Appetithäppchen zur Gotik-Ausstellung

Professor Dr. Christoph Stiegemann machte neugierig auf Ausstellung im Diözesanmuseum

Professor Dr. Christoph Stiegemann (rechts) mit Autoren des Ausstellungs-Katologs, Prof. Paul Thissen und Dr. Arnold Otto, sowie Dr. Werner Sosna, der die Info-Veranstaltung anmoderierte.pdp / Ronald Pfaff Paderborn, 29. August 2018. Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumsjahres „950 Jahre Imad-Dom“ ist die Gotik-Ausstellung vom 21. September 2018 bis 13. Januar 2019 im Diözesanmuseum Paderborn. Die kunst- und kulturhistorische Ausstellung zur Architektur und Kunst der Gotik zeigt ein faszinierendes Panorama der Zeit und gibt Einblicke in die technischen und kulturellen Bedingen für den Siegeszug dieser innovativen Architektur- und Bildsprache des Mittelalters.

Anhand hochkarätiger Exponate aus ganz Europa beleuchtet die Schau das länderübergreifende Phänomen der Gotik. Architekturfragmente und Baupläne bedeutender Kathedralen, kostbare Werke der Schatzkunst, aber auch eindrucksvolle 3D-Modelle vermitteln ein lebendiges Bild dieser Epoche.   Am Beispiel des Paderborner Doms wird das hochrangige kulturelle Umfeld und Beziehungsgeflecht entfaltet, aus dem die Auftraggeber und die Bauhütten die Konzepte schöpften und weiter vermittelten. Die Gotik gewinnt nicht nur in großartigen Kathedralen ihre Gestalt, sondern auch „en miniature“, wie die außergewöhnlichen Preziosen der Goldschmiedekunst, Elfenbeinschnitzerei und Buchmalerei veranschaulichen.

„Appetithäppchen“ stellte Professor Dr. Christoph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums, jetzt Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Erzbischöflichen Generalvikariats vor. „Am morgigen Donnerstag ist die Deadline für den Ausstellungskatalog. Wir werden wohl die 800 Seiten knacken“, machte Stiegemann neugierig auf das Werk, hinter dem eine Menge Arbeitsstunden stehen.

Auf dem Titelbild der aktuellen Plakatierung zur Ausstellung ist das bildhauerische Werk „Kopf mit der Binde“ des Naumburger Meisters zu sehen – dieses Kunstwerk, entstanden um 1240, wird als Leihgabe des Dommuseums Mainz in Paderborn zu sehen sein. „Große Gefühle in Stein gemeißelt“, beschrieb Professor Stiegemann voller Vorfreude die Darstellungsformen der Gotik.

Die Gotik-Ausstellung im Diözesanmuseum beginnt mit dem „Jubilar“ Imad-Dom, der 1068 seine Weihe erhielt. So bedeutend war der Imad-Dom, dass die Bauleute der Gotik sich bei ihrem Neubau wiederum an seinen Ausmaßen und Formen orientierten. Neu, groß und modern, so seien die Bauwünsche des 13. Jahrhunderts gewesen. Inspiriert durch den Mainzer Dom begannen die Planungen in Paderborn, später, so Stiegemann, sei die Gotik so langsam eingezogen.

Die nächste Ebene im Diözesanmuseum stellt den Paderborner Dom vor allem in den Mittelpunkt. Auffällig sei, dass in dieser Zeit Holzskulpturen eine neue Interpretation gefunden hätten. „Heilige wurden groß dargestellt und personalisiert“, so Stiegemann, der die Figuren „Liborius“ und „Kilian, die am Paradiesportal stehen, beispielhaft erwähnte.

Baupläne großer Kathedralen, kostbare Werke der französischen Schatzkunst, aber auch anschauliche 3D-Modelle und Computeranimationen sorgen für einen abwechslungsreichen Reiz der Ausstellung. Pamplona liegt im Norden Spaniens und ist Hauptstadt der Provinz Navarra. Seit Jahren pflegt die Stadt Paderborn mit Pamplona eine Städtepartnerschaft. Dass aber Literatur aus der Gründungszeit des Domchores von 1206 im Paderborner Diözesanmuseum gezeigt wird, war eher einem persönlichem Kontakt von Stiegemann zu verdanken. „Und der Domchor aus Spanien kommt zur Eröffnung“, freut sich der Diözesanmuseumsleiter, der auch noch auf interessante Außenexponate der Gotik-Ausstellung im Hohen Dom verwies.