Ein „Sauerländer Mädchen“, tief mit der Sendung der Kirche verwurzelt

Vor fünf Jahren wurde Mutter Maria Theresia Bonzel OSF im Hohen Dom zu Paderborn selig gesprochen

Mutter Maria Theresia Bonzel OSF wurde heute vor fünf Jahren, am 10. November 2013, im Hohen Dom zu Paderborn seliggesprochen.pdp/Thomas Throenle Paderborn, 10. November 2018. Ein ganz und gar nicht alltäglicher Anlass war heute vor fünf Jahren der Grund, dass im Hohen Dom zu Paderborn ein Bildnis von Mutter Maria Theresia Bonzel OSF enthüllt wurde: Die Gründerin und langjährige Generaloberin der „Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung in Olpe“ wurde am 10. November 2013 selig gesprochen. Ihre Beatifikation – aus dem Lateinischen „beatus facere“ für „selig machen“ – war ein historisches Ereignis im Erzbistum Paderborn. Heute hat die Verehrung der „jüngsten“ Seligen des Erzbistums ihren festen Platz – von ihrem Heimat- und Wirkungsort Olpe bis in den Hohen Dom zu Paderborn.      

Der Seligsprechungsprozess für Mutter Maria Theresia Bonzel wurde 1961 durch den damaligen Paderborner Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger eröffnet. Nach über 50 Jahren fand er 2013 im Hohen Dom mit der Seligsprechung der Ordensgründerin durch den Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse im Vatikan, Angelo Kardinal Amato SDB, seinen feierlichen Abschluss. Für das Erzbistum Paderborn, vor allem aber für die Olper Franziskanerinnen war die Seligsprechung ihrer Gründerin ein besonderes Geschenk – konnten sie doch 2013 ihr 150-jähriges Ordensjubiläum feiern. Rund 180 Schwestern aus Deutschland, den Ordensprovinzen in den USA, in Brasilien und von den Philippinen sowie zahlreiche Gläubige aus Olpe und Umgebung waren nach Paderborn angereist, um bei dem Großereignis dabei zu sein.  

Die Feierlichkeiten der Seligsprechung dauerten drei Tage: Am 9. November stimmte eine Vigil als „Nachtwache“ in der Universitäts- und Marktkirche Paderborn auf die Seligsprechung ein. Beim festlichen Pontifikalamt zur Seligsprechung am 10. November im Hohen Dom sagte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt, Mutter Maria Theresia Bonzel habe die „unaufgebbare Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe exemplarisch in ihrem Leben umgesetzt“. Am 11. November wurden die Gebeine der neuen Seligen vom Mutterhaus der Olper Franziskanerinnen in die Pfarrkirche St. Martinus zu Olpe überführt und dort in der neuen Sakramentskapelle beigesetzt. Kardinal Paul Josef Cordes, der aus dem Kreis Olpe stammt, feierte aus diesem Anlass gemeinsam mit Erzbischof Hans-Josef Becker eine Dankmesse in Olpe: „Die tiefe Verwurzelung eines ‚Sauerländer Mädchens‘ mit der Sendung der Kirche erhält hier an diesem Ort nun einen besonderen Platz des Gedenkens“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker.  

Die Vorfreude auf die Seligsprechung wurde durch eine eigene Homepage begleitet. Unter www.maria-theresia-bonzel.de gibt es auch heute noch Informationen zu Mutter Maria Theresia, ihrem Leben und Wirken und zum Akt der Seligsprechung.  

Knapp ein Jahr nach der Seligsprechung in Paderborn kam Mutter Maria Theresia Bonzel dann dauerhaft in den Paderborner Dom: In der Konrad-Martin-Kapelle des Doms können seit 2014 Reliquien der Seligen Mutter Maria Theresia Bonzel OSF in einem Wandreliquiar verehrt werden.      

Hintergrund: Mutter Maria Theresia Bonzel OSF  
Mutter Maria Theresia Bonzel wurde am 17. September 1830 in Olpe geboren. Ihre seit frühester Kindheit empfundene Verbundenheit mit Gott kommt in ihrem lebenslangen Leitsatz „Er (Gott) führt, ich gehe“ zum Ausdruck. 1859 gründete sie mit einigen jungen Frauen in Olpe eine klösterliche Gemeinschaft, die sich insbesondere der Ewigen Anbetung und der Fürsorge für Waisenkinder widmete. Die Schwestern in Olpe wurden am 20. Juli 1863 eine selbstständige Genossenschaft. Mutter Maria Theresia Bonzel blieb bis zu ihrem Tod Generaloberin der „Armen Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung“ in Olpe. Große Weitsicht bewies sie, als sie 1902 als eine der ersten Frauen eine GmbH gründete, um die Tätigkeit ihres Ordens abzusichern: die „Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen“ (GFO). Heute ist der Orden zweimal in den USA vertreten (in Indiana und in Colorado) sowie auf den Philippinen und in Brasilien. Am 18. September 1961 wurde der Seligsprechungsprozess für Mutter Maria Theresia Bonzel durch den Paderborner Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger eröffnet. Am 27. März 2013 unterzeichnete Papst Franziskus das offizielle Dekret zur Seligsprechung von Mutter Maria Theresia Bonzel.