Priester: Beruf – Weihe - Sendung

Erzbischof Becker weiht zwei Priester für das Erzbistum Paderborn

Durch Handauflegung und Gebet spendet Erzbischof Hans-Josef Becker zwei Männern das Sakrament der Priesterweihe, hier Christian Schmidtke. Zuvor hatte er Johannes Sanders die Hände aufgelegt.pdp / Thomas Throenle Paderborn, 19. Mai 2018. Erzbischof Hans-Josef Becker spendete am Samstag vor Pfingsten zwei Männern im Hohen Dom zu Paderborn das Sakrament der Priesterweihe. Durch das Weihesakrament mit Handauflegung und Gebet des Erzbischofs wurden Johannes Sanders (Neheim) und Christian Schmidtke (Arnsberg) in die Gemeinschaft der Priester des Erzbistums Paderborn aufgenommen. Familienmitglieder der Weihekandidaten sowie zahlreiche Gläubige aus den Heimat- und Diakonatsgemeinden nahmen an der festlichen Weiheliturgie am Vigiltag von Pfingsten teil. „Ruf, Weihe und Sendung spiegeln die bleibende Verankerung des priesterlichen Dienstes im Leben der Kirche“, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt.      

Die Diakone Johannes Sanders und Christian Schmidtke (v.l.n.r.) haben sich im Altarraum des Hohen Domes hingekniet, um von Erzbischof Hans-Josef Becker das Sakrament der Priesterweihe zu empfangen.pdp / Thomas Throenle Ein Priester sei ein „Berufener“, führte der Paderborner Erzbischof im feierlichen Gottesdienst aus. Und wenn bereits im zwischenmenschlichen Bereich ein „Wort“ eine Brücke und Heilmittel sein könne, wieviel mehr erst in der Beziehung zwischen Gott und Menschen. Ein Priester stehe als Gerufener im lebendigen Strom der Heilsgeschichte. Das Priestertum sei einbezogen in den lebendigen Austausch Gottes mit den Menschen, in den Prozess von Wort und Antwort, von Rufen und Hören, so Erzbischof Becker. Es sei Gottes freier und souveräner Wille, der rufe, der um den Menschen werbe. Gott habe Menschen als aktive Mitarbeiter in seinen Heilsplan einbezogen. „Beim Gerufenen liegt dann die Chance für sein Leben, zu diesem Ruf ‚ja‘ zu sagen, Antwort zu geben.“  

Als Zeichen der Verbindung mit Jesus Christus salbt Erzbischof Becker den Neugeweihten die Hände mit Chrisam-Öl, hier die Hände von Christian Schmidtke.pdp / Thomas Throenle Die Weihe des Priesters entwickle sich aus dem Ruf Gottes heraus, denn der Ruf sei ein Ruf in die Nähe Gottes, erläuterte Erzbischof Becker weiter. „Wo aber ein Mensch in die Nähe Gottes kommt, da geschieht Veränderung von Grund auf. Die Weihe des Priesters ist mit der Priesterweihe nicht abgeschlossen. Priesterliche Weihe ist ein ganzheitlicher Prozess, dessen Höhepunkt dann die Weihehandlung selbst darstellt.“ Aufgrund von Berufung und Weihe sei der Priester zudem ein Gesandter, erklärte der Paderborner Oberhirte abschließend: „Der Ruf und die Weihe lassen den Priester zum Werkzeug göttlicher Tätigkeit für die Menschen werden. Der Priester ist ein Gesandter. Mit dem göttlichen Ruf ‚Komm, folge mir nach!‘ korrespondiert der Auftrag ‚Geh hin!‘.“  

Zum Zeichen der Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester legen die anwesenden Priester den Neupriestern die Hände auf. V.l.n.r.: Weihbischof Hubert Berenbrinker, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB, Weihbischof Manfred Grothe, Generalvikar Alfons Hardt, Dompropst Joachim Göbel.pdp / Thomas Throenle Am Beginn des feierlichen Gottesdienstes wurden die beiden Weihekandidaten durch Diakon Christian Mersch namentlich aufgerufen, sie traten vor Erzbischof Becker und erklärten mit den Worten „Hier bin ich!“ ihre Bereitschaft zur Weihe. Mit den Worten „Mit dem Beistand unseres Herrn und Gottes Jesus Christus, des Erlösers, erwählen wir diese unsere Brüder zu Priestern“ antwortete Erzbischof Hans-Josef Becker auf die im Namen der Kirche ausgesprochene Bitte von Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn, den Weihekandidaten das Sakrament der Priesterweihe zu spenden. Die versammelte Gemeinde bekundete ihre Zustimmung zur Erwählung der Weihekandidaten mit den Worten „Dank sei Gott, dem Herrn“. Zuvor hatte Regens Monsignore Dr. Menke-Peitzmeyer bestätigt, dass die beiden Weihekandidaten würdig seien, das Sakrament zu empfangen: „Das Volk und die Verantwortlichen wurden befragt. Ich bezeuge, dass sie für würdig gehalten werden.“  

