als Seelsorger in der Haftanstalten. Vielen denken dort wohl ähnlich und suchen nach Hoffnung. Sie als Seelsorger sind gesendet von Gott und gehen ein Stück auf dem Weg der Gefangenen mit, wo am Ende zumindest ein kleines Licht aufleuchtet. Doch zugleich verspüren sie auch oft die Grenzen ihrer Aufgabe“, so Prälat Dornseifer.

Es sei gut und wichtig, dass die Kirche genau an dieser Stelle – in den Haftanstalten – präsent sei. „Denn hier bekommt die Botschaft Jesu Christi ein Gesicht“, sieht Dornseifer einen wichtigen Teil des Auftrags erfüllt. Denn die Gefängnisseelsorger werfen einen Blick auf die, die Hilfe nötig brauchen. So sei die Justizvollzugsanstalt auch ein Pastoraler Ort. Für diesen Dienst wünschte Thomas Dornseifer der neuen Diözesanbeauftragten alles Gute und weiter die gezeigte Freude an diesem schweren Dienst. „Setzen Sie ihr Anliegen in der Hartnäckigkeit fort. Denn wir können als Kirche dort eine Menge Vertrauen aufbauen. Und das haben wir als Kirche nötiger denn jäh.“

Der langjährige Diözesanbeauftragte für Gefängnisseelsorge, Dekan Wilhelm-Friedrich Schulte, beglückwünschte seine Nachfolgerin Daniele Bröckl.pdp / Ronald PfaffZugleich dankte Prälat Dornseifer auch Vorgänger Wilhelm-Friedrich Schulte für sein jahrzehntelanges Engagement. Schulte sei immer nah an den Menschen gewesen, zugleich habe er sich für die Kollegen eingesetzt und diesen seelsorgerischen Dienst gut vernetzt. „Danke für die Geduld und auch oft gezeigte Hartnäckigkeit für die Sache.“

Zuspruch, Glückwünsche, Mut machende Worte und zugleich Bestätigung für „eine gute Entscheidung“ bestimmten die Reden der Gratulanten. Andreas Altehenger (Beirat der JVA-Seelsorger), Dekanin Uta Klose (Gefangenenseelsorge der evangelischen Kirche), Monika Krieg (Telefonseelsorge), Stephan Lange (Pastoral) sowie Günter Berkenbrink (Diözesanbeauftragter des Erzbistums Köln für Gefangenenseelsorge). Berkenbrink hob die Vorreiterstelle des Erzbistums Paderborn bei der Aufwertung der Gefängnisseelsorge hervor.

Sichtlich erfreut war Daniela Bröckl über so viel Zustimmung. Dieses Hoffen und Vertrauen wolle sie mit in ihre Aufgabe nehmen, ebenso die Zusammenarbeit in der Ökumene. „Gefängnisseelsorge muss ein wichtiger Aspekt der Seelsorge bleiben, ja sogar noch verstärkt werden. Hier ist Kirche ganz nah an den Menschen. So viel Vertrauen wie bei Gefangenen gibt es selten. Und das darf nicht enttäuscht werden. Es geht um Menschen, die nur scheinbar am Rand der Gesellschaft sind. Scheinbar – weil Gefängnisse immer mehr in der Mitte sind.“