Der Weg nach Rom

In der Kirche San Gregorio VII feierten die Paderborner Ministranten ihren Eröffnungsgottesdienst.Foto: Dirk LankowskiPaderborn/Rom, 30. Juli 2018. 1.000 Ministrantinnen und Ministranten aus dem Erzbistum Paderborn sind am Sonntag in Rom angekommen. Bis Freitag begegnen sie dort mehr als 60.000 weiteren Teilnehmenden der internationalen Ministrantenwallfahrt 2018.      

Koffer einladen, Proviant verstauen, Eltern verabschieden und los geht’s. Die Stimmung auf dem Kirchplatz in Castrop-Rauxel ist gut. Hier sammelt Bus 6 – einer von insgesamt zwölf Reisebussen des Erzbistums Paderborn – am Samstagmittag die ersten Passagiere ein. Nächster Halt: Dortmund Hauptbahnhof. Das gleiche Spiel nochmal. Der Bus füllt sich bis auf den letzten Platz. Die Fahrt nach Rom kann starten.  

Das internationale Treffen mit mehr als 60.000 Teilnehmenden, vor allem aus dem deutschsprachigen Raum, ist für viele der teilnehmenden Mädchen und Jungen der Höhepunkt des Jahres. Außer deutschen jungen Menschen nehmen auch Menschen aus Barbuda, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Kroatien, Portugal, Rumänien, Russland, Ungarn und den USA an dem sechstägigen Programm in Rom teil.  

Weihbischof Hubert Berenbrinker begrüßte zusammen mit Ministranten aus Höxter im Gottesdienst.Foto: Dirk Lankowski„Ich freue mich schon auf die schöne Stadt und darauf, neue Menschen kennenzulernen“, sagt Naemie Jöner (15) aus Dortmund. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Sophia, Anna und Schwester Kora dient sie seit mehreren Jahren in Gottesdiensten in Dortmund. Es ist die erste Ministrantenwallfahrt der Mädchen. „Wir haben die ersten paar Stunden lang einen Film auf dem Handy geguckt“, berichten sie in einer der Pausen auf dem Rasthof. Matthias aus Dortmund knüpft derweil Freundschaftsbändchen zum Verschenken und Tauschen mit neuen Freunden und Bekannten.  

Iris Meiser, Dekanatsreferentin für Jugend und Familie, verteilt an einer der Raststätten die Pilgerpakete. Zwischen Brötchen, Kaffeebechern und LKWs begutachten die Ministranten nun die deutschsprachigen Liederhefte, Graphic Novels, Pilgertücher und Armbänder. Während der nächsten Stunden verwandelt sich der hintere Teil des Busses in einen Chorraum: Songprobe ist ein guter Zeitvertreib, bis das Licht gedimmt und damit die Nachtruhe eingeleitet wird.  

„Die Busfahrt war kurzweiliger als befürchtet“, resümiert Miriam aus St. Ewaldi Dortmund 20 Stunden nach ihrem Einstieg. Gegen 9 Uhr fährt ihr Bus am Hotel in Rom vor. Die übrigen Gruppen aus dem Erzbistum trudeln ebenfalls im Laufe des Vormittags ein. Aus fast allen Städten und Gemeinden Süd- und Ostwestfalens sowie des östlichen Ruhrgebiets sind Ministranten angereist.  

Tattoos zum Motto der Ministrantenwallfahrt wurden im Vorprogramm verteilt.Foto: Dirk LankowskiNächster Halt nach einem kurzen Frische-Stopp im Hotel: Rom City. Einige nutzen die Chance, bereits vor der Sonderaudienz am Dienstag einen Blick auf den Heiligen Vater zu werfen: Beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz, das er jeden Sonntag um 12 Uhr spricht, wenn er in Rom ist. Andere verbringen die Zeit am Nachmittag mit den ersten Sightseeing-Spaziergängen, Pizza, Eis und Ruhepausen im Schatten.  

Der Anreisetag war anstrengend – darüber sind sich wohl alle Ministranten am Sonntag einig. Nichtsdestotrotz feiern sie zu am Abend gemeinsam die Diözesane Eröffnungsmesse in der Parroccia San Gregorio VII.   Die internationale Ministrantenwallfahrt 2018 steht unter dem Motto „Suche Frieden und jage ihm nach“. „Was sucht ihr in diesen Tagen in Rom?“, fragt Weihbischof Hubert Berenbrinker, der die jungen Pilger begleitet, darum die 1.000 Ministrantinnen und Ministranten aus dem Erzbistum Paderborn. Eine berechtigte Frage – nicht nur angesichts des Mottos, sondern auch, weil jeder von ihnen außerdem vor dem Gottesdienst ein Klebe-Tattoo mit der Aufschrift „Suche!“ bekommen hat.  

„Wir suchen wohl alle Freundschaft, Liebe, Wertschätzung, Anerkennung, gerechte und faire Behandlung, Lebenssinn, Spaß und Freude“, stellt er in seiner Predigt fest. Für all diese unterschiedlichen deutschen Begriffe gebe es im Hebräischen ein einziges Wort: Shalom. Frieden. Passend dazu spielt die Band Everlasting, die die Gottesdienste des Erzbistums Paderborn begleitet, wenig später das Mottolied der Wallfahrt mit dem Titel „Suche Frieden“.  

Neben Weihbischof Hubert Berenbrinker begleitet Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder die Ministranten. Bischof Antonius Mena, emeritierter Bischof der koptisch-katholischen Kirche hält die Abschlussmesse am Freitag in Santa Maria Maggiore. Für die Ministrantenwallfahrt gab Weihbischof Berenbrinker den Paderborner „Minis“ in der Predigt mit auf den Weg: „Ich wünsche euch, dass ihr Jesus begegnet. Christus finden heißt Frieden finden, heißt Shalom finden.“      

Info:
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CIM steht für Coetus Internationalis Ministrantium und ist lateinisch für „Internatinoale Ministrantenvereinigung“      

Weitere ausführliche Reportagen, Bildergarlerien und Filmbeiträge erscheinen während der Ministrantenwallfahrt täglich auf www.youpax.de