Erzbischof Hans-Josef Becker überreicht den Neupriestern Brot und Wein als Zeichen für ihren Auftrag, die Eucharistie zu feiern. Neupriester Johannes Sanders kniet hier vor Erzbischof Becker, der ihm die Schale mit Brot und den Kelch mit Wein anvertraut.pdp / Thomas Throenle Zu Beginn der Weiheliturgie sangen die Weihekandidaten gemeinsam mit der Schola des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn im Wechsel mit der Gottesdienstgemeinde das Lied „Komm, Heilger Geist, der Leben schafft …“ und riefen damit den Heiligen Geist um seinen Beistand an. Dann legten die beiden Weihekandidaten vor Erzbischof Becker und der Gemeinde ihr Weiheversprechen ab. Sie erklärten sich bereit, das Priesteramt als zuverlässige Mitarbeiter des Bischofs auszuüben und „unter Führung des Heiligen Geistes die Gemeinde des Herrn umsichtig zu leiten“, den Dienst am Wort Gottes treu und gewissenhaft zu erfüllen, die Mysterien Christi „zum Lobe Gottes und zum Heil seines Volkes in gläubiger Ehrfurcht“ zu feiern, für die ihnen anvertraute Gemeinde zu beten, den Armen, Kranken, Heimatlosen und Notleidenden beizustehen und zu helfen und ein Leben in enger Christus-Verbundenheit zu führen und „so zum Heil der Menschen für Gott zu leben“. Während die Weihekandidaten einzeln vor Erzbischof Hans-Josef Becker knieten und ihre Hände in seine Hände legten, versprachen sie ihm und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam.  

Erzbischof Hans-Josef Becker, die Neupriester und die Ausbildungsleiter des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn feierten nach der Priesterweihe gemeinsam die Eucharistie.pdp / Thomas Throenle Im anschließenden Gebet der Gottesdienstteilnehmer für die Weihekandidaten wurden die Heiligen der Kirche um Beistand angerufen, zum Zeichen ihrer besonderen Hingabe lagen dabei die beiden Priesteramtskandidaten flach ausgestreckt auf dem Boden des Altarraums im Hohen Dom. Diese Geste bringt den Willen und die Bereitschaft der Weihekandidaten zum Ausdruck, sich Gott in Jesus Christus ganz zu übergeben, dass sie aus sich selbst heraus schwach sind und ihre Stärke und Kraft allein von Gott empfangen, der sie aufrichtet.  

Nach der Allerheiligenlitanei legte Erzbischof Hans-Josef Becker jedem Weihekandidaten schweigend die Hände auf den Kopf und erbat für ihn Kraft und Vollmacht Gottes. Auf diese Weise wird seit den Tagen der Apostel das geistliche Amt in der Katholischen Kirche weitergegeben. Auch die zahlreich anwesenden Priester legten danach ihren neuen Mitbrüdern die Hände auf zum Zeichen ihrer Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester. Im Anschluss sprach Erzbischof Hans-Josef Becker das Weihegebet, das das Sakrament der Priesterweihe vollendet, mit der Bitte an Gott: „Gib diesen deinen Dienern die Würde des Priestertums“.  

Familienmitglieder der Weihekandidaten sowie zahlreiche Gläubige aus den Heimat- und Diakonatsgemeinden nahmen an der festlichen Weiheliturgie am Vigiltag von Pfingsten teil und freuten sich über die Neupriester des Erzbistums Paderborn.pdp / Thomas Throenle Von ihren Heimatpfarrern, Propst Hubertus Böttcher (Arnsberg) und Pfarrer Stephan Jung (Neheim), bekamen die soeben geweihten Neupriestern ihre priesterlichen Gewänder: Stola und Messgewand angelegt. Darin kommt zum Ausdruck, dass die Neugeweihten in der heiligen Weihe Christus wie ein Gewand angezogen haben, in seiner Vollmacht handeln und ihn in der Mitte seiner Gemeinde darstellen. Erzbischof Hans-Josef Becker salbte dann den beiden Neugeweihten die Hände mit heiligem Chrisam-Öl als Zeichen der Verbindung mit Jesus Christus, dem Gesalbten Gottes. Dabei sprach Erzbischof Becker: „Unser Herr Jesus Christus, den der Vater mit dem Heiligen Geist und mit Kraft gesalbt hat, behüte dich. Er stärke dich in deinem Dienst, das Volk Gottes zu heiligen und Gott das Opfer darzubringen“.  

