„Himmelsstimmen“ mit dem Sextett Sjaella

Vokalensemble ein Höhepunkt der kirchenmusikalischen Festwoche – Workshop für Ensemblemusik – Interview mit Helene Erben

\"Himmelsstimmen\" aus Leipzig - das Vokalensemble Sjaella.Sjaella Paderborn, 11. September 2018. Eine stabile Einzelstimme sei Voraussetzung für einen guten Ensembleklang, behauptet Helene Erben. Sie muss es wissen, denn die junge Sängerin ist Mitglied  des bereits seit Jahren erfolgreichen Vokalensemble Sjaella aus Leipzig. Das junge, mehrfach ausgezeichnete Ensemble will nun in Paderborn mit „Himmelsstimmen“ begeistern.

Mit einer kirchenmusikalischen Festwoche feiert das Erzbistum Paderborn das diesjährige Jubiläum „950 Jahre Imad-Dom zu Paderborn“ vom 22. bis 28. September 2018 weiter. Die Paderborner Dommusik konnte für einen Auftritt das Vokalsensemble Sjaella verpflichten. Doch wird sicherlich nicht nur das Konzert am Sonntag, 23. September, ab 15.30 Uhr ein besonderer Höhepunkt dieser Festwoche.

Die sechs jungen Damen aus Leipzig machen außerdem das Angebot, am Samstag (22. September) ab 15.30 Uhr in einem Workshop im Johannes-Hatzfeld-Haus die hohe Kunst des Ensemblegesang weiterzugeben: „Individuell und homogen: der perfekte Ensembleklang.“ Chorleiterinnen und Chorleiter des Verbandes „Pueri Cantores“ nehmen an diesem Workshop teil, doch besteht auch die Möglichkeit für außenstehende Interessenten, sich mit einer passiven Hospitanz weiterzubilden. Interessenten können sich im Sekretariat der Paderborner Dommusik melden: Rita Kramer; 05251 125-1455, E-Mail: rita.kramer@erzbistum-paderborn.de. Der Kostenbeitrag ist 10 Euro.

Beim Konzert am Sonntag (23.9.) stehen im Hohen Dom dann unter anderem Werke von Hugo Distler, Knut Nystedt, Simon Wawer, Paul Heller und Ola Gjeilo auf dem Programm.

Die sechs Leipzigerinnen - davon fünf aus dem kleinen Vorort Markkleeberg – begonnen teilweise schon als Zehnjährige mit dem Ensemblegesang. Als sich das Sextett gefunden hat, war keine eine „fertige Sängerin“ und die Karriere begann für alle bei Null.

Sjaelle – das Wort stammt aus der nordischen Sprache und heißt übersetzt: Seele – wurde schnell zum Markenzeichen. „Wir sind ein ganz demokratisches Ensemble“, berichten die Leipzigerinnen, die sich aus dem Kompromiss von 1000 Ideen und Vorschlägen für Musik organisieren.

Immer wieder gern stehen Lieder der Beatles auf dem Programm, aber auch Jazz-Stücke. Doch Sjaella bekennt sich auch klar zur Klassik. Der Klang ihrer Stimmen ist die Musik. Doch die Musikalität liegt ihnen alle tief im Blut. Jeder der sechs Leipzigerinnen spielt mindestens noch ein Instrument.

Helene Erben, Sängerin des Vokalensemble Sjaella, gibt in einem Interview Einblicke über das Ensemble und erfolgreiche Ensemblemusik.

      pdp: Was macht einen guten und homogenen Ensembleklang aus?

Helene Erben: Für einen homogenen und ausgewogenen Klang gibt es kein Spezialrezept. Ein langjähriger Erfahrungsschatz im gemeinsamen Singen - Ensemble oder Chor - vor allem in gleicher Besetzung, kann dem jedoch sehr zuträglich sein. Denn um sich auf persönlicher und stimmlich-/musikalischer Ebene kennenzulernen, braucht man Zeit.

      pdp: Chorsängerinnen und Chorsänger oder Solistinnen und Solisten - wer bringt bessere Voraussetzungen für ein Ensemble mit?

Helene Erben: Beim Ensemblesingen braucht man Erfahrungen aus beiden Richtungen. In einem Vokalensemble geht es um das GEMEINSAME Musizieren und Singen. Der Gesamtklang ist also entscheidend. Um diesen homogenen Gesamtklang aber interessant und facettenreich zu gestalten, braucht jedes einzelne Mitglied eine stabile und selbstbewusste stimmliche Individualität, die sich sowohl anpassen als auch, wenn gewollt, hervortreten kann.  

      pdp: Gibt es eine ideale Stärke für eine Ensembleformation?

Helene Erben: Ich denke, dass so viele oder auch so wenige Leute in einem Ensemble singen können, inwieweit sie sich als Ensemble fühlen. Wenn die Chemie untereinander stimmt und man ein tolles Programm gemeinsam auf die Beine stellen kann, können zwei oder drei Leute auf der Bühne genauso faszinieren wie sechs oder sieben. In einem Ensemble ist es meiner Meinung nach mit am wichtigsten, dass sich jede oder jederr gleich gebraucht fühlt und eine tragende Rolle spielt.

      pdp: Welchen Einfluss nimmt ein Raum auf den Ensemblegesang? Bietet ein Kirchengebäude eine besondere Herausforderung?

Helene Erben: Da Kirchenräume unterschiedlicher nicht sein können, sind sie Herausforderung und Chance zugleich. Oft lässt sich mit Kirchenakustiken sehr viel experimentieren, zudem geben sie dem sakralen Klang den nötigen magischen Nachhall. Sobald man aber das Genre wechselt, ist man schon glücklicher über eine "trockenere" Akustik.

 

Vorverkauf
Wer alle Konzerte auf besten Plätzen erleben will, für den empfiehlt sich die ABO-Karte „beste Plätze in allen Konzerten“ zum Flatrate Preis von 50 Euro. Dieses Abo oder auch nur Einzeltickets gibt es im Ticket-Center Paderborn, Marienplatz 2 a, Tel: 05251 / 299 750. (pdp-n-07.09.2018)