Den Glauben wirksam machen

Erzbistum Paderborn veröffentlicht Finanzbericht: Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau fließt in Kirchengemeinden und Caritas / Einstieg in Nachhaltigkeitsberichterstattung

Präsentierten den Finanzbericht 2017 des Erzbistums Paderborn: Generalvikar Alfons Hardt (r.) und Diözesanökonom Dirk Wummel.pdp/Lena Reiher Paderborn, 10. Oktober 2018. Es gehört zum Wesenskern der Kirche, sich im Bereich des Sozialen zu engagieren. In seinem Finanzbericht für das Jahr 2017 stellt das Erzbistum Paderborn Formen und Wege der Seelsorge vor, mit denen Menschen in besonderen Lebenssituationen Wertschätzung und Begleitung erfahren und durch die der Glaube spürbar „wirksam“ wird. Mehr als 30 Millionen Euro aus Kirchensteuermitteln wendet das Erzbistum jährlich dafür auf. Dazu gehört die Seelsorge in Krankenhäusern und Einrichtungen der stationären Hilfe, im Gefängnis, an Bahnhöfen, in der Notfall- und Telefonseelsorge sowie für Arme, Wohnungslose, Drogenabhängige und Suchtgefährdete. Generalvikar Alfons Hardt und Diözesanökonom Dirk Wummel stellten den Finanzbericht des Erzbistums Paderborn heute vor.    

„Unsere Gesellschaft hat sich zunehmend daran gewöhnt, die konkrete Hilfe für Menschen in besonderen Lebenssituationen an Institutionen zu delegieren. Aber das entlässt uns nicht aus der Verantwortung, diesen Menschen Teilhabe und Gemeinschaft zu ermöglichen“, sagte Generalvikar Alfons Hardt im Pressegespräch. „Diese Herausforderung wird in Zukunft noch wachsen. Ebenso wird sich die Arbeit in den Kirchengemeinden verändern.“  

Um diesen sich verändernden Anforderungen auch künftig gerecht zu werden, verfolgt das Erzbistum Paderborn eine langfristig angelegte, vorsichtige Finanzpolitik. So gilt es, einerseits die laufenden Aktivitäten in den verschiedenen Bereichen kirchlichen Lebens zu finanzieren und gleichzeitig Vorsorge zu treffen, um die langfristigen Verpflichtungen erfüllen zu können.  

In einer Pressekonferenz wurde der Finanzbericht vorgestellt (v.l.): Diözesanökonom Dirk Wummel, Generalvikar Hardt, stellvertretender Pressesprecher Thomas Throenle.pdp/Lena Reiher Der Jahresabschluss 2017 des Erzbistums Paderborn zeigt, dass dies angesichts der guten Konjunktur in Deutschland und den damit verbundenen steigenden Kirchensteuererträgen gut gelingt. Bei Aufwendungen von rund 500 Millionen Euro schloss das Jahr mit einem Bilanzgewinn von 15 Millionen Euro. Dieser Bilanzgewinn wird vollständig an die Kirchengemeinden und die Caritas im Erzbistum weitergegeben.  

Mit annähernd der Hälfte seiner Aufwendungen hat das Erzbistum Paderborn 2017 die Kirchengemeinden und Verbände unterstützt. Rund 18 Prozent der Aufwendungen flossen in Soziales und in die kategoriale Seelsorge. Der gleiche Anteil wurde für Bildungsaufgaben, insbesondere Schulen und Kindertagesstätten, aufgewendet. Jeden Tag gibt das Erzbistum Paderborn mehr als eine Million Euro für kirchliche Aufgaben aus. Die Aufwendungen für Personalkosten, die 2017 um 2,6 Prozent stiegen, werden langfristig ebenso zunehmen wie die Bau- und Instandhaltungskosten.  

Die Erträge stiegen insgesamt nur um 0,7 Prozent. Während die Kirchensteuererträge um 4,7 Prozent zunahmen, sanken die Kapitalerträge um fast 7 Millionen Euro. Zudem entfielen Erträge aus Sondereffekten im Vorjahr.  

Rede und Antwort vor der Kamera: Dirk Wummel im Interview.pdp/Lena Reiher Die Zahl der Kirchenmitglieder sank 2017 um 1,4 Prozent auf rund 1,5 Millionen Katholiken. Während sich die Zahl der Taufen, Sterbefälle und Austritte nur unwesentlich veränderte, war 2017 ein negativer Saldo in Bezug auf Weg- und Zuzüge zu verzeichnen.  

Erstmals enthält der Finanzbericht des Erzbistums Paderborn ein Kapitel zum Thema Nachhaltigkeit. Das Erzbistum hatte dazu in einer Studie die wesentlichen Felder nachhaltigen Handelns in der Erzdiözese definiert. Dies sind die Bereiche Personal, Soziales, Umwelt, Prävention und Kapitalanlage. Beginnend mit dem Thema Personalarbeit wird das Erzbistum Paderborn in seinen künftigen Finanzberichten über weitere Teilbereiche berichten.  

Der Jahresabschluss des Erzbistums Paderborn als Körperschaft des öffentlichen Rechts folgt den Regeln des Handelsgesetzbuches und trägt auch in diesem Jahr den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers.

Hinweis:  
Den vollständigen Finanzbericht 2017 gibt es als Online-Version unter finanzbericht2017.erzbistum-paderborn.de. Dort ist auch der Download einer pdf-Version möglich.        

 

Eckdaten Jahresabschluss 2017

 

 

2017

Mio. Euro

2016

Mio. Euro

Bilanzsumme

4.391

4.282

Immobilien

284

267

Finanzanlagen

3.959

3.893

Eigenkapital

3.663

3.595

            davon Bistumskapital

781

781

            davon zweckgebundene Rücklagen

2.853

2.788

Eigenkapitalquote

83,4 %

84,0 %

 

 

 

Erträge

526

516

            davon Kirchensteuer

410

391

Aufwendungen

486

469

            davon Weitergabe als Zuweisungen

226

222

            davon Personalaufwand

184

179

Bilanzgewinn

15

12

 

 

 

Mitgliederzahl zum 31.12.

1.517.370

1.538.204

Kirchensteuererträge pro Katholik (in Euro)

268

254

 

 

 

Aufteilung der Kirchensteuern und Kapitalerträge auf die Aufgabenbereiche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisrechnung (Werte in Mio. Euro)