„Glaube ist heilsam für Leib und Seele“

Reliquien der heiligen Bernadette: Pontifikalamt mit Weihbischof Berenbrinker / Diözesanwallfahrt der Malteser

Weihbischof Hubert Berenbrinker feierte in Konzelebration mit Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB und Domkapitular Dr. Thomas Witt ein Pontifikalamt mit rund 900 Wallfahrern, während die Reliquien der heiligen Bernadette Soubirous im Altarraum des Paderborner Domes aufgestellt waren.pdp / Thomas ThroenlePaderborn, 16. September 2018. „Ein ‚kleines Lourdes‘ ereignet sich heute hier in Paderborn! Wir sind in großer Zahl im Paderborner Dom versammelt, gesunde und kranke Menschen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Helferinnen und Helfer. Ich bin gewiss, wie die Wallfahrten nach Lourdes wird dies für uns ein Tag sein, an dem wir die Nähe Gottes spüren, der geprägt ist von der Freude an Gott und seinen Heiligen.“ Das sagte Weihbischof Hubert Berenbrinker am Sonntag im Pontifikalamt, das er anlässlich des Aufenthalts der Reliquien der heiligen Bernadette Soubirous im Hohen Dom zu Paderborn und des großen Wallfahrtstages der Malteser des Diözesanverbandes Paderborn feierte.      

Die heilige Bernadette Soubirous und Maria gehörten zusammen, denn sie würden „zum Heil und Trost der Menschen“ wirken, führte Weihbischof Berenbrinker im feierlichen Gottesdienst in der vollbesetzten Bischofskirche aus. „Zusammen gehören Maria und Bernadette in Lourdes, wo die Gottesmutter der heiligen Bernadette erschienen ist. Zusammen gehören sie heute im Paderborner Dom: Die erste Patronin unseres Domes ist die Gottesmutter, und wir wissen uns hier und heute mit der heiligen Bernadette besonders verbunden, da wir Reliquien von ihr in unserer Mitte haben.“  

Die heilige Bernadette Soubirous und die Gottesmutter Maria gehören zusammen, denn sie wirken „zum Heil und Trost der Menschen“, so Weihbischof Hubert Berenbrinker im feierlichen Gottesdienst.pdp / Thomas ThroenleDurch das Kind Bernadette habe die Botschaft der Gottesmutter Maria die Herzen der Menschen erreicht, erläuterte Weihbischof Berenbrinker in seiner Predigt die Entstehung des in den französischen Pyrenäen gelegenen Marienwallfahrtsortes Lourdes. „In Lourdes entstand ein Ort, an dem zahlreiche Menschen getröstet, gestärkt und geheilt wurden und werden. Es entstand ein Ort, der Auswirkung auf die ganze Kirche haben sollte, denn bei den Botschaften von Lourdes geht es vor allem um die Kirche: Wer wollte leugnen, dass auch die Kirche der Umkehr, der Buße und des Gebetes bedarf, einer Erneuerung im Glauben und nicht zuletzt der Heilung.“  

Ein ursprünglicher, kindlicher und nicht berechnender Glaube könne sehend machen, vermittle Erkenntnisse, die Augen, Ohren und Verstand verborgen seien. Bernadette Soubirous sei es gegeben gewesen, eben auf diese Weise kindlich zu vertrauen und zu hören und zu sehen, was anderen verborgen geblieben sei. „Ein solcher Glaube kann Berge versetzen. Ein solcher Glaube ist heilsam für Leib und Seele“, so Weihbischof Berenbrinker zum Abschluss seiner Predigt. „Einen solchen Glauben wünsche ich uns allen. Er möge uns gewährt werden auf die Fürbitte der Gottesmutter Maria und der heiligen Bernadette.“  

Weihbischof Berenbrinker stand dem Pontifikalamt vor, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB und Domkapitular Dr. Thomas Witt konzelebrierten. Zahlreiche Wallfahrer, rund 900 Menschen, feierten den festlichen Gottesdienst im Paderborner Dom mit, unter ihnen rund 500 Malteser. Die Malteser hatten anlässlich des Aufenthalts der Reliquien der heiligen Bernadette Soubirous im Paderborner Dom ihren bistumsweiten Wallfahrtstag einmalig von Werl nach Paderborn verlegt. Während des Pontifikalamtes stand der Reliquienschrein der heiligen Bernadette im Altarraum des Paderborner Domes. Malteser trugen die Lesungen und Fürbitten vor. Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von der Mädchenkantorei des Paderborner Domes unter der Leitung von Domkantorin Gabriele Sichler-Karle und Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel.  

