Abschlusskonzert ein „Fest der Klänge“

Kirchenmusikalische Festwoche im Hohen Dom: Festkonzert „Missa in d“ und „Eurovisions-Hymne“

Am Donnerstagabend fand die Generalprobe im Hohen Dom zu Paderborn statt.pdp / Ronald Pfaff Paderborn, 27. September 2018. Zum Abschluss der Kirchenmusikalischen Festwoche anlässlich des Dom-Jubiläums findet am kommenden Freitag, 28. September, um 19.30 Uhr das Festkonzert im Hohen Dom statt. Unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning werden Solisten, die Domkantorei, der Paderborner Domchor und das Barockorchester Concerto con anima das Werk von Johann Adolph Hasse „Missa in d“ aufführen.

 Das Festkonzert beschließt die Kirchenmusikalische Festwoche im Hohen Dom zu Paderborn. Die „Missa in d“ wurde zur Einweihung der Dresdner Hofkirche im Jahr 1751 komponiert. Daher lag es nah, das Domjubiläum mit dieser Festmusik zu begehen. Die Komposition erinnert in manchen Details an die große H-Moll-Messe von Johann-Sebastian Bach. Die „Weihemusik“ lässt die Zuhörer etwas Neues entdecken. Zugleich wird das „Te Deum“ von Marc Antoine Charpentier aufmerksamen machen: Das Werk ist als „Eurovisions-Hymne“ bekannt. „Die Zuhörer dürfen sich auf eine stilgerechte Interpretation der Eurovisionshymne freuen, die das Prélude zu Charpentiers Te Deum ist - und lernen vielleicht, dass dieses Stück dann noch zwanzig Minuten weiter geht“, sagt Domkapellmeister Thomas Berning.

Komponist Johann Adolf Hasse ist nicht so populär, aber zu seinerzeit gehörte er zu den Großen des Fachs. Während sich ein Johann Sebastian Bach im harten Alltag des Leipziger Schul- und Kirchendaseins abmühte, reisten Hasse und Händel durch Europa und feierten glanzvolle Opernerfolge. Noch dazu heiratete Hasse die „Anna Netrebko“ der damaligen Tage, die italienische Primadonna Faustina Bordoni. Das brachte ihm einen echten Glamour-Faktor ein, der dem nach Ruhm strebenden König August (der Starke) am Dresdner Hof gerade recht kam. Er stellte Hasse als Hofkapellmeister ein und hatte damit eine guten  Fang gemacht. Seine Musik ist von barocker Farbenpracht. Glanzvolle Passagen finden sich auch in der Messe. Daneben aber auch innige Arien und sehr emotionale Chorstellen.

Neben den Chören und dem Barockorchester treten als Solisten auf: Ina Siedlaczek (Sopran), Anna Magdalena Rauer (Sopran), Genevieve Tschumi (Alt), Hans Jörg Mammel (Tenor) und Sebastian Noack (Bass).

Die junge deutsch-tschechische Sopranistin Anna Magdalena Rauer nahm schon früh Ballett- und Geigenstunden. Von ihrer Mutter, der Opernsängerin Kateřina Sokolová-Rauer erhielt sie mit 16 Jahren ersten Gesangsunterricht. 2016 gelangte sie im Bundeswettbewerb Gesang in Berlin in die erste Finalrunde und wurde im Oktober des gleichen Jahres Stipendiatin des Rotary Clubs in Detmold. Nach dem Abitur im Jahre 2015 begann Anna Magdalena Rauer ihr Gesangsstudium in der Klasse von Caroline Thomas an der Hochschule für Musik in Detmold.

Die mehrfach ausgezeichnete Mezzosopranistin Geneviève Tschumi hat bei dem diesjährigen internationalen Telemann-Wettbewerb in Magdeburg den ersten Preis der Mitteldeutschen Barockmusik erhalten. Zusätzlich zu dem Hauptpreis wurde sie mit dem Sonderpreis eines Konzertes bei den Magdeburger Telemann-Festtagen 2018 und dem Sonderpreis eines Konzertes beim Bachfest Leipzig 2018 ausgezeichnet. Bereits im Sommer 2016 wurde Geneviève Tschumi zur Bach-Preisträgerin beim Internationalen Bachwettbewerb in Leipzig gekürt, wo sie zudem den Sonderpreis des Leipziger Barockorchesters gewann.. Zugleich ist sie vielfach  auf der Opernbühne zu sehen. Aktuell  ist sie am Theater Kiel als Siegrune in Wagners Walküre zu erleben.

Ina Siedlaczek.pdp / Ronald Pfaff In den vergangenen Jahren hat sich Ina Siedlaczek einen hervorragenden Ruf in Konzerten und auf Aufnahmen erworben. Sowohl als vielgefragte Solo- Künstlerin aber auch als Mitglied und Gast herausragender Ensembles, wie dem Ensemble amarcord, New York Polyphony, Boston Early Music Festival, der Lautten Compagney oder Musica Fiata. Konzerteinladungen zu renommierten Festivals wie den Thüringer Bachwochen, den Barocktagen Melk, den Landshuter Hofmusiktagen, dem Rheingau Musikfestival,  dem Heidelberger Frühling u. a. zeugen von der Wandlungfähigkeit der Künstlerin.  Mit ihrer „wunderschön lyrischen und natürlichen Stimme“ (MDR) überzeugt sie Dirigenten wie Michi Gaigg, Wolfgang Katschner, Ralf Otto, Roland Wilson, Hermann Max u.a. Sie gehört zu Deutschlands erfolgreichsten Barock-Sopranistinnen.

Hans Jörg Mammel studierte an der Musikhochschule Stuttgart. Mammel ist stetiger Gast bei bedeutenden Festivals und ist ein Freund der Liederabende. Große Aufmerksamkeit erregte er durch seine Interpretation von Franz Schuberts "Die schöne Müllerin" in der Fassung für Tenor und Gitarre. Im Spätsommer eines jeden Jahres veranstaltet er unter dem Namen „Liederaben.de“ vier Konzerte.

Sebastian Noack, international als Opern- und Konzertsänger tätig, musiziert mit renommierten Dirigenten und bedeutenden Klangkörpern und ist auch als Liedinterpret gern gesehener Gast zahlreicher Festivals. Sein Konzertrepertoire reicht von der Renaissance bis zur Gegenwart.

Das Orchester »Concerto con Anima« wurde 2007 von der Geigerin Ingeborg Scheerer und dem Bratschisten Andreas Gerhardus ins Leben gerufen und ging aus der 1991 gegründeten »Johann Christian Bach-Akademie« hervor. Alle Mitspieler können auf jahrelange Erfahrung in europäischen Spitzenensembles zurückblicken. Der Name drückt das erste Anliegen von »Concerto con Anima« aus: dem »Beseelten« in der Musik und dem »Beseelten« im immer wieder augenblicklich entstehenden Miteinander einen angemessenen Platz zu geben, stilgerechte Artikulation mit subtiler Kantabilität zu verbinden und die Fähigkeit, Chöre und Solisten perfekt und sensibel zu begleiten.

Thomas Berning voller Vorfreude: „Dem Anlass gemäß wird es ein strahlendes Fest der Klänge und ein prachtvoller Lobpreis Gottes als Dank für unsere so schöne Kathedralkirche. Die Solisten sind wieder hochkarätig. Das Orchester „Concerto con anima“ ist an jeder Position erstklassig besetzt. Vor allem die strahlenden Barocktrompeten werden ein selten zu erlebender Hörgenuss im Dom sein. Und der große Chor aus Domchor und Kantorei wird den Dom wieder mit seinen leuchtenden Stimmen füllen.“