Wer früher starb, war schöner tot?

Aktionstag zum Thema Tod und Trauer betrachtet die Bestattungskultur im Wandel der Zeit

Beteiligte Ausstellung Tod und Trauer Beate Rodenbröker und Michael Diwo präsentieren die Flyer zum Aktionstag „Wer früher starb, war schöner tot?“, bei dem zahlreiche Paderborner Institutionen und Gewerke beteiligt sind.pdp/Lena Reiher Paderborn, 29. August 2018. Früher wurden die Menschen mitten in der Stadt bestattet, Friedhöfe sind daher immer auch offene Geschichtsbücher ihrer Stadt. In Paderborn befindet sich der älteste Friedhof am Hohen Dom. Und genau dieser Ort ist am Samstag, 8. September, ab 9.30 Uhr Schauplatz der Ausstellung „Wer früher starb, war schöner tot?“, die mit einem Augenzwinkern einlädt, sich mit den Themen Tod und Trauer auseinander zu setzen.

„Wer den Titel der Ausstellung ‚Wer früher starb, war schöner tot‘ hört, benötigt wahrscheinlich erst einmal einen Augenblick, um über seine Bedeutung nachzudenken“, so Bildhauer Michael Diwo, der mit seiner Bildhauerei Teil der Ausstellung ist. Doch bei längerer Betrachtung ergäbe sich ein Bild und lasse unterschiedliche Sichtweisen und Ideen zu, die sich um die Bestattungskultur der vergangenen Jahrzehnte und die verschiedenen Arten mit Trauer umzugehen, drehen. „Viele Riten, die noch vor 50 Jahren bei Beerdigungen normal waren, sind heute so nicht mehr vorstellbar. Wer heutzutage beispielsweise eine Hausaufbahrung wünscht, ist mit diesem Wunsch ziemlich allein. Noch vor einigen Jahrzehnten hingegen war dies eine ganz normale Vorgehensweise, einem Verstorbenen zu gedenken.“

Handzettel Wer früher starb Alle weiteren Informationen erhalten Sie im Flyer zur Ausstellung (3,2 MB). Am 8. September gibt es auf dem Domvorplatz viele Gelegenheiten sich mit dem Tod und der Trauer aus unterschiedlichen Blickwinkeln auseinander zu setzen. Mit dabei sind Institutionen und Gewerke, die zahlreiche Informationen zum Domfriedhof, zur Hospizarbeit, zur Bestattungsvorsorge und Grabpflege geben können. Ebenso gibt es aber auch unkonventionellere Möglichkeiten sich diesen ernsten Themen anzunähern, wie durch eine Karikaturenausstellung, die Humor als Lebenshilfe näher bringt oder der Ausstellung von Postmortem-Photographien des renommierten Fotografen Dr. Martin Kreuels. „Wir möchten uns mit dem Aktionstag auf emotionale, künstlerische und gleichzeitig nicht todernste Art und Weise einem Thema annähern, was viele Menschen gerne vor sich her schieben. Wir wollen zeigen, dass der Tod zum Leben dazu gehört und viele spannende Betrachtungsweise beinhaltet“, verdeutlicht Beate Rodenbröker von der gleichnamigen Gärtnerei die Intention hinter der Veranstaltung.