Priestersein und Priesterwerden heute

„Forum Berufungspastoral“ in Schwerte

Pastor Andreas Rohde (links) begrüßte die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim „Forum Berufungspastoral“ in der Katholischen Akademie Schwerte.pdpPaderborn / Schwerte, 3. November 2018. „Errichtet mir ein Heiligtum, damit ich in ihrer Mitte wohne“ (Ex 25,8). Dieser und weitere Texte aus dem Buch Exodus des Alten Testaments bildeten am Samstag den biblischen Zugang beim diesjährigen „Forum Berufungspastoral“ in der Katholischen Akademie Schwerte. Gemeinsam hatten die Diözesanstelle Berufungspastoral und die Priesterfortbildung im Erzbistum Paderborn einen Tag vorbereitet in dessen Zentrum das Priestersein und Priesterwerden vor dem Hintergrund pastoraler Veränderungsprozesse und moderner Lebenswelten stand.

Das Interesse war groß und Pastor Dr. Andreas Rohde konnte zu Beginn 140 Priester, Priesteramtskandidaten, Seminaristen, Diakone sowie Gemeindereferentinnen und  -referenten begrüßen. Es ging um Rolle, Identität und Selbstverständnis der Priester als „Männer des Glaubens und Diener der Freude“, so der Titel des Tages.

Einzeln und in Gruppen setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit vier biblischen Impulsen zur Rolle und Funktion des Priesters auseinander.pdpAusgehend von Texten im Buch Exodus stellte Prof. Dr. Christiane Koch von der Katholischen Hochschule in Paderborn vier Inspirationen für das Priestersein in  biblischen Impulsen vor: „Beteiligung des Volkes“, „Spezielle Rolle und Funktion des Priesters“, „Das (verborgene) Heiligtum“ und „Wirksamkeit“.

In der Situation des Volkes Israel im 6. und 5. Jahrhundert vor Christus sieht Prof. Dr. Koch auch Parallelen zum Heute. „Unter dem Eindruck des zerstörten Tempels stellt sich die Frage nach der Wiedererrichtung des Heiligtums“, erläuterte sie. Im multireligiösen Vielvölkerstaat der Perserzeit habe sich für Israel erstmals die Frage nach Zugehörigkeit und religiöser Identität gestellt. Und auch die Gemeinde habe sich unter den Bedingungen einer säkularen Gesellschaft neu erfinden müssen. Vor diesem Hintergrund setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Arbeitsphase einzeln und in Gruppen mit den vier Inspirationen auseinander. Die Fragen dabei lauteten unter anderem: „Was tust du von Herzen?“, „Wie finden Menschen heute Zugang zu Gott?“, „Was geht heute vom Heiligtum aus?“ oder „Was heißt Sabbat in der Pastoral?“.

Podiumsgespräch beim „Forum Berufungspastoral“ (v.l.): Propst Dietmar Röttger (Soest), Dr. Michael Menke-Peitzmeyer (Regens des Priesterseminars), Theresia Brüggemann (Gemeindereferentin i.R.), Jutta Loke (Moderation), Martin Schwentker (Priesteramtskandidat) und Domvikar Monsignore Dr. Michael Bredeck (Zentralabteilung „Entwicklung“ im Erzbischöflichen Generalvikariat).pdpDie Stichworte und Resultate der Arbeit am Vormittag waren im Anschluss Themen auf einem Podium mit Domvikar Monsignore Dr. Michael Bredeck (Zentralabteilung „Entwicklung“ im Erzbischöflichen Generalvikariat), Propst Dietmar Röttger (Soest), Theresia Brüggemann (Gemeindereferentin i.R.), Dr. Michael Menke-Peitzmeyer (Regens des Priesterseminars) und Martin Schwentker (Priesteramtskandidat).  Unter der Moderation von Jutta Loke ging es dabei unter anderem um die Schwierigkeit, die priesterlichen Aufgaben bei einer weiter rückläufigen Zahl von Priestern wahrzunehmen. Hinzu komme, dass sich Priester heute nicht mehr auf das rein Repräsentative und Funktionale der Aufgabe beschränken könnten, sondern auch eine bestimmte Professionalität und Qualität leisten müssten. Die Diskussion dieser Situation dürfe jedoch nicht dazu führen, dass der priesterliche Dienst an sich in Frage gestellt werde. „Katholische Kirche ohne Weihepriestertum funktioniert nicht“, stellte Monsignore Dr. Michael Bredeck klar.

Erzbischof Hans-Josef Becker zeigte sich in einem Interview zum Abschluss des Tages „dankbar für die Gespräche und Inspirationen“. Priester seien „Mitarbeiter eurer Freude“, wandelte er das Motto des Tages ab.

Stabwechsel im Team der Diözesanstelle Berufungspastoral (v.l.): Pastor Matthias Klauke, Ann-Kristin Idzik, Schwester Dr. M. Alexandra Völzke FCJM, Erzbischof Hans-Josef Becker, Pastor Andreas Rohde, Schwester M. Gabriele Lüdenbach FCJM, Vikar Stefan Kendzorra und Johannes Schäfers.pdpZum Schluss dankte Erzbischof Becker ganz besonders Pastor Andreas Rohde und Schwester M. Gabriele Lüdenbach, die damit offiziell aus dem Team der Diözesanstelle Berufungspastoral verabschiedet wurden und sich künftig neuen Aufgaben widmen. Als Nachfolger von Pastor Andreas Rohde in der Funktion des Leiters der Diözesanstelle wurde Vikar Stefan Kendzorra begrüßt.