„Wunder geschehen auch hier“

Erzbischof Hans-Josef Becker feierte Pontifikalamt beim Patronatsfest der Werler Wallfahrtsbasilika

Erzbischof Hans-Josef Becker feierte mit zahlreichen Gläubigen ein Pontifikalamt zum Fest Mariä Heimsuchung, dem Patronatsfest der Werler Wallfahrtsbasilika.NückelPaderborn / Werl, 8. Juni 2018. Erzbischof Hans-Josef Becker feierte am Sonntag das Pontifikalamt zum Fest Mariä Heimsuchung, dem Patronatsfest der Werler Wallfahrtsbasilika, mit zahlreichen Pilger aus dem Erzbistum Paderborn. „Werl ist mein Wallfahrtsort“, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt.  

In seiner Predigt sagte der Erzbischof: „Viele, die heute hierhergekommen sind, um miteinander das Patronatsfest der Basilika zu feiern, haben ihre eigene Geschichte mit diesem Ort. Sie stammen aus Familien, in denen das selbstverständlich gelebte Christentum außer Frage stand.“ Auch wenn die Familien den Gottesdienst in ihrer Heimatkirche stets besuchen, so habe doch eine Wallfahrt nach Werl zum persönlichen Jahresablauf einfach dazugehört. „Auch in meiner Familie ist das so: Werl ist ,mein‘ Wallfahrtsort“, betonte Erzbischof Becker.  

Bei allem selbstverständlich und alltäglich gelebten Christentum sei es gut, „Orte und Tage wie diese zu haben“, führt der Paderborner Oberhirte weiter aus. Es schenke neue Kraft, in einer großen Schar miteinander Gottesdienst zu feiern und so zu sehen: „Ich bin nicht allein. Ich bin mitgetragen von einer Gemeinschaft, zu der auch ich gehören darf.“ Zudem schenke es neue Kraft, sich in Werl mit einer großen Schar an ein sichtbares Gegenüber wenden zu können. „Das Gnadenbild bietet dieses Gegenüber – denn wir sehen darin ja nicht eine hölzerne Figur, sondern die Muttergottes selbst, wie sie für uns da ist“, betont der Paderborner Erzbischof.  

Das Allerheiligste wurde von Erzbischof Hans-Josef Becker in einer Prozession mit zahlreichen Gläubigen durch die Straßen von Werl getragen.NückelAuf das „gläubige Vertrauen der Gottesmutter“ dürften alle heute und an diesem Ort besonders schauen. „Maria wusste: Gott steht mit seiner Liebe über meinem ganzen Leben und durchdringt es. Er wird mich nicht fehlgehen lassen“, erläuterte Erzbischof Becker weiter. Das habe Maria ohne Ausnahme durchgetragen – selbst wenn es nach menschlichen Maßstäben schwer wurde: unter dem Kreuz, als sie ihren einzigen Sohn sterben sehen musste. „Das macht es wohl aus, dass uns Maria so nah ist: Sie ist uns kein unerreichbares, fernes Vorbild, sondern wir wissen von ihr, dass sie mit vielen Sorgen und Nöten im Leben zu kämpfen hatte – wie es auch uns manchmal geht. Und dann erbitten wir von ihr jenes gläubige Vertrauen auf die Liebe Gottes, das sie selbst getragen hat und ihr die Kraft gab, ihr Leben zu bestehen“, so Erzbischof Becker.  

In seiner Predigt verwies Erzbischof Becker auch auf die Erfahrung, dass Maria die Mutter aller sei. Papst Franziskus betone diesen Gedanken sehr oft: „Marienverehrung ist die Liebe, die Kinder zu ihrer Mutter haben.“ Eine Mutter sei immer nahe bei ihren Kindern. Das sei auch bei Maria der Fall. „Sie ist nah bei Jesus Christus, und sie ist nah bei uns. Somit haben wir in ihr die beste Fürsprecherin“, führte Erzbischof Becker aus. Das sei nicht „kindisch“, sondern vielmehr „kindlich-vertrauensvoll“, und darüber könne nur der müde lächeln, der nicht gesehen habe, mit welchem großen Vertrauen sich auch in Werl unzählige Beterinnen und Beter an die Gottesmutter wenden.  

Die feierliche Prozession zum Fest Mariä Heimsuchung wurde in der Wallfahrtsbasilika abgeschlossen mit dem Te Deum.Nückel„Wunder geschehen auch hier“, versichert Erzbischof Becker. Dies seien nicht unbedingt die großen spektakulären Ereignisse, sondern vielmehr Wunder im Kleinen, im Persönlichen. „Dann, wenn Maria die Kraft gibt, Leid anders zu tragen. Dann, wenn sich Probleme im mitmenschlichen Bereich lösen durch das Aufeinander-Zugehen. Dann, wenn man von hier neuen Mut mitnimmt, eine aufgeschobene Entscheidung anzugehen. Jeder und jede von Ihnen mag die Liste persönlich fortsetzen mit dem, was ihn und sie persönlich mit Werl verbindet“, so Erzbischof Becker zu den Gläubigen.  

Im Gottesdienst am Fest Mariä Heimsuchung sollten alle Bitten zuammengetragen und Maria anempfohlen werden. „Und wir erbitten von ihr die Gnade, aus Werl gestärkt nach Hause zu gehen – als Wachsende im Vertrauen darauf, dass Gottes Wille und seine Liebe auch für uns nur das Beste wollen. So wie Gott es an Maria verheißen und erfüllt hat. Stärke Gott, stärke der Sohn Mariens uns in dieser Zuversicht.“ Mit diesen Worten beendet Erzbischof Hans-Josef Becker seine Predigt.  

Wallfahrtsleiter Pater Ralf Preker OFM, der dem Erzbischof für seine sehr persönlichen Worte dankte, hatte das Fest Mariä Heimsuchung bei der Begrüßung „ein Fest der Begegnung der Menschen untereinander und der Begegnung mit Gott“ genannt. Zum Patronatsfest waren Pilgergruppen aus Warstein, Olpe, Arpe, Delbrück, Lenhausen, dem Stift Hildesheim und aus Much (Rhein-Sieg-Kreis) in den größten Marienwallfahrtsort des Erzbistums Paderborn gekommen.  

Text: DER DOM - Nückel