Den Dom als Kulturerbe erhalten und als lebendiges Gotteshaus entfalten

Metropolitankapitel legt Finanzbericht vor / 2,4 Millionen Euro für Sanierung und Instandhaltung

Präsentierten den Finanzbericht 2017 des Metropolitankapitels (v.r.): Dompropst Monsignore Joachim Göbel und Ulrich Brabetz aus der Hauptabteilung Finanzen im Erzbischöflichen Generalvikariat.Foto: pdp/Maria Aßhauer Paderborn, 20. November 2018. Das Paderborner Metropolitankapitel präsentiert erstmals seine Finanzen: Der mit dem Finanzbericht 2017 vorgelegte Jahresabschluss stellt das Vermögen sowie Erträge und Aufwendungen des Metropolitankapitels detailliert dar. Er entspricht den Vorgaben des Handelsgesetzbuches und wurde von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer testiert. Nach dem Erzbistum Paderborn geht damit eine weitere zentrale kirchliche Einrichtung der Erzdiözese den Weg der Transparenz. Dompropst Monsignore Joachim Göbel und Ulrich Brabetz von der Hauptabteilung Finanzen des Erzbischöflichen Generalvikariats erläuterten den Finanzbericht in einem Pressegespräch.      

Das Metropolitankapitel zu Paderborn ist eine eigenständige Körperschaft, deren Geschichte bis zur Zeit Karls des Großen zurückreicht. Neben der Wahl des Erzbischofs von Paderborn trage das Metropolitankapitel die Verantwortung für die Feier der Liturgie im Hohen Dom zu Paderborn und für die Erhaltung der Hohen Domkirche, erläuterte Dompropst Monsignore Göbel. Neben zahlreichen Engagierten wie Messdienern, Lektoren und Kommunionhelfern oder Küstern tragen auch die hauptamtlichen Kirchenmusiker und die vier Chöre der Dommusik wesentlich dazu bei, den Paderborner Dom als lebendiges Gotteshaus zu bewahren und zu entfalten.

„Der Auftrag zur Feier des Glaubens und die Verpflichtungen gegenüber dem Baudenkmal als kulturellem Erbe sind die Hauptpfeiler unserer Arbeit“, sagte Dompropst Msgr. Joachim Göbel, der als Dompropst dem 14-köpfigen Priesterkollegium der Domkapitulare vorsteht, die das Metropolitankapitel bilden. „Die spirituelle und kulturelle Arbeit im Dom und insbesondere der Erhalt des mittelalterlichen Baudenkmals sind angesichts begrenzter finanzieller Mittel eine stetige Herausforderung“, so Dompropst Msgr. Göbel.  

Der Jahresabschluss 2017 des Paderborner Metropolitankapitels weist eine Bilanzsumme in Höhe von 20,4 Millionen Euro aus. Fast ein Drittel der Vermögenswerte bilden Sachanlagen, im Wesentlichen Immobilien. Darin ist der Paderborn Dom ebenso wie die Kaiserpfalz mit einem Erinnerungswert von jeweils einem Euro bewertet. Die denkmalgeschützten Gebäude sind unveräußerlich und verursachen laufend hohe Kosten.  

Informierten in einem Gespräch mit Medienvertretern über den Finanzbericht des Metropolitankapitels (v.l.): Ulrich Brabetz, Dompropst Monsignore Joachim Göbel und Thomas Throenle (stellvertretender Pressesprecher)Foto: pdp/Maria Aßhauer Die Aufwendungen beliefen sich im Berichtsjahr 2017 auf insgesamt rund 6,2 Millionen Euro. Mehr als ein Drittel davon entfielen auf Instandhaltungs-Aufwendungen. 2,4 Millionen Euro gab das Metropolitankapitel im Jahr 2017 unter anderem für die Modernisierung der Domorgel, die Sanierung der Domfassade und die Sanierung der Kaiserpfalz aus. Für die Renovierung des Domturms und die weitere Sanierung der Kaiserpfalz stehen auch im laufenden Jahr hohe Aufwendungen an. Insgesamt erzielte das Metropolitankapitel im Jahr 2017 Erträge in Höhe von rund 5,6 Millionen Euro. Den größten Teil machten Zuweisungen und Zuschüsse des Erzbistums Paderborn aus. Für Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen, für Personalkosten und für den laufenden Etat trug das Erzbistum rund 4,8 Millionen Euro bei.  

Das Metropolitankapitel schließt das Wirtschaftsjahr 2017 vor allem wegen der sehr hohen Instandhaltungs-Aufwendungen mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 547.000 Euro ab.   „Das Metropolitankapitel verfügt insgesamt über eine stabile Finanzsituation. Allerdings werden uns die kontinuierlichen Instandsetzungsmaßnahmen bei stetig steigenden Baukosten auch künftig vor große Herausforderungen stellen“, sagte Dompropst Monsignore Göbel. „Wir wollen weiter unseren Auftrag erfüllen, damit der Paderborner Dom ein lebendiger ‚Glaubens-Raum‘ und ein kulturelles Zentrum der Stadt und des Erzbistums Paderborn bleibt.“  

Auf der Homepage des Hohen Domes zu Paderborn gibt es den vollständigen Finanzbericht 2017 des Metropolitankapitels als Download.