Die Architektur des Lichts – ein verbindendes europäisches Erbe

Große GOTIK-Ausstellung im Diözesanmuseum Paderborn feierlich eröffnet

Professor Dr. Christoph Stiegemann führte die Ehrengäste zur Eröffnung durch die GOTIK-Ausstellung.pdp / Ronald Pfaff Paderborn, 21. September 2018. „Ich wünsche der Ausstellung zahlreiche Besucher, die an der gotischen Kunst nicht nur die ästhetischen Qualitäten bewundern, sondern sich auch von der geistig-geistlichen Botschaft der Steine anrühren lassen“, eröffnete Erzbischof Hans-Josef Becker am Freitagabend vor zahlreichen Festgästen die GOTIK-Ausstellung des Diözesanmuseums im Hohen Dom zu Paderborn.

Erzbischof Hans-Josef Becker eröffnete am Freitagabend die Gotik-Ausstellung des Diözesanmuseums im Hohen Dom zu Paderborn.pdp / Ronald Pfaff Im vollbesetzten Hohen Dom fand die feierliche Eröffnung der Ausstellung „GOTIK – Der Paderborner Dom und die Baukultur des 13. Jahrhunderts in Europa“ (21.9.18 bis 13.1.19) statt. Vor rund 500 geladenen Gästen betonte Erzbischof Hans-Josef Becker die zentrale Bedeutung des Ortes: „Der Paderborner Dom ist aus der Bauleidenschaft der Gotik entstanden, einer Zeit als in Europa die himmelstrebenden Kathedralkirchen aus dem Boden wuchsen. Unser Dom ist ein großartiges Baudenkmal und zugleich ist hier Kirche als Gemeinschaft des Glaubens gegenwärtig und lebendig.“

Schirmherrin Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen hob die europäische Bedeutung hervor.pdp Gemeinsam mit Erzbischof Becker hat Isabel Pfeiffer-Poensgen, die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen. „Es ist die besondere Leistung der GOTIK-Ausstellung, ausgehend vom imposanten Paderborner Dom die regionalen Eigenarten der gotischen Baukunst in den Kontext gesamteuropäischer Entwicklungen zu stellen“, so die Ministerin. Gerade in einer Zeit, in der das verbindende europäische Erbe vielerorts in Frage gestellt werde, sei eine solche europäische Perspektive von Bedeutung.

Prof. Dr. Leonhard Helten hielt einen kurzweiligen und viel Applaus erntenden Festvortrag.pdp / Ronald Pfaff In seinem Festvortrag stellte Prof. Dr. Leonhard Helten von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die besondere Stellung des Paderborner Doms in der mittelalterlichen Architektur in den Mittelpunkt seiner Ausführungen: „Hier werden mutig die eigene Bautradition mit den technischen und formalen Innovationen aus Frankreich zu einer neuen typenbildenden Lösung zusammengeführt, deren Rezeption reicht über Minden, Braunschweig, Magdeburg und auch über die Edelherren zur Lippe in den ganzen Ostseeraum hinauf bis ins Baltikum.“

Erzbischof Hans-Josef Becker dankte bei seiner Begrüßung ganz besonders dem Festredner Prof. Dr. Leonhard Helten, der den Gästen die gotische Baukunst wunderbar erschlossen habe, um diese mit einem Blick wahrnehmen zu können. Zugleich freute sich der Erzbischof, dass Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen die Schirmherrschaft übernommen habe, und ermuntert habe, den Weg solcher Ausstellungen weiter zu gehen.

Die tiefe Verbundenheit der europäischen Regionen bis heute kam auch im musikalischen Programm der Eröffnungsveranstaltung zum Ausdruck. Der traditionsreiche Chor der Kathedrale von Pamplona war mit 40 Sängerinnen und Sänger in die Partnerstadt Paderborn gekommen. Eindrucksvoll brachte das Ensemble außergewöhnliche und selten zu hörende Musikstücke aus dem Mittelalter zu Gehör.

Beim anschließenden Rundgang durch das Museum zeigten sich die Gäste beeindruckt von der Ausstellung, den einzigartigen gotischen Skulpturen und filigranen, äußerst kunstvoll gearbeiteten Goldschmiedearbeiten – aber auch von den Multimedia-Inszenierungen, die ein lebendiges Bild der spannenden Epoche der Gotik vermittelten.