Frauenfrage als Zukunftsfrage

13. Pfingstempfang des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn

Pfingstempfang des Diözesankomitees (v.l.): Annika Manegold, Vorsitzende des Diözesankomitees, Festrednerin Professorin Dr. Johanna Rahner und Ansgar Kaufmann, Vorsitzender des Diözesankomitees.Foto: DiözesankomiteePaderborn, 29. Mai 2018. „Die Zukunft der Kirche ist Herausforderung und Ermutigung zugleich.“ Diese Worte hatten die Mitglieder des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn über die Einladung zu ihrem 13. Pfingstempfang gesetzt. Der Empfang, den das Komitee der katholischen Laien im Erzbistum jedes Jahr veranstaltet, fand am vergangenen Wochenende im Paderborner Rathaus statt. Rund 120 Gäste aus kirchlichen Gremien, Verbänden und Einrichtungen sowie aus Politik und Gesellschaft waren der Einladung gefolgt. Als Festrednerin sprach die Tübinger Theologin Professorin Dr. Johanna Rahner über die Frauenfrage in der katholischen Kirche.      

Weihbischof Hubert Berenbrinker sprach im Namen von Erzbischof Hans-Josef Becker ein Grußwort, das künftige Herausforderungen von Kirche thematisierte. Was auf die in Auflösung befindlichen volkskirchlichen Strukturen folgen werde, habe noch keinen definierten Namen, zitierte Weihbischof Berenbrinker den Paderborner Erzbischof. Was aber deutlich zu erkennen sei, sei die Einsicht, dass sich die missionarische Situation der Kirche nicht mehr bestreiten lasse. „Die Wichtigkeit der geistlichen Verortung unseres Weges in die Zukunft unter der Grundausrichtung unseres Zukunftsbildes ist immer wieder zu betonen“, übermittelte Weihbischof Berenbrinker die Überzeugung von Erzbischof Becker.   

Die beiden Vorsitzenden des Diözesankomitees, Annika Manegold und Ansgar Kaufmann, hatten die Gäste mit Grußworten willkommen geheißen, ebenso wie der Paderborns Bürgermeister Michael Dreier, der die gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und Stadt in Paderborn hervorhob.  

Professorin Dr. Johanna Rahner, Lehrstuhlinhaberin für Dogmatik, Dogmengeschichte und Ökumenische Theologie an der Universität Tübingen, thematisierte in ihrer Festrede die Frauenfrage als entscheidend für die Zukunft der katholischen Kirche. Die pastorale Arbeit in den Gemeinden vor Ort werde bereits jetzt überwiegend von Frauen „in die Hand genommen“, betonte Professorin Dr. Rahner. Die „Frauenfrage“ sei keine bloß binnenkirchliche Strukturfrage. Vielmehr berühre sie den missionarischen Sendungsauftrag der Kirche. Die Theologin bezeichnete die Beteiligung von Frauen in der Kirche als „Frage der theologischen Wahrhaftigkeit“, die „in keiner Weise auf die Zulassung der Frau zum Weiheamt zu reduzieren“ sei.