„Jesus herrscht, indem er dient, um zu heilen“

Bischof Kyrillos William Samaan aus Ägypten feiert Libori-Pontifikalamt mit den Frauen

Bischof Kyrillos William Samaan, Bischof der Diözese Assiut in Ägypten, feierte am Libori-Montag das traditionelle Pontifikalamt mit den Frauen. Der Hohe Dom war bis auf den letzten Platz gefüllt.Foto: pdp / Thomas Throenle Paderborn, 30. Juli 2018. Der Bischof der koptisch-katholischen Kirche, Bischof Kyrillos  William Samaan aus der Diözese Assiut in Ägypten, feierte am Libori-Montag das traditionelle Pontifikalamt mit den Frauen. Der Gottesdienst wurde in diesem Jahr von der Diözesanstelle des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) aus Paderborn vorbereitet. In seiner Predigt sagte Bischof Samaan: „Wir sind einander zugeordnet im Dienen füreinander.“  

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB begrüßte am Beginn des Pontifikalamtes im Namen von Erzbischof Hans-Josef Becker die Frauen und den bischöflichen Gast aus Ägypten im voll besetzten Paderborner Dom – auch im Hochchor hatten zahlreiche Frauen Platz genommen, um die Messe mitzufeiern. „Heute merken wir, wie weltumfassend unsere Kirche ist. Mit Bischof Kyrillos ist ein Gast aus der Kirche des Ostens bei uns, um mit uns Libori zu feiern“, so Weihbischof Dominicus.

„Wir sind einander zugeordnet im Dienen füreinander“, so der Bischof der koptisch-katholischen Kirche.Foto: pdp / Thomas Throenle Barbara Hucht und Marie-Luise Tigges von der SkF-Diözesanstelle Paderborn griffen zu Beginn das Libori-Leitwort „behütet und bedacht“ auf: Mit verschiedenen Kopfbedeckungen machten sie deutlich, dass Frauen mit Hüten nicht nur auf Mode achten, sondern vielfach auch eine behütende Haltung haben oder den „Hut aufhaben“ und damit Verantwortung tragen. „Es ist gut, dass wir uns heute hier treffen, um Kraft zu tanken für unseren Dienst, den wir an vielen Orten im Erzbistum Paderborn tun“, so die beiden Frauen.  

„Dienst zu tun“ war auch das zentrale Thema der Predigt von Bischof Kyrillos William Samaan. Jesus fordere seine Jünger auf, die herkömmlichen Hierarchien zu durchbrechen, sagte der koptisch-katholische Bischof. In der Gemeinschaft mit seinen Jüngern sei Jesus das Herz, das Haupt und Zentrum, doch er verlasse diesen Herrschaftsbereich und werde zum Diener, erklärte Bischof Samaan: „Jesus dient und liest uns unsere tiefsten Wünsche und Sehnsüchte aus dem Herzen ab. Jesus herrscht, indem er dient, um unsere Heilung zu ermöglichen.“  

Barbara Hucht (r.) und Marie-Luise Tigges von der SkF-Diözesanstelle griffen zu Beginn des Gottesdienstes das Libori-Leitwort „behütet und bedacht“ auf.Foto: pdp / Thomas Throenle In der Nachfolge Jesu sollte die Motivation zum Dienen von Jesu geprägt sein, fuhr Bischof Kyrillos fort. „Aber oft rührt unser Dienen wenig von Jesus her: Wir dienen, weil wir gemocht werden wollen, weil wir Erwartungen erfüllen oder eigene Ziele erreichen wollen. Dabei haben wir oft nur uns selbst im Blick. Der Dienst Jesu aber hat den Nächsten im Blick“, so der Bischof von Assiut.  

Aus dieser „Einbahnstraße“ des an-sich-selbst-Orientiertseins biete Jesus immer wieder die Möglichkeit der Umkehr an, erläuterte Bischof Samaan weiter. „Ich muss Jesus nur mein Innerstes hinhalten und er wird mich heilen. Ich muss mich nur an Jesu Tisch setzen und mich heilen lassen. Jesus hilft immer wieder, Neuanfänge zu wagen, seine Jünger sind geflohen und haben ihn verraten. Dennoch lässt er sie und auch uns in aller Schwäche nicht fallen“, sagte Bischof Samaan zum Abschluss seiner Predigt.

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