Auf in den Norden

Mit dem Bonifatiuswerk die katholische Kirche in Nordeuropa erleben

Teilnehmer Praktikum im Norden Markus Tillmann, Sara Skaliks, Patrick Alexander Vitt, Jule Müller (v.l.) aus dem Erzbistum Paderborn absolvieren ihre Praktika in Lettland, Island, Schweden und Dänemark.Bonifatiuswerk/Theresa MeierPaderborn, 30. August 2018. Mit dreizehn weiteren Freiwilligen aus ganz Deutschland brechen Patrick Alexander Vitt (24) aus Paderborn, Jule Müller (19) aus Nieheim-Entrup, Markus Tillmann (19) aus Warburg-Bonenburg und Sara Skaliks (19) aus Dortmund als Praktikanten des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken Richtung Nordeuropa und dem Baltikum auf. Dort werden sie einige Monate verbringen, um Land und Leute sowie das Leben katholischer Christen kennenzulernen, die in der Minderheit leben.

"Ich möchte über den Tellerrand hinausschauen, neue Erfahrungen sammeln und Kirche mal anders erleben." Der Theologiestudent Patrick Alexander Vitt wird in den kommenden Monaten im schwedischen Uppsala am Newman Institut, der einzigen katholischen Hochschule in Skandinavien, tätig sein. Dort erwarten ihn unterschiedliche praktische als auch administrative Aufgaben.

Auch Jule Müller hat sich bewusst für das „Praktikum im Norden“ entschieden. „Es ist eine gute Möglichkeit, nicht nur viele neue Dinge kennenzulernen, sondern auch zu erfahren, wie in Dänemark der Glaube gelebt wird. Gleichzeitig kann ich dabei meinen eigenen Glauben reflektieren.“ Sie verbringt die kommenden acht Monate im Bistum Kopenhagen. Dort wird sie zum einen das Institut St. Joseph, eine katholische Schule in Kopenhagen, unterstützen. Zum anderen hilft die 19-Jährige als Praktikantin zum Beispiel bei der Vorbereitung von Freizeiten für Kommunionkinder in der katholischen Jugendorganisation DUK (Danmarks Unge Katolikker), die Veranstaltungen nicht nur in Kopenhagen, sondern auch in den restlichen Regionen Dänemarks organisiert.

Nach Lettland geht es für Markus Tillmann. In Riga wird er den Dominikanerinnen, einer kleinen Ordensgemeinschaft, die zu den Dominikanerinnen von Bethanien gehört, tatkräftig zur Seite stehen. Ob im Kloster, im Familienzentrum des Roten Kreuzes oder im katholischen Gymnasium, je nach Wunsch und Fähigkeit wird er verschiedene Tätigkeiten übernehmen.

In den nordwestlichen Zipfel Europas zieht es Sara Skaliks. In der isländischen Hauptstadt Reykjavik hilft sie den Mutter-Teresa-Schwestern beim Frühstück für Bedürftige und übernimmt im Pfarrhaus administrative Aufgaben. Zum einen ist sie neugierig auf die fremde Natur und Kultur der größten Vulkaninsel, zum anderen freut sie sich, eine ganz andere Situation der Kirche zu erleben. Im Februar wechselt die Dortmunderin ihren Einsatzort und ist dann wie Markus Tillmann bei den Dominikanerinnen im lettischen Riga tätig.

„Es ist schön zu sehen, dass sich wieder so viele junge Menschen auf den Weg machen, aus dem gewohnten Alltag aufbrechen und das Bonifatiuswerk mit ihrer Arbeit unterstützen. Dabei geht es nicht um Leistung, sondern diese Zeit im Ausland kann vielmehr als Schule für das Leben verstanden werden, in der Sie interessante Begegnungen sowie eine internationale und lebendige Kirche erleben werden. Dies ist mit Sicherheit keine Einbahnstraße. Für Ihren Einsatz sind wir Ihnen dankbar und wünschen Ihnen Gottes Segen“, sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen.

Das Bonifatius Praktikanten-Programm
Das Bonifatiuswerk unterstützt in der Minderheit lebende Katholiken auf vielfältige Weise und fördert auch die Praktika von Patrick Alexander Vitt, Jule Müller, Markus Tillmann und Sara Skaliks finanziell. Durch das Projekt ermöglicht das Bonifatiuswerk jährlich bis zu 20 jungen Menschen einen Praktikumsaufenthalt in Nordeuropa oder dem Baltikum. Dadurch erhalten sie direkte und unmittelbare Einblicke in das kirchliche Leben in der Diaspora.

Das „Bonifatius Praktikanten-Programm“, auch bekannt als „Praktikum im Norden“, ist ein Kooperationsprogramm zwischen dem Bonifatiuswerk, dem Newman Institut in Uppsala in Schweden, einer Hochschule für Theologie, Philosophie und Kulturwissenschaften, und den zusammenwirkenden Bistümern und Institutionen. Finanzielle Unterstützung erhält es vom Erzbistum Paderborn.