„Sie sind die Zukunft in Ihren Heimatländern!“

Sozialakademie der Kommende Dortmund: Vierzehn Seminaristen aus fünf Nationen erhalten Abschlusszertifikate von Generalvikar Alfons Hardt

Generalvikar Alfons Hardt (6. v. l.) überreichte im Beisein von Kommende-Direktor Prälat Dr. Peter Klasvogt (1. v .l.) die Abschlusszertifikate an die Teilnehmer der Sozialakademie 2018.Foto: pdp/Maria AßhauerPaderborn, 10. August 2018. „Europa eine Seele geben“ stand zum zwölften Mal als Leitwort über der Sozialakademie, zu der die St. Klemens-Kommende Dortmund, das Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn, jeden Sommer Priesteramtskandidaten aus Ost- und Mitteleuropa einlädt. Vierzehn junge Seminaristen aus fünf Ländern haben sich vier Wochen lang intensiv mit der christlichen Sozialethik auseinandergesetzt. Jetzt erhielten sie im Exerzitien- und Bildungshaus Maria Immaculata in Paderborn von Generalvikar Alfons Hardt ihre Abschlusszertifikate.      

Die vierzehn Absolventen, die von Kommende-Direktor Prälat Dr. Peter Klasvogt zum Gespräch mit Generalvikar Alfons Hardt begleitet wurden, kamen in diesem Jahr aus Slowenien, Ungarn, Rumänien, Polen und Deutschland. Zielsetzung der Sozialakademie ist es, die Seminaristen der osteuropäischen Ortskirchen angesichts der politischen und sozialen Umbrüche in ihren Ländern für die gesellschaftliche Verantwortung der Kirche zu sensibilisieren.  

Neben der Auseinandersetzung mit den Grundlagen der christlichen Soziallehre hat die vierwöchige Sozialakademie weitere Elemente: Den Auftakt bildete in diesem Jahr der Besuch des 3. Internationalen Alumnikongresses der Sozialakademie in Brüssel unter dem Titel „Kirche in Europa – Kultur. Identität. Solidarität“. In Paderborn ging es unter anderem weiter mit dem Austausch über die kirchliche Situation in den jeweiligen Heimatländern und -bistümern. Beim Besuch der Zeche Zollverein in Essen erlebten die Seminaristen beispielsweise die Rolle der Kirche und ihrer Soziallehre vor dem Hintergrund des Strukturwandels in dieser Region.  

Als die Absolventen der Akademie ihre Zertifikate heute von Generalvikar Alfons Hardt im Haus Maria Immaculata überreicht bekamen, war Gelegenheit für einen Austausch. „Das Erzbistum Paderborn hat die Initiative, eine Sozialakademie zu etablieren, von Beginn an sehr begrüßt“, so Generalvikar Alfons Hardt. Er sprach mit den Seminaristen über die derzeitige Entwicklung in Europa. „Unsere Gesellschaft wird sich verändern“, prognostizierte Generalvikar Hardt im Hinblick auf das Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturen und Religionen. Welche Rolle wolle die Kirche in dieser Gesellschaft spielen, sei dabei eine zentrale Frage. „Kirche ist global, wir sind eine Weltkirche. Aber wir leben in einer Welt, in der wir ganz unterschiedliche kulturelle und gesellschaftliche Situationen vorfinden“, benannte Generalvikar Hardt eine wichtige Herausforderung. „Sie sind die Zukunft in Ihren Heimatländern. Sie tragen als künftige Priester Verantwortung für die Vermittlung von Werten“, gab Generalvikar Hardt den Seminaristen mit auf den Weg.      

Hintergrund: Sozialakademie der Kommende Dortmund  
Zum 12. Mal hat die Kommende Dortmund die Sozialakademie „Europa eine Seele geben“ durchgeführt. Jährlich verschickt die Kommende Einladungen für die Schulung an die Ortsbischöfe in Ost- und Mitteleuropa. Die Regenten der Priesterseminare wählen dann geeignete Kandidaten aus. Teilnehmen können Theologiestudenten ab dem dritten Studienjahr, Voraussetzung ist eine gute Kenntnis der deutschen Sprache. Nach Abschluss der Sozialakademie begleitet die Kommende die Absolventen in regelmäßigen Alumni-Treffen weiter. So ist ein internationales Netzwerk von zukünftigen Priestern entstanden, die sich für die soziale Gestaltung eines vereinigten Europas engagieren.