12.000 Tonnen Erdreich abtragen und Geschichte auf den Grund gehen

Erste Bauarbeiten für neue Grundschule St. Michael in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn haben begonnen

12.000 Tonnen Erdreich werden verschoben. Aus der Vogelperspektive wird das ganze Ausmaß der Baustelle deutlich.pdp / Ronald Pfaff Paderborn, 21. August 2018. Die provisorische Asphaltdecke zum Schutz der Naturpflastersteine an der Straße „Am Abdinghof“  hat sich schon verdient gemacht. Schwere Baufahrzeuge und unzählige LKW-Ladungen, die rund 12.000 Tonnen Erdreich abfahren müssen, passieren seit Mitte Juli den Zubringer zur Großbaustelle „Grundschule St. Michael“. Denn der neue Schulkomplex und der bisherige Schulhof Schulen St. Michael (Realschule und Gymnasium) müssen angeglichen werden. Das  Gelände muss um vier Meter abgesenkt werden.

„Die Asphaltdecke schützt die Naturpflastersteine und lässt sich am Ende der Baumaßnahme leicht wieder abtragen“, erklärt Bauleiter Werner Karhoff von der Planungsfirma aws architekten zufrieden, denn zugleich laufen die Baumaßnahmen seit Beginn der Sommerferien im Zeitplan. In der ersten Bauphase, die etwa zwei Jahre dauern wird, werden das Gebäude für die Grundschule und die Sporthalle errichtet. Das Grundschulgebäude wird an die Grundstücksgrenze gesetzt und wird sich damit direkt an das Paderquellgebiet anschließen. Nach Fertigstellung dieser Gebäude soll sich der Bau eines Musikforums anschließen. Hierfür ist eine Bauzeit von weiteren eineinhalb Jahren geplant.   Natürlich werden die Arbeiten weitergehen, wenn Ende August die Sommerferien beendet und der Schulbetrieb wieder aufgenommen wird. Es werde ein Bauzaun errichtet und zugleich ein neuer Fluchtweg hergestellt, so dass Sicherheit garantiert und Baulärm minimiert werden.

Zum Schuljahr 2020/21 soll die neue katholische Grundschule in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn an dieser Stelle den Betrieb aufnehmen. Doch bereits ein Jahr zuvor startet der erste Jahrgang mit dem Unterricht. Übergangsweise wird der Schulbetrieb dann in der ehemaligen Busdorfschule stattfinden. Für 50 Schülerinnen und Schüler ist dann in zwei Lerngruppen Platz. Die erste katholische Grundschule in kirchlicher Trägerschaft im Erzbistum Paderborn ist offen für alle und bietet einen Ganztags-Unterricht mit jahrgangsgemischten Lerngruppen an.

Ein Schwerpunkt der neuen Grundschule wird die Musik und im Besonderen die Dommusik werden. Der Neubau des Musikforums – einschließlich der Sanierung des Schulgebäudes C und des Abrisses der bisherigen Sporthalle – beginnt im Juli 2019. Neben dem derzeitigen Realschul-Trakt entsteht eine neue Mehrfach-Sporthalle. Alles in allem rechnet Dompropst Joachim Göbel, Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn), mit 25 Millionen Euro Kosten für das Projekt.

Bauleiter Werner Karhoff, Dompropst Joachim Göbel, Johanna Dziuk (Hauptabteilung Schule und Erziehung), Karsten Stahl (Bauamt des Erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn).pdp / Ronald Pfaff Bis jedoch der erste Stein gesetzt sein wird, stehen andere Aufgaben im Vordergrund. Bauleiter Werner Karhoff, Karsten Stahl (Bauamt des Erzbischöflichen Generalvikariats) und Johanna Dziuk (Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat) stehen im engen Austausch, um die umfänglichen Bauarbeiten im Zeitplan zu halten.

Unterhalb der Alexiuskapelle wurden in Absprache mit dem Amt für Denkmalschutz zwei historische Mauerpfeiler und ein Brunnen aus dem 19. Jahrhundert versetzt. In unmittelbarer Nachbarschaft werden zurzeit schon Pflasterarbeiten durchgeführt und neue Fahrradständer im Umfeld einer Neubepflanzung angebracht.

Blickt man vom Baustellenzugang „Am Abdinghof“ Richtung Paderquellen, erschließt sich dem Auge eine riesige Baufläche. Während die Bagger direkt vor den Augen noch das Erdreich abtragen, suchen Archäologen unter der Leitung von Dieter Lammers (Denkmal 3D) im Auftrag für die Stadtarchäologie Paderborn nach Spuren aus der Vergangenheit. Funde aus verschiedenen historischen Epochen -  von der Eisenzeit über das späte Mittelalter bis zur Barockzeit -  konnten schon freigelegt werden. Zwei Brunnen, Keramik- und Glasteile, aber auch Knochenfunde werden sorgfältig ausgewertet. Ein Monat steht den Archäologen noch zur Verfügung, tiefer in der Erde der Geschichte auf den Grund zu gehen.

Bei solch einer gewaltigen Erdreichbewegung wird die Sicherheit groß geschrieben, daher gehört die Kampfmittelsondierung selbstverständlich in der Bauvorbereitung dazu.