"Wo finden Flüchtlinge eine kirchliche Heimat?"

Weihbischof Dr. Dominicus Meier nahm auf einem Katholikentagspodium teil

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB gab beim 101. Katholikentag in Münster ein Statement zum Thema \"Wo finden Flüchtlinge eine kirchliche Heimat?\".pdp Münster / Paderborn, 11. Mai 2018. Mit den Flüchtlingsbewegungen der vergangenen Jahre kamen auch viele Christen nach Deutschland. Was es für diese Menschen bedeutet, auch kirchlich eine neue Heimat zu finden, war Thema eines Podiums beim 101. Katholikentag in Münster.  Zu den Teilnehmern des Podiums, das den Titel "Am Ende einer langen Reise. Wo finden Flüchtlinge eine kirchliche Heimat?" trug, zählte auch Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB. Er ist Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die Gläubigen der mit Rom verbundenen Ostkirchen. Dabei handelt es sich um katholische Kirchen, die einen ostkirchlichen Ritus haben.  

"Wer Menschen annehmen und ihnen Heimat geben will, muss sie in ihrer Liturgie annehmen", sagte Weihbischof Dominicus in seinem Eingangsstatement. Insgesamt seien die unierten Ostkirchen in Rom mit insgesamt zwölf unterschiedliche Riten vertreten. Das sei eine Vielfalt, die häufig gar nicht bekannt sei. Als Beauftragter der Deutschen Bischofkonferenz sei er sowohl Ansprechpartner für die Oberhäupter der verschiedenen Kirchen in Deutschland als auch für die katholischen Büros, wenn es um politische Fragen gehe. Zudem habe die DBK beschlossen, dass möglichst in allen Diözesen Beauftragte für dieses Thema ernannt werden sollen. 18 von 27 Diözesen hätten dies schon umgesetzt.  

Das Podium fand im Marienfelder Saal des Bistumsarchives statt.pdp Weihbischof Dominicus wies auf die Bedeutung von muttersprachlichen Gemeinden hin, in denen neu ankommende Menschen ihre gewohnte Sprache und ihren gewohnten Ritus finden könnten. Diese Gemeinden gäben "Heimat, Sicherheit, einen geschützten Raum". Hilfe sei dort schneller möglich als in den normalen Gemeinden. Derzeit gehe es darum, in Zusammenarbeit mit den Diözesen räumliche und finanzielle Möglichkeiten für diese Gemeinden zu finden.  

An dem Podium nahmen auch Dr. Miles Abboud, Seelsorger der arabisch sprechenden Christen in Müster, teil, der Sozialwissenschaftler Dr. Kaliko Ghirmai aus Frankfurt am Main sowie Dr. Brigitta Sassin, Referentin für Muttersprachliche Gemeinden im Bezirksbüro der kath. Stadtkirche, Frankfurt am Main. Auch zwei junge Frauen, die eine Flucht hinter sich habe, nahmen am Podium Teil und erzählten davon, wie wichtig es für sie gewesen sein, in der arabisch sprechenden Gemeinde in Münster eine kirchliche Heimat gefunden zu haben.  

Weihbischof Dominikus predigte in der Kirche St. Antonius in einem Gottesdienst, der im Melkitisch-byzantinischen Ritus gefeiert wurde.pdpErstmals gab es beim Katholikentag in Münster in der Kirche St. Antonius ein eigenes Zentrum für die muttersprachlichen Gemeinden. Dort nahm Weihbischof Dominicus Meier bereits am Donnerstag, dem Hochfest Christi Himmelfahrt, an einem Gottesdienst im melkitisch-byzantinischen Ritus teil und hielt die Predigt. Darin sagte er, dass "Friede sei mit euch" die Grußformel des Auferstandenen sei. Er habe dies zu vollkommen verstörten Jüngern gesagt, die nach dem Kreuzestod Jesu glaubten, dass die Beziehung zu Jesus und auch die Beziehungen untereinander zerbrochen seien. Dies sei eine Situation gewesen, die der Lage heutiger Menschen gleiche, die angesichts der herrschenden Friedlosigkeit ähnlich verstört und ängstlich seien. Weihbischof Dominicus erwähnte aktuelle Ereignisse der Weltpolitik, durch die eine mühsam erreichte Balance von einem Präsidenten beiseite geschoben würden. "Der auferstandene Jesus sei derjenige, der die Friedlosigkeit überwindet", so der Weihbischof. Durch ihn könnten zerstörte Gemeinschaften zur Einheit geführt und Türen weit geöffnet werden.  

Die Melkitisch griechisch-katholische Kirche ist mit 1,5 Millionen Gläubigen eine starke Gemeinschaft im Nahen Osten. In der Liturgie pflegt sie die griechisch-arabische Form des byzantinischen Ritus. Aufgrund der Auswanderung aus den Stammlanden ist die melkitische Kirche in vielen Ländern präsent, auch in Deutschland.