Rund 900 Pilger, davon circa 500 Malteser, nahmen am festlichen Pontifikalamt teil, das Weihbischof Hubert Berenbrinker anlässlich des Aufenthalts der Reliquien der heiligen Bernadette im Dom und des Wallfahrtstages des Malteser Diözesanverbandes Paderborn feierte.pdp / Thomas ThroenleLourdes gehört zu den größten und bekanntesten Wallfahrtsorten der Welt: Jährlich machen sich bis zu sechs Millionen Wallfahrer - auch aus dem Erzbistum Paderborn - auf den Weg, um dort zu beten und Gottesdienste zu feiern. Sie gedenken dabei der Marienerscheinungen, in denen die Gottesmutter im Jahr 1858 dem Mädchen Bernadette Soubirous (1844 – 1879) begegnet ist. Zum 160. Jahrestag der Marienerscheinungen in diesem Jahr und anlässlich der 25 Jahrfeier der Deutschen Hospitalité Notre Dame de Lourdes sind die Reliquien der heiligen Bernadette Soubirous derzeit in Deutschland, vom 14. bis 28. September 2018 an verschiedenen Orten im Erzbistum Paderborn. Im Erzbistum Paderborn sind Pilger zu geistlichen Veranstaltungen in Paderborn, Werl, Bad Wünnenberg, Rheda und Drolshagen eingeladen.  

Zahlreichen Menschen im Erzbistum Paderborn, die schon nach Lourdes gepilgert sind, ist die heilige Bernadette Soubirous bestens vertraut. An der von den Maltesern organisierten traditionellen vorösterlichen Wallfahrt der Generationen nach Lourdes nehmen beispielsweise jährlich rund 1.000 Menschen aus dem Erzbistum teil. Rund 500 weitere Pilger reisen mit dem Lourdesverein Westfalen jährlich in die Stadt in den Pyrenäen, um dort ihre Bitten und Anliegen vor die Gottesmutter und Gott zu tragen.  

Den rund 40 Kilogramm schweren Reliquienschrein hatte die Deutsche Hospitalité e. V. zusammen mit einem dreiteiligen Faltaltar in einem gesicherten Transportkasten nach Deutschland gebracht. Die Malteser im Erzbistum Paderborn hatten den Transport von Osnabrück nach Paderborn übernommen und begleiteten das Transportfahrtzeug mit einer Staffel aus sechs Motorrädern.  

Die Malteser sorgen auch für den Weitertransport der Reliquien. Diese werden am 18. September in der Propsteikirche in Werl sein, vom 20. bis 22. September in der Pfarrkirche St. Antonius in Bad Wünnenberg, vom 23. bis 25. September in der Pfarrkirche St. Clemens in Rheda und schließlich vom 27. bis 28. September in der Pfarrkirche St. Clemens in Drolshagen. Die Pfarreien bieten jeweils ein eigenes Programm mit Gebetszeiten und Gottesdiensten an.  

Die Malteser luden zu einem Gruppenfoto nach dem Pontifikalamt im Paderborner Dom anlässlich ihres großen Wallfahrtstages ein – Weihbischof Hubert Berenbrinker beteiligte sich gerne.pdp / Thomas Throenle„Wir freuen uns, dass die Reliquien der heiligen Bernadette Soubirous zu uns ins Erzbistum Paderborn kommen. Wir wünschen uns, dass der in Lourdes spürbare Glaube und Geist durch die Präsenz der Reliquien der Heiligen auch für uns Inspiration ist“, hatte Weihbischof Hubert Berenbrinker gesagt, als die verschiedenen Stationen des Reliquienschreins im Erzbistum Paderborn vorgestellt wurden. Weihbischof Berenbrinker hat schon viele Wallfahrten nach Lourdes begleitet: „Mit den zahlreichen Gläubigen aus unserem Erzbistum, gesunden und kranken Menschen, bin ich immer gerne in Lourdes. Ich wünsche mir, dass noch mehr der Geist von Lourdes hier im Erzbistum erfahren werden und wirken kann.“  

Zu ihrem 25jährigen Bestehen hat die Deutsche Hospitalité Notre Dame de Lourdes den Auftrag des Heiligtums und des Bischofs von Tarbes und Lourdes erhalten, die Reliquie der Heiligen Bernadette Soubirous von Diözese zu Diözese reisen zu lassen. Ehrenamtliche Helfer der Deutschen Hospitalité stehen allen Pilgern und Kranken während der gesamten Wallfahrtsaison in Lourdes zur Seite. Sie erwarten die Kranken an Bahnhof und Flughafen, wenn sie in Lourdes ankommen und helfen beim Ein- und Ausladen. Sie begleiten die Pilger und Kranken durch die Grotte, bei den Prozessionen, empfangen, tragen oder stützen sie. Schließlich säubern sie die Häuser und richten die Säle der Herbergen in Erwartung der nächsten Pilger.      

die heilige Bernadette Soubirous  

Bernadette Soubirous wurde 1844 in Lourdes geboren. 1858 erschien ihr insgesamt 18mal eine wunderschöne Dame in einer Felsengrotte außerhalb von Lourdes. Am 25. März 1858 gab sich diese mit den Worten zu erkennen: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis“. Niemand schenkte dem ungebildeten, aus sozial schwachen Verhältnissen stammenden, kranken Mädchen Glauben. Doch die gleichbleibende Genauigkeit ihrer Erzählungen und die zunehmende Zahl der Menschen, die von Krankheiten geheilt werden, haben ihre eigene Überzeugungskraft. Acht Jahre nach den Erscheinungen trat Bernadette Soubirous in das Kloster St. Gildard in Nevers ein, wo sie 1879 starb. Ihr Leib liegt – bis heute unverwest – in einem Glasschrein in der Klosterkirche. 1933 wurde Bernadette Soubirous durch Papst Pius XI. heiliggesprochen.      

Was ist eine Reliquie und wozu dient sie?  

Das Wort „Reliquie“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Zurückgelassenes; Überbleibsel“. Das kann ein Körperteil sein oder etwas aus dem Besitz eines Verstorbenen. Im Reliquienschrein der heiligen Bernadette befindet sich eine ihrer Rippen. In der katholischen Kirche werden Reliquien als ein Zeichen anerkannt, das an diesen Menschen erinnert und dabei hilft, mit ihnen gedanklich in Verbindung zu bleiben. Von den Heiligen glauben Katholiken, dass die Heiligen bei Gott Fürsprecher sind. Deshalb werden sie verehrt. Katholiken vertrauen darauf, dass die Heiligen mit und für sie beten und dass sie Gott um die Erhörung und Erfüllung der Anliegen bitten. Reliquien verbinden mit den Fürsprechern bei Gott, sie sind aber keine magischen Gegenstände, die aus sich selbst etwas bewirken.      

Lourdes  

Lourdes ist einer der berühmtesten Marienwallfahrtsorte der Welt. Rund sechs Millionen Pilger besuchen ihn jedes Jahr, viele von ihnen suchen hier Heilung. Dokumentiert sind bislang über 7.000 medizinisch auffällige Heilungen, rund 2.000 davon wurden von Ärzten als unerklärlich eingestuft. Aber nur 70 von diesen hat die Katholische Kirche nach eingehender Prüfung offiziell als Wunder anerkannt. Mindestens genauso wichtig wie die großen Wunder sind die zahlreichen kleinen. Viele an Leib und Seele erkrankte Menschen erfahren in Lourdes eine positive Veränderung für ihr Leben und erhalten Kraft und Heil für ihre Seele. Auch aus dem Erzbistum Paderborn machen sich jedes Jahr zahlreiche Pilger auf den Weg nach Lourdes. Die beiden größten Gruppen bilden hier die vorösterliche Wallfahrt der Malteser (nächster Termin: 11.-17.4.2019) und im Herbst die Wallfahrt des Lourdesvereins Westfalen (nächster Termin: 12.-17.10.2018). Der Besuch der Reliquie der heiligen Bernadette Soubirous in Paderborn bietet schon jetzt eine Gelegenheit, „Lourdes und dem dortigen Geschehen“ ganz nah zu kommen.