Sakrale Kunst in Rietberg

Große Ausstellung zum Klosterjubiläum des Franziskanerklosters Rietberg

Baumreliquiar, Reliquienmonstranz, wohl 1743, WienAnsgar Hoffmann, Erzbischöfliches Diözesanmuseum PaderbornPaderborn / Rietberg, 9. November 2018. Aus Anlass des Jubiläums „400 Jahre Gründung des Franziskanerklosters Rietberg 1618-2018“ zeigt das Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch - vom 20. November 2018 bis zum 13. Januar 2019 die Ausstellung „Sakrale Kunst in Rietberg. Zeichen und Bildwerke christlicher Frömmigkeit aus mehreren Jahrhunderten.“ Die versammelten Objekte ermöglichen einen anschaulichen Überblick über die Vielfalt und den Reichtum künstlerischen Schaffens im Dienste christlicher Frömmigkeit in der ehemaligen Grafschaft Rietberg. Ein besonderes Augenmerk richtet die Ausstellung auf die Leistungen einer für die ostwestfälische Region und ihre Gläubigen geschaffenen Kunst, die den jeweiligen Zeitgeist und seine religiöse Anschauung widerspiegelt.      

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die für die Kirchen des Rietberger Landes geschaffene Kunst immer vielfältiger und reicher. Barocke Messgewänder, malerische Bildwerke, liturgische Gefäße und feingearbeitete Skulpturen wurden für die Ausstellung zusammengetragen. Darunter befinden sich einzigartige Kostbarkeiten, filigrane Werke der Goldschmiedekunst, wie etwa das sogenannte Rietberger Baumreliquiar, eine Reliquienmonstranz, die wohl 1743 in Wien geschaffen worden ist. Dieses sonst im Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn ausgestellte Kleinod wurde von Gräfin Maria Ernestine Franziska von Kaunitz-Rietberg (1687-1758) für die Pfarrei St. Johannes Baptist Rietberg gestiftet.      

Ebenso wird für die Ausstellung kurzzeitig das sogenannte „Muttergotteshäuschen“ (Bielefelder Meister, um 1660) nach Rietberg zurückkehren, das Gräfin Anna Catharina von Salm-Reifferscheidt († 1691) für eine Marienstatuette aus dem 16. Jahrhundert anfertigen ließ. Weiterhin werden Beispiele der „eigentlichen Schätze“ der Kirche präsentiert. Gemeint sind Reliquien in ihren kostbaren Gefäßen. Diese Überreste von Heiligen stellten einst den „wahren Reichtum“ einer Kirche dar. Neben historischen Büchern und Handschriften, die einen Bezug zur Rietberger Kloster- und Pfarreiengeschichte aufweisen, werden auch Zeugnisse der Nepomuk-Verehrung der Grafschaft Rietberg sowie Gemälde von Pater Walther Tecklenborg gezeigt.      

Madonna mit Kind im Schreingehäuse, 16. Jh. u. 17. Jh.Ansgar Hoffmann, Erzbischöfliches Diözesanmuseum PaderbornDie Ausstellung wurde vorbereitet in Zusammenarbeit mit dem Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn, der Katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist Rietberg, der Katholischen Kirchengemeinde St. Anna in Verl und dem Heimatverein Rietberg. Sie ist zu sehen von Dienstag bis Sonntag von 14.30 Uhr bis 18 Uhr und bietet ein Begleitprogramm mit Veranstaltungen und Führungen. Weitere Informationen unter www.museum.rietberg.de.      

Zur Eröffnung der Ausstellung am Montag, 19. November, um 19 Uhr im Kunsthaus Rietberg, Emsstraße 10, sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Den Einführungsvortrag zur Ausstellung hält der Direktor des Erzbischöflichen Diözesanmuseums Paderborn, Professor Dr. Christoph Stiegemann.