Fremdenfeindlichkeit als globales Problem

Bischof Thaddaeus Kumalo aus der südafrikanischen Diözese Eshowe zur Besuch bei der Caritas in Paderborn

Auf „Caritas-Tour“ in Paderborn: Bischof Thaddaeus Kumalo aus der südafrikanischen Diözese Eshowe, begleitet von Edeltraud Parensen vom Verein Yebo Zululand Initiativen, bei der ersten Station in der Geschäftsstelle des Diözesan-Caritasverbandes, wo Vorsitzender Domkapitular Dr. Thomas Witt (rechts) und Jürgen Sauer Informationen über Aufgaben und Struktur des diözesanen Dachverbandes gaben. Die weiteren Stationen führten die Gäste zum Caritas-Migrationsdienst MiCado und zum IN VIA St. Lioba Berufsförderzentrum.Foto: cpd/JonasPaderborn, 30. August 2018 (cpd). Fremdenfeindlichkeit ist zurzeit nicht nur in Europa ein Problem, auch Südafrika hat mit ähnlichen Phänomenen zu kämpfen. Davon berichtete jetzt Bischof Thaddaeus Kumalo aus der südafrikanischen Diözese Eshowe bei einem Besuch des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn. Gekommen um Struktur und Aufgaben von verbandlicher Caritas kennenzulernen, ergaben sich bei den Gesprächen in unterschiedlichen Diensten und Einrichtungen schon bald gemeinsame Erfahrungen und Herausforderungen. So berichteten die Fachkräfte des örtlichen Caritas-Migrationsdienstes MiCado u.a. von Frauen aus Nigeria, die zurzeit via Genua nach Westeuropa geschleust werden, um hier in der Prostitution zu landen. Aus demselben afrikanischen Land besteht gleichzeitig eine bedeutende Migrationsbewegung in das relativ gut entwickelte Südafrika, was dort, so Bischof Kumalo, zu Verdrängungseffekten auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt führe und zu enormen Spannungen unter der armen Bevölkerung führt.

Jungen Menschen konkret zu helfen, eine berufliche Perspektive zu finden, darum ging es beim anschließenden Besuch im IN VIA St. Lioba Berufsförderzentrums. Auch dies ist in Südafrika, wo gute Handwerker fehlten und junge Menschen des schnellen Geldes wegen in die Metropolen abwanderten, ein wichtiges Thema. „Well organised“ - beeindruckt zeigt sich Bischof Kumalo von der guten Organisation der verbandlichen Caritas In Deutschland. Die caritative Arbeit der Kirche sei in seinem Heimatland bislang überwiegend von den Ordensgemeinschaften getragen, eine eigene verbandliche Organisation fehle noch. Anregungen, wie so etwas funktionieren kann, hat der Gast aus Afrika, der seit vielen Jahren partnerschaftliche Kontakte zum Verein Yebo Zululand Initiativen aus Bad Driburg unterhält, bei seinem Besuch in Paderborn auf jeden Fall mitnehmen können.