Mit Gottes Hilfe ist alles lebbar

Durch Handauflegung und Gebet weihte Weihbischof Matthias König drei Männer zu Diakonen. Hier legt er Christian Mersch die Hände auf. Zuvor empfingen (v.l.) Sascha Heinrich und Patrick Kaesberg das Weihesakrament.pdp / Thomas Throenle Paderborn, 21. April 2018. Drei Männern, die sich als Seminaristen des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn auf den Dienst als Priester vorbereiten, spendete Weihbischof Matthias König im Auftrag von Erzbischof Hans-Josef Becker durch Handauflegung und Gebet in der Universitäts- und Marktkirche in Paderborn am Samstag die Diakonenweihe. „Hier bin ich“, sagten zu Beginn des Gottesdienstes vor dem Weihbischof stehend laut und für alle vernehmbar die Weihekandidaten Sascha Heinrich aus Letmathe, Patrick Kaesberg aus Paderborn und Christian Mersch aus Rietberg-Neuenkirchen.        

„Sie hatten alle drei auf Ihrem Lebensweg reichlich Zeit, in Ihre Berufung hineinzuwachsen“, sagte Weihbischof Matthias König in seiner Predigt zu den drei Weihekandidaten. Damit nahm er Bezug auf die Tatsache, dass Sascha Heinrich zunächst als Wassermeister, Patrick Kaesberg als Vertragsfußballer und Christian Mersch als Verwaltungsfachwirt tätig waren, ehe sie sich auf den je eigenen Weg zum Priesterberuf gemacht haben. „Sie hatten die Möglichkeit, Entdeckungen über Gott, seine Kirche und die Menschen zu machen, um dann zu einer Entscheidung zu gelangen, die heute eingefordert wird.“ Weihbischof König lud dazu ein, immer wieder darüber zu staunen, was Gott bisher möglich gemacht habe, wie er bestehende Grenzen weite, neugierig zu bleiben, auf das, was komme.  

Diakone legen gegenüber dem Bischof das Versprechen der Ehrfurcht und des Gehorsams ab. Hier legt Sascha Heinrich seine Hände in die Hände von Weihbischof Matthias König. Im Hintergrund Patrick Kaesberg und Christian Mersch.pdp / Thomas Throenle Bei all dem sei die Erfahrung der Treue Gottes und seines Geleites wesentlich, führte Weihbischof König weiter aus. Dadurch sei gewachsen, was die drei Weihekandidaten bei ihrer Diakonenweihe mehrfach bekundeten: „Ich bin bereit!“. „Wichtig ist, dass Ihnen klar geworden ist, was Sie wirklich trägt und hält: Das Gebet, die Eucharistie, die Betrachtung der Heiligen Schrift, das Leben aus der Gemeinschaft der Kirche. Wenn das das Fundament Ihres Lebens bildet, dann brauchen Sie sich nicht zu sorgen, dieses Leben als Diakon und später als Priester könnte nicht lebbar sein. Sie wissen es, wie ich es in all den Jahren und Jahrzehnten als Seminarist, Diakon, Priester und Bischof erfahren habe und erfahre: Mit Gottes Hilfe ist das alles lebbar!“, so Weihbischof König zum Abschluss seiner Predigt. Im Hinblick auf den Dienst in der Kirche sei zentral, dass „nicht ich die Frohe Botschaft erfinden muss, vielmehr ihr durch meinen Dienst und mein Leben Gestalt geben darf“.  

Im feierlichen Gottesdienst wurden die drei Diakonatsweihekandidaten durch Diakon Johannes Sanders einzeln mit Namen aufgerufen, sie traten jeweils vor Weihbischof Matthias König und erklärten mit den Worten „Hier bin ich!“ ihre Bereitschaft zur Weihe. Dann bat der Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn, Domkapitular Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, den Bischof im Namen der Kirche, den Männern die Diakonenweihe zu spenden. Weihbischof König sagte: „Mit dem Beistand unseres Herrn und Gottes Jesus Christus, des Erlösers, erwählen wir diese unsere Brüder zu Diakonen“. Die versammelte Gemeinde bekundete danach ihre Zustimmung zur Erwählung der Diakone mit den Worten „Dank sei Gott, dem Herrn.“  

