„Sei besiegelt durch die Gabe Gottes“

Weihbischof Matthias König spendet 49 Erwachsenen im Hohen Dom das Firmsakrament

Weihbischof Matthias König sagte bei der Firmung „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“. Während ein Firmpate dem Firmling eine Hand auf die Schulte legte, zeichnete Weihbischof König ihm mit Chrisam ein Kreuz auf die Stirn.pdp / Thomas Throenle Paderborn, 26. Mai 2018. 49 jüngere und ältere Erwachsene aus dem gesamten Erzbistum Paderborn kamen am Samstag nach dem Pfingstfest im Hohen Dom zusammen: Weihbischof Matthias König spendete ihnen dort das Sakrament der Firmung. Gemeinsam mit ihren Familien und Angehörigen feierten die Gefirmten, dass sie nunmehr ganz in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen sind. „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist, sagte Weihbischof König zu den einzelnen Firmlingen während er ihnen mit Chrisam ein Kreuz auf die Stirn zeichnete. Die erwachsenen Firmlinge kommen aus allen Teilen des Erzbistums Paderborn. Sie wurden von Angehörigen, ihren Firmpaten und zum Teil auch von Seelsorgern und Katecheten begleitet, die sie auf den Empfang des Sakramentes vorbereitet hatten.        

Stärker als bei einer Firmung als Jugendlicher bringt es die Firmung im Erwachsenenalter mit sich, dass hinter den Firmlingen bereits unterschiedliche Lebens- und Glaubenswege liegen: So reichte das Alter der erwachsenen Firmlinge, die am Samstag im Paderborner Dom zusammenkamen, von 16 bis 69 Jahre. Zur Gruppe der Erwachsenen, die das Firmsakrament von Weihbischof Matthias König empfingen, gehörten beispielsweise Christen, die den christlichen Glauben angenommen haben und erst vor kurzem getauft wurden, ebenso wie Christen, die als Kind getauft wurden und den Glauben jetzt wieder leben wollen und dazu auch das Firmsakrament empfangen. Die Firmbewerber waren aus allen Regionen des Erzbistums Paderborn in den Hohen Dom gekommen – von Arnsberg über Höxter, Menden, Minden bis hin nach Schwerte. Alle Firmbewerber hatten sich einzeln oder in kleinen Gruppen auf den Empfang des Firmsakramentes vorbereitet und wurden dabei von Katecheten begleitet. Bei ihrer gemeinsamen Begegnung in Paderborn zur Feier ihrer Firmung mit Weihbischof König erlebten sich die Firmbewerber als große Glaubens-Gemeinschaft.  

49 jüngere und ältere Erwachsene empfingen im Hohen Dom das Firmsakrament. Dazu versammelten sie sich in mehreren Gruppen im Altarraum des Domes.pdp / Thomas Throenle Es sei wichtig, Menschen zu erleben, die von Gott Zeugnis geben, die in ihrem Leben bezeugen, dass Gott und der Glaube an ihn für sie bedeutsam sei, sagte Weihbischof Matthias König in seiner Predigt. Solche Menschen seien für andere Zeugen. Gott hole als Regisseur im Leben eines Menschen das Beste aus ihm heraus, führte der Weihbischof weiter aus. „Gott hat ein großes Ziel für uns, er will, dass unser Leben gelingt.“ Gott habe jedem Menschen Gaben und Fähigkeiten mitgegeben, da er wünsche, dass jeder ein erfülltes Leben führen könne. „Gott ist unser Schöpfer, ihm verdanken wir alles. Er schenkt uns die Freiheit und wünscht, dass wir ihm folgen, dass wir seinem Ruf folgen und ihm Antwort geben.“ Der Empfang des Firmsakraments sei eine Bestärkung auf dem persönlichen Weg mit Gott, so Weihbischof König weiter. Die Firmung bestärke den Firmling auf seinem Freiheitsweg. „Gottes Geist wird uns bestärkend zugesprochen. Gottes Geist stärkt uns, dass wir selbst zum Segen für andere werden können, indem wir Zeugnis geben von Gott und unserem Glauben.“  

Der Empfang des Firmsakraments bestärke auf dem persönlichen Weg mit Gott, sagte Weihbischof Matthias König in seiner Predigt.pdp / Thomas Throenle Nachdem Weihbischof König das Taufbekenntnis der Firmlinge entgegen genommen hatte, betete er: „Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesus Christus, du hast diese Christen in der Taufe von der Schuld Adams befreit, du hast ihnen aus dem Wasser und dem Heiligen Geist neues Leben geschenkt. Wir bitten dich, Herr, sende ihnen den Heiligen Geist, den Beistand. Gib ihnen den Geist der Weisheit und der Einsicht, des Rates und der Erkenntnis und der Stärke, den Geist der Frömmigkeit und der Gottesfurcht“. Anschließend versammelten sich die erwachsenen Firmlinge mit ihren Firmpaten im Altarraum des Hohen Domes, wo Weihbischof König ihnen das Firmsakrament spendete.  

Es sei beeindruckend, wie viele unterschiedliche Lebenswege die erwachsenen Firmlinge nun nach Paderborn in den Hohen Dom geführt hätten, um das Firmsakrament zu empfangen, sagte Weihbischof König zu Beginn des Gottesdienstes. „Menschen haben im Erwachsenenalter gespürt, dass sie die Firmung brauchen, um Christ sein zu können, andere haben den Glauben entdeckt und möchten diesen entdeckten Schatz des Glaubens durch die Firmung weiter vollenden.“ Es sei der Geist Gottes, der Menschen rufe, und es eben dieser gute Geist Gottes, der Menschen sende, Zeuge des Glaubens zu sein und in der Nachfolge Jesu zu leben.  

Nach dem feierlichen Gottesdienst versammelten sich Weihbischof Matthias König, die Neugefirmten, Firmpaten, Konzelebranten und Messdiener auf den Stufen zum Altarraum für ein Gruppenfoto.pdp / Thomas Throenle Auch eine große Menge an Messdienerinnen und Messdienern nahmen an dem feierlichen Gottesdienst teil. Sie waren aus verschiedenen Teilen des Erzbistums nach Paderborn gekommen, um im Pontifikalamt im Hohen Dom zu Paderborn ihren Dienst zu tun. Weihbischof Matthias König bedankte sich herzlich bei ihnen für ihr Engagement.  

Der Gottesdienst wurde musikalisch von Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel, gestaltet. Im Anschluss waren die Neugefirmten und ihre Angehörigen zur Begegnung und einem Imbiss ins Konrad-Martin-Haus eingeladen.  

Zweimal im Jahr lädt das Erzbistum Paderborn erwachsene katholische Christen, die sich firmen lassen möchten, zu einer eigenen Firmfeier für Erwachsene ein. Im Frühjahr findet die Firmung kurz nach Pfingsten in Paderborn im Hohen Dom statt, im Winter am Beginn der Adventszeit in Dortmund. Die nächste Erwachsenenfirmung wird am 3. Dezember 2018 in der Propsteikirche in Dortmund gefeiert.      

Mit den Firmlingen und den Firmpaten wechselte Weihbischof König jeweils noch einige Worte.pdp / Thomas Throenle Hintergrund: Firmung  

In der Firmung wird das, was in der Taufe eines Menschen grundgelegt wurde, vollendet und bekräftigt. Die Firmung gehört neben Taufe und Eucharistie zu den Eingliederungssakramenten. Durch die Firmung wird der Einzelne gestärkt und beauftragt zu einem bewussten Leben als Christ in der Nachfolge Jesu. Spender des Firmsakramentes ist in der Regel der Erzbischof oder einer seiner Weihbischöfe. Die Spendung des Sakramentes erfolgt durch Handauflegung und Salbung der Stirn des Firmkandidaten mit Chrisam. Dabei spricht der Bischof den Firmling mit seinem Taufnamen an und sagt: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“. Der Firmling wird durch einen Firmpaten begleitet. Das Mindestalter für den Empfang des Firmsakramentes liegt in Deutschland bei zwölf Jahren. Während der Vorbereitung auf den Empfang des Firmsakramentes, die sich oft über mehrere Monate erstreckt, helfen Firmbegleiter den Firmbewerbern, ihren Glauben zu vertiefen und die Bedeutung des Firmsakramentes kennen zu lernen.