Schließlich überreichte der Paderborner Erzbischof den Neupriestern Brot in einer Hostienschale und Wein in einem Kelch als Zeichen für den Auftrag, die Eucharistie zu feiern. Dabei sagte Erzbischof Becker: „Empfange die Gaben des Volkes für die Feier des Opfers. Bedenke, was du tust, ahme nach, was du vollziehst, und stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes“. Zum Abschluss der Weihehandlung tauschten Erzbischof Hans-Josef Becker und die Konzelebranten mit den neugeweihten Priestern den Friedensgruß als Zeichen der Verbundenheit und Gemeinschaft. Dann feierten Erzbischof Becker und die Konzelebranten gemeinsam mit den beiden neuen Priestern die Eucharistie.  

Erzbischof Hans-Josef Becker nimmt das Weiheversprechen der Priesterkandidaten entgegen. Hier legt Diakon Christian Schmidtke seine Hände in die Hände des Paderborner Erzbischofs.pdp / Thomas Throenle Der Paderborner Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning, die Schola des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn unter der Leitung von Mike Hottmann und Jens Baronowsky, Pfarrer Daniel Maiworm als Kantor und Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel gestalteten den Gottesdienst musikalisch.  

An den Pfingsttagen und folgenden Wochenenden feiern die neuen Priester in ihren Heimat- und Diakonatsgemeinden die Primiz.  

Das Sakrament der Priesterweihe empfingen:  

Neupriester Johannes Sanders aus der Pfarrei St. Johannes Baptist in Neheim und Vosswinkel. Er wurde 1990 in Neheim geboren. Nach seinem Abitur am Franz-Stock-Gymnasium in Arnsberg-Neheim studierte er Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn und der Ludwig-Maximilian-Universität München. Anschließend absolvierte er ein Pastoralpraktikum in Iserlohn. Seine Diakonatsgemeinde war die Kirchengemeinde St. Aloysius in Iserlohn, Pastoralverbund Iserlohn.
Zum Zeichen der Aufnahme in die Gemeinschaft der Priester legen die anwesenden Priester den Neupriestern die Hände auf – hier die beiden Heimatpfarrer der beiden Neupriester: Pfarrer Stephan Jung (Neheim) (li.) und Propst Hubertus Böttcher (Arnsberg).pdp / Thomas Throenle Als Neupriester wird Sanders seine Primiz feiern am Pfingstsonntag, 20. Mai 2018, 11 Uhr, in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Neheim, um 15.30 Uhr wird dort die Vesper gebetet und der Primizsegen gespendet. Die Nachprimiz von Neupriester Sanders wird sein an Fronleichnam, 31. Mai 2018, 9.30 Uhr, in der Pfarrkirche St. Aloysius in Iserlohn, um 14 Uhr wird dort die Vesper gebetet und der Primizsegen gespendet.
Neupriester Johannes Sanders wird eingesetzt als Vikar im Pastoralverbund Anröchte. Leiter des Pastoralverbundes ist Pfarrer Waldemar Kolotzek.

Neupriester Christian Schmidtke aus der Pfarrei Liebfrauen in Arnsberg. Er wurde 1986 in Iserlohn geboren. Von 2009 bis 2011 absolvierte Schmidtke eine Ausbildung zum staatlich examinierten Altenpfleger beim Caritas-Verband Arnsberg-Sundern, um anschließend ein Propädeutisches Jahr im Erzbischöflichen Priesterseminar Paderborn zu durchlaufen. Von 2013 bis 2016 studierte er Katholische Theologie im Interdiözesanen Studienhaus St. Lambert in Lantershofen. Im Pastoralen Raum Am Revierpark in Dortmund absolvierte er sein Pastoralpraktikum. Hier, im Pastoralen Raum Am Revierpark in Dortmund, war auch seine Diakonatsstelle.
Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars, bittet Erzbischof Hans-Josef Becker, den Weihekandidaten das Sakrament der Priesterweihe zu spenden.pdp / Thomas Throenle Als Neupriester wird Schmidtke seine Primiz feiern am Pfingstsonntag, 20. Mai 2018, 11 Uhr, in der Pfarrkirche Liebfrauen in Arnsberg, um 16 Uhr wird dort eine Dankvesper gefeiert und der Primizsegen gespendet. Mit Neupriester Schmidtke sind zwei Nachprimiz-Feiern geplant: Sonntag, 27. Mai 2018, 10 Uhr in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Iserlohn-Oestrich (15 Uhr Dankandacht mit Primizsegen) und Sonntag, 3. Juni 2018, 9.45 Uhr, in der Pfarrei St. Urbanus in Dortmund-Huckrade (14 Uhr Dankandacht mit Primizsegen).
Neupriester Christian Schmidtke wird eingesetzt als Vikar im Pastoralen Raum „Pfarrei St. Dionysius“ in Herne. Leiter des Pastoralen Raumes ist Pfarrer Georg Birwer.