Solidarität für „Fall Huarez“ und Werben für das Klima

3. Ökumenischer Pilgerweg macht in Paderborn Station – Energieoffensive des Erzbistums, BDKJ und Diözesankomitee beteiligt

Saúl Luciano Lliuya (4.v.l.) stellte beim Aktionstag in Paderborn den Klimapilgern sein Projekt vor.pdp / Ronald PfaffPaderborn, 27. September 2018. „Geht doch!“ – unter diesem Motto startete der 3. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit am 9. September in Bonn. Auf dem Weg ins polnische Katowice machten die Pilgerinnen und Pilger am Mittwoch Zwischenstation in Paderborn und wurden mit einem Aktionstag am Markt- und Rathausplatz empfangen. Am Abend berichtete Saúl Luciano Lliuya über den „Fall Huarez“ aus den Anden, der auch in Deutschland Schlagzeilen gemacht hat.

Während auf dem Markplatz und Rathausplatz ein „Markt der Möglichkeiten“ aufgebaut war, um Klimapilger und Passanten in der Stadt mit dem Motto „Für ein gutes Klima – wir machen mit.“, anzusprechen, waren die beiden Lamas „Luna“ und „Iska“ die Attraktionen vor dem Rathaus. Denn ab Paderborn schloss sich Ulrike Schaich mit ihren beiden Tieren der Wandergruppe an.

Am „Markt der Möglichkeiten“ beteiligten sich die Initiative Faires Paderborn, Verbraucherzentrale NRW, „Zukunft Einkaufen“ (Ev. Kirchenkreis Paderborn), Stadt Paderborn, Grüner Hahn und Kirchenrad (Evangelische Kirche von Westfalen), Tatico Kaffee Mobil (Kolping Diözesanverband), MOEWE (Ev. Kirchenkreis Paderborn), BDKJ und Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn, Klimapilgerweg und pro grün e.V. sowie die Energieoffensive im Erzbistum Paderborn. „Schöpfung wahren, Ressourcen schonen“ lautet das Leitmotiv der Energieoffensive des Erzbistums, das Katrin Käuper, Ansprechpartnerin für das Thema "Energieoffensive" im Bauamt des Erzbischöflichen Generalvikariats, den Besuchern erläuterte.

Katrin Käuper informierte über die Energieoffensive des Erzbistums Paderborn am Aktionstag vor dem Rathaus.pdp / Ronald PfaffAuf „Wasser ist Menschenrecht“ machten am Mittag einige Initiativen aufmerksam, ebenso die Fotoausstellung der Stadt Paderborn mit dem Titel „Von der Quelle bis zur Mündung“. Eine Stadtführung zum Thema Wasser durch das Paderquellgebiet rundete den Nachmittag ab.   Klimagerechtigkeit stand am Abend im Hotel Aspethera im Mittepunkt von Vorträgen und Diskussionen. Dazu konnten die Veranstalter des Ökumenischen Pilgerwegs Sául Luciano Lliuya begrüßen, der mit dem „Fall Huarez“ und seiner Klimaklage gegen RWE Schlagzeilen gemacht hat. Lliuya ist peruanischer Bergführer und Kleinbauer, lebt in Huarez in den Anden und ist mit Tausenden weiterer Bewohner gegen die drohende Gefahr einer Gletscherschmelze „aufgestanden“ und verlangt finanzielle Beteiligung an Schutzmaßnahmen vor dem Überlauf eines Sees oberhalb der Stadt.

Sául Luciano Lliuya fand bei den Zuhörern für seine Aktion viel Zustimmung und konnte mitnehmen, dass sich die Pilgerinnen und Pilger auf ihrem weiteren Weg für seine Ziele einsetzen werden. „Wir sind solidarisch mit ihm“, betonte Christian Seidel, einer der Sprecher der Pilger-Basis, „und wir werden uns dafür einsetzen, weitere Spenden für „Germanwatch“ zu bekommen, so dass die Prozesskosten finanziert werden können. Es ist mehr als nur ein Fall in den Anden; es ist ein Präzedenzfall, der stellvertretend für ein großes Anliegen steht. Deshalb ist es wichtig, bis zur letzten Instanz zu kämpfen.“

Mit dem bisherigen Verlauf der dritten Auflage des Pilgerwegs für das Klima ist Seidel sehr zufrieden. Er hofft, dass diese Aktionen dazu anregen, über viele Dinge neu zu denken, die schon normaler Alltag geworden sind. „Es muss eine Bewegung bleiben, die für ein gutes Klima dauerhaft kämpft.“

Am Themenabend beteiligte sind auch Tommy Piemonte (Bank für Kirche und Caritas) mit dem Thema „De-Investement für den Klimaschutz“, Stephan Jentgens (Adveniat) mit „Leben in Fülle für Alle – Partnerschaft für Klimagerechtigkeit“ und Klimapilger, die darüber berichten, warum sie Klimapilger sind.