Jeden Dienstag eine gute Naht

Aktion „Ein Messgewand für die Weltmisson“ in neuen Räumen im Mutterhaus der Vincentinerinnen

Jeden Dienstag treffen sich die Frauen in Paderborn, um neue Messgewänder, Stolen oder sonstige Paramente für die Weltmission zu fertigen. Hier Annegret Hentschke und Elisabeth Schreyer.pdp / Ronald Pfaff Paderborn, 12. September 2018. Die Aktion „Ein Messgewand für die Weltmission“ hat eine langjährige Tradition im Erzbistum Paderborn. Else Oskamp, langjährige Haushälterin von Weihbischof Paul Consbruch, gelang es 1982 den Kreis der Paramentenstickerinnen zu etablieren und weitere Paramentengruppen aus der Diözese für die gemeinsame Sache zusammenzuführen. Anfang September bezogen die Frauen von „Ein Messgewand für die Weltmisson“ im Mutterhaus der Vincentinerinnen in Paderborn ihr neues Zuhause und richteten ihre Werkstatt ein.

„Wir sind hier gut aufgenommen worden“, berichtet Anneliese Lengeling, die seit 2005 verantwortlich das Werk von Else Oskamp, die im August im Alter von 92 Jahren verstorben ist, weiterführt.

„Busdorf 4“ lautet nun die neue Adresse von „Ein Messgewand für die Weltmission“. Die Werkstatt, in der die Arbeit koordiniert wurde, war zunächst im Dachgeschoß des Wohnhauses von Weihbischof Consbruch untergebracht. Danach war sie rund zehn Jahre im Johannes-Hatzfeld-Haus beheimatet.

Anneliese Lengeling beim Versand fertiger Paramentstickerinnen in die \"Welt\".pdp / Ronald Pfaff Begonnen habe in Paderborn alles mit ein bis zwei Messgewändern im Jahr, erinnert sich Anneliese Lengeling. Heute sind es neben Messgewändern noch Stolen, Alben, Taufkleider, Altarwäsche und vieles mehr. „Während der Ausstellung zum diesjährigen Libori-Fest im Kreuzgang des Hohen Doms konnten wir über 500 Teile präsentieren“, blickt Lengeling freudestrahlend zurück.

Der Geist von Else Oskamp, die damals verstanden hatte, die Gruppen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Erzbistum Paderborn für die Aufgabe zu gewinnen, lebt weiter. Rund 90 Frauen sind in verschiedenen Paramentgruppen im gesamten Gebiet der Diözese zwischen Südsauerland, Ostwestfalen und östliches Ruhrgebiet aktiv. Jährlich werden sie zum Danke-Schön-Treffen nach Paderborn mit Weihbischof Matthias König eingeladen.

Die Aktion „Ein Messgewand für die Weltmission“ hat ihre Schaltstation in Paderborn. Denn hier werden die Materialien eingekauft, die für die Paramente benötigt werden, und auf die zahlreichen Gruppen in Absprache aufgeteilt. Dabei wird Material im Wert von mehr als 10.000 Euro verarbeitet, der Wert der Arbeiten übersteigt jedoch 100.000 Euro. „Wir leben von Spenden und der sehr guten Unterstützung des Erzbischofs“, erläutert Anneliese Lengeling, die von Paderborn dann auch den Versand in die Weltmission übernimmt. Eigentlich gehen Sendungen in jeden Kontinent. „Im vergangenen Jahr haben wir allerdings Indien sehr stark ausgestattet“, so Lengeling.

In den neuen hellen Räumen lässt sich gut arbeiten.pdp / Ronald Pfaff Die fertigen Arbeiten werden mit dem Namen der Stickerin oder Näherin versehen, so dass die Empfänger in der Mission auch ein Wort des Dankes zurückschreiben können. „Da freuen wir uns wirklich drauf, wenn wir ein Feedback erhalten“, ist dies nicht nur für die Gruppe in Paderborn der größte Dank und neuer Ansporn.

Ihre neue Werkstatt haben sich die Damen um Anneliese Lengeling praktisch und gemütlich eingerichtet. Arbeitstische, Schränke mit gut gefüllten Schubladen mit Materialien für Näh- und Stickarbeiten und Regale mit Stoffballen, die auf die Verarbeitung waren, prägen die Räume, die hell und einladend sind. Auf Dauer sei man hier bei den Barmherzigen Schwestern vom hl. Vincenz von Paul im Mutterhaus hervorragend untergebracht. Jeden Dienstag treffen sich die Frauen von 14 bis 17 Uhr – außer in den Ferienzeiten. „Learning by doing“, sei immer das Motto gewesen, wenn sich neue Helferinnen angeschlossen haben. „Wir machen das alles nur aus Hobby und haben meist Handarbeit zuhause nur für den Eigenbedarf gemacht“, betont Anneliese Lengeling.

Die Schränke in den neuen Räumen im Mutterhaus der Vincentinerinnen bieten viel Platz.pdp / Ronald Pfaff Neben fertigen Messgewändern, die an einer Kleiderstange aufgehängt sind, sitzen oder stehen die Damen in Paderborn an ihren Arbeitstischen und fertigen die nächsten Kunstwerke. Sie arbeiten konzentriert und mit Freude, haben dabei aber auch Zeit, sich an schöne Begebenheiten ihres gemeinsamen Tuns zu erinnern. Die Nachfrage nach Messgewändern war im vergangenen Jahr zweimal besonders gefragt. In einem Ort in Afrika hatten Termiten sämtliche Messgewänder und Utensilien in einem Schrank zerfressen. „Da mussten wir alles neu schicken“, erinnert sich Lengeling. Und in Südamerika sei der Verschleiß generell größer, weil durch viele Einsätze an weit auseinanderliegenden Orten das Material leide.