Bestandteil der Weiheliturgie ist das Überreichen des Evangelienbuches. Hier empfängt der neu geweihte Diakon Christian Mersch aus der Hand von Weihbischof Matthias König das Evangeliar. Im Hintergrund Diakon Sascha Heinrich und Diakon Patrick Kaesberg (r.).pdp / Thomas Throenle Zu Beginn der Weiheliturgie sang die Gottesdienstgemeinschaft im Wechsel mit den Weihekandidaten den Heilig-Geist-Hymnus „Komm, Heilger Geist, der Leben schafft …“ und rief damit den Heiligen Geist um seinen Beistand an. Dann wurden die Weihekandidaten von Weihbischof Matthias König nach ihrer Bereitschaft zum diakonalen Dienst und zum Gehorsam gegenüber den Weisungen der Kirche befragt. Jeder Kandidat erklärte seine Bereitschaft, sich zum Diakon weihen zu lassen, in Gemeinschaft mit dem Bischof und den Priestern dem Volk Gottes zu dienen, den Glauben in Wort und Tat zu verkünden, das Stundengebet zu feiern, den Bedürftigen zu helfen und sein Leben in der Nachfolge Jesu Christi zu gestalten. Danach traten die Weihekandidaten einzeln vor Weihbischof König, knieten sich jeweils vor ihn, legten ihre Hände in seine Hände und versprachen dabei ihrem Bischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. In der anschließenden Allerheiligenlitanei wurden die Heiligen der Kirche um Beistand angerufen, zum Zeichen ihrer besonderen Hingabe lagen dabei die Weihekandidaten ausgestreckt auf dem Boden.  

Durch Auflegen der Hände und sein Gebet spendete Weihbischof Matthias König danach die Weihe. Im anschließenden Weihegebet betete der Weihbischof: „Das Evangelium Christi durchdringe ihr Leben. Selbstlose Liebe sei ihnen eigen, unermüdliche Sorge für die Kranken und Armen. Mit Würde und Bescheidenheit sollen sie allen begegnen, lauter im Wesen und treu im geistlichen Dienste. In ihrem Wirken sollen Jesu Weisungen aufleuchten, das Beispiel ihres Lebens soll die Gemeinde auf den Weg der Nachfolge führen. So bezeugen sie wahrhaft den Glauben und bleiben bis ans Ende fest in Christus verwurzelt.“  

Drei Männer empfingen in der Paderborner Universitäts- und Marktkirche die Diakonenweihe. (V.l.n.r.) Sascha Heinrich, Patrick Kaesberg, Christian Mersch.pdp / Thomas Throenle Die neuen Diakone erhielten dann aus den Händen von Pfarrer Frank-Dietmar Niemeier (Letmathe), Pfarrer Peter Scheiwe (Schloss Neuhaus) und Pfarrer Augustinus Dröge (Neuenkirchen) die Stola, die als Zeichen des diakonalen Amtes während der Liturgie getragen wird, sowie das liturgische Gewand des Diakons, die Dalmatik. Schließlich überreichte Weihbischof Matthias König jedem einzelnen Diakon symbolisch das Evangelienbuch mit den Worten: „Empfange das Evangelium Christi. Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben, was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“ Als Zeichen der besonderen Verbundenheit und Gemeinschaft tauschte Weihbischof König mit jedem neugeweihten Diakon den Friedensgruß. Dann tauschten auch die Konzelebranten sowie alle anwesenden Diakone mit den Neugeweihten den Friedensgruß als Zeichen der Gemeinschaft im Dienstamt.  

An die Weiheliturgie schloss sich die Eucharistiefeier an. Dabei bereiteten zwei der zuvor geweihten Diakone, Diakon Sascha Heinrich und Diakon Patrick Kaesberg, den Altar und nahmen die Gaben für die Feier der Eucharistie in Empfang.  

Als Element der Weiheliturgie bekleidet der jeweilige Heimatpfarrer den neugeweihten Diakon mit der Stola und der Dalmatik. Hier Diakon Patrick Kaesberg und Pfarrer Peter Scheiwe (Schloss Neuhaus).pdp / Thomas Throenle Der feierliche Gottesdienst wurde geleitet von Weihbischof Matthias König, Regens Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, Subregens Matthias Klauke, Spiritual Christian Städter und Dechant Benedikt Fischer (Paderborn) konzelebrierten. Musikalisch wurde die Diakonenweihe in der Paderborner Universitäts- und Marktkirche gestaltet durch die Choralschola des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn unter der Leitung von Jens Baronowsky und von Marcel Eliasch an der Orgel.  

Zahlreiche Gäste aus den Heimat- und Praktikumsgemeinden, Verwandte, Freunde, Bekannte und Wegbegleiter waren zur Feier der Diakonenweihe nach Paderborn gekommen. Der festliche Gottesdienst mit der Weihezeremonie wurde in der Paderborner Universitäts- und Marktkirche gefeiert, um einen Bezug zum Erzbischöflichen Priesterseminar Paderborn und zur Theologischen Fakultät Paderborn herzustellen, eine Brücken zu schlagen zu den theologischen Ausbildungsstätten der Weihekandidaten.  

Domkapitular Benedikt Fischer hatte als Pfarrer der Universitäts- und Marktkirche in Paderborn zu Beginn des Gottesdienstes Weihbischof Matthias König, die Leitung des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn, die zahlreich teilnehmenden Priester und Diakone und insbesondere die Weihekandidaten und deren Eltern und Weggefährten begrüßt. Der Doppelname der Universitäts- und Marktkirche mache symbolisch deutlich, worauf es als Diakon und Priester ankomme, nämlich gelehrt zu werden, um sprachfähig zu werden, um hinausgehen zu können auf den Markt, um zu verkünden. „Das, was an der Universität gelehrt wird, wird hier in der Kirche gefeiert, um dann auf den Markt getragen zu werden, um auf dem Markt verkündet zu werden zum Heil der Menschen.“  

Nach ihrer Diakonenweihe stellten sich die neu geweihten Diakone, Weihbischof Matthias König und die Konzelebranten gemeinsam mit den Ministranten zu einem Gruppenfoto auf.pdp / Thomas Throenle Nach der Weiheliturgie und Messfeier fand im Erzbischöflichen Priesterseminar Paderborn ein Empfang statt. Ein Vespergottesdienst in der Kirche des Erzbischöflichen Theologenkonvikts Collegium Leoninum beschloss den besonderen Tag für die neuen Diakone.      

Zu Diakonen wurden geweiht:  

Diakon Sascha Heinrich aus der Pfarrei St. Kilian in Iserlohn-Letmathe. Er wurde 1987 geboren. Nach seiner Berufsausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik qualifizierte er sich weiter zum Wassermeister (IHK). Von 2012 bis 2013 absolvierte er das Propädeutikum im Erzbischöflichen Priesterseminar und studierte anschließend von 2013 bis 2017 Katholische Theologie im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen. Nach seinem Abschluss am überdiözesanen Seminar zur Priesterausbildung wurde er 2017 in den Pastoralkurs des Erzbistums Paderborn aufgenommen. Als Diakon wird er im Pastoralverbund Siegen-Mitte bei Pfarrer Wolfgang Winkelmann eingesetzt.

Diakon Patrick Kaesberg aus der Pfarrei St. Martin in Paderborn Schloss Neuhaus. Er wurde 1986 geboren. Nach seinem Abitur am Gymnasium Schloss Neuhaus war er von 2006 bis 2008 Vertragsfußballer in Darmstadt und Aachen. Anschließend absolvierte er ein BWL-Studium in Bergisch Gladbach, das er mit dem Bachelor of Arts abschloss. Von 2012 bis 2017 studierte er in Paderborn, Jerusalem und München Theologie. Sein Theologiestudium schloss er mit dem Magister-Diplom ab. Als Diakon wird er im Pastoralen Raum „Am Phoenixsee“ in Dortmund eingesetzt werden.

Diakon Christian Mersch aus der Pfarrei St. Margareta in Neuenkirchen (Rietberg). Er wurde 1983 geboren. Nach dem Besuch der Realschule absolvierte er eine Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt bei der Stadt Rietberg. Anschließend besuchte er die Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung am Reinhard-Mohn-Berufskolleg Gütersloh, die er mit der Fachhochschulreife abschloss. Nach einer Zeit der Berufstätigkeit besuchte er von 2007 bis 2009 das Clementinum Paderborn und das Westfalenkolleg Paderborn, das er mit dem Abitur abschloss. Er studierte Katholische Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn und an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Mersch wird als Diakon im Pastoralen Raum Dortmund Ost eingesetzt werden.  

Stichwort: Diakon

Das Wort Diakon leitet sich vom griechischen Wort diakonos ab und bedeutet „Diener“, „Helfer“. Ein Diakon ist gesandt zur besonderen Nachfolge Christi. Innerhalb der Kirