Lebendige Kirche unterstützt Lebensmut

Weihbischof Matthias König bereiste mit Gruppe aus dem Erzbistum Paderborn Uganda

Weihbischof Matthias König mit Seminaristen des Priesterseminars Kinyamasika - Fort Portal vor der neuen Kirche.privat Paderborn, 14. November 2018. „Brücken bauen – Brücken gehen“ - unter diesem Motto hätte die Reise stehen können, die Weihbischof Matthias König und eine Gruppe von elf Frauen und Männern aus dem Erzbistum in das ostafrikanische Land Uganda führte. Ziel der Reise war es, Partner zu besuchen, die mit dem Erzbistum Paderborn in Kontakt stehen, immer wieder Gast in der Diözese Paderborn sind und sogar als Urlaubsvertreter regelmäßig in Gemeinden mitarbeiten. Außerdem wurden Projekte besucht, die aus weltkirchlichen Mitteln durch die Erzdiözese gefördert wurden.

Unter den Reisenden, die sich zum ersten Mal nach Afrika wagten, waren auch Anneliese Lengeling, Leiterin der Aktion „Ein Messgewand für die Weltmission“, und Mechthild Kaesberg, die ebenfalls bei der Aktion mitarbeitet. Ferner gehörten einige junge Leute zur Gruppe, die erstmals vor Ort waren, sowie Josef Mündelein, Dekanatsreferent des Dekanates Hochsauerland-West, der nun zum achten Mal Uganda besuchte.

Eine erste Station war das Erzbistum Mbarara im Südosten des Landes. Erzbischof Paul Bakyenga und Weihbischof Lambert Bainomugisha waren schon Gäste beim Liborifest. Weltkirchliche Fördermittel haben dort der St. Paul´s Vocational School - einer großen Berufsschule für über tausend junge Menschen - geholfen, eine Unterkunft für die Internatsschüler zu errichten – ein sogenanntes Domitory. Auch für die Schulkapelle wurde mit Mitteln des Erzbistums erweitert. Gebet und Gottesdienste gehören dort zum Schulalltag. Bis vor etwas über einem Jahr wirkte dort der aus Erwitte stammende Pater Johannes Tappeser als Schulkaplan.   Auch im St. Francis Family Helper Center (Beratungsdienste, Therapieangebote und Gesundheitshilfe für Familien und Kinder) konnte sich die Gruppe überzeugen, dass die finanziellen Hilfen gut angelegt wurden.

Uganda hat vier „Major Seminaries“ - vier Priesterseminare, aufgeteilt in je zwei für die philosophischen und die theologischen Semester. Aufgrund der starken Nachfrage überlegen die ugandischen Bischöfe ein fünftes Seminar einzurichten. So viele Berufungen es in diesem Lande mit seinen über 20 Millionen Katholiken (über 40% der Gesamtbevölkerung) gibt, so knapp ist das Geld. „Ohne die Hilfe von Missionswerken und Spenden aus dem Ausland würde manche Priesterberufung nicht gefördert werden können“, stellt Weihbischof Matthias König fest.

Im St. Paul´s Seminary Kinyamasika in Fort Portal (Kabarole) lernen jetzt 218 Seminaristen in der zweiten Studienphase. Das Erzbistum Paderborn hat verschiedene Erweiterungen der Unterkünfte für die Seminaristen gefördert, sowie einen Beitrag zu der neuen großen Seminarkirche geleistet, die vor zwei Jahren geweiht werden konnte. Die alte Kapellewird  wird zu weiteren Seminaristenzimmern umgebaut.

Im Norden Ugandas liegt Gulu. Im Priesterseminar Alokolum studieren die philosophischen Semester. Der Rektor, Dr. Cosmas Alule, kommt seit über 20 Jahren jeden Sommer nach Garbeck (Pastoraler Raum Balve), um dort Urlaubsvertretung zu machen. Die dortige Kolpingfamilie hat dem Seminar unter anderem durch den Aufbau einer Bäckerei mit den nötigen Maschinen aus dem Sauerland geholfen. Das Brot von dort hilft, dem Priesterseminar Unterhalt zu sichern. Gulu war bis vor etwa. 18 Jahren ein Brennpunkt von Bürgerkrieg und Terror. Die Menschen haben dort alle Schrecken durchlebt.  Auf dem Gelände des Priesterseminars haben zeitweise über 10.000 Menschen Zuflucht gesucht. Missio und Misereor unterstützen solche Therapie- und Rehabilitationsprojekte. Die Kirche habe eine große Vermittlerrolle im Bemühen um Frieden gespielt, berichtet der Erzbischof von Gulu, John Baptist Odama.

Eine neugefertigte Stola im Priesterseminar in Ggaba bei Kampala mit Pater Ferdinand Tillmann mit Anneliese Lengeling und Mechtild Kaesberg von der Aktion \"Ein Messgewand für die Weltmission\".privat In Ggaba am Viktoriasee, unmittelbar im Einzugsgebiet der Hauptstadt Kampala, freute sich Pater Ferdinand Tillmann über den Besuch aus der Heimat. Er stammt aus dem Sauerland und wuchs in Finnentrop auf. Trotz seiner mittlerweile 80 Jahre unterrichtet er dort immer noch Theologie. Gerade Anneliese Engeling und Mechtild Kaesberg waren zutiefst erfreut, in der Seminarkirche viele Stolen und Gewänder aus der Werkstatt der Messgewänder für die Weltmission zu sehen.

Im Bistum Hoima, im Westen Ugandas, wurden die Besucher mit großer Herzlichkeit von Bischof Vincent Kirabo willkommen geheißen, der 2017 zu Gast beim Liborifest war. Im Bistum Hoima hat das Erzbistum Paderborn manche Projekte gefördert. So galt ein Besuch der ehemaligen Pfarrei von Father Isingoma R. Peter, Rwemisanga. Father Peter kam 1986 zum ersten Mal ins Erzbistum, um in Neheim Urlaubsvertretung zu machen. Lange Jahre war er Präses des Kolpingwerkes in Uganda. Das „Libori Hotel“ in Rwemisanga war Ort der Begegnung mit dem neuen Pfarrer und seinen Katechisten, es soll aber später einmal als „Restaurant“ an der Hauptstraße Menschen zur Einkehr führen, um durch die Bewirtung der Gemeinde eine verlässliche Einkommensquelle zu erschließen. Finanziell wurde dieses Projekt vom Erzbistum Paderborn gefördert.

In der St. Jude´s School neben der Kathedrale von Luweero, nördlich von Kampala, die seit Jahren von Josef Mündelein und einer Reihe von Wohltätern unterstützt wird, konnte die Gruppe erleben, wie auf engstem Raum Kinder und Jugendliche in Uganda lernen. Manche Klasse hatte 70 und mehr Schüler, die sich teilweise zu fünft in eine Bank für zwei Kinder drängten. „Überall schauten uns fröhliche Gesichter an, obwohl manche der Kinder als Flüchtlinge aus dem Süd Sudan oder dem Kongo traumatische Erlebnisse hinter sich haben und auch jetzt mit Hunger und Armut kämpfen“, berichte Weihbischof Matthias König.

Überall gaben die Menschen den Besuchern Grüße in die deutsche Heimat mit und den Dank für die weltkirchliche Solidarität, die dort den Menschen hilft, den Lebensmut aufrecht zu erhalten. Die Paderborner Gruppe kehrte mit vielen Eindrücken von einem wunderschönen Land und einer jungen, lebendigen Kirche in die Heimat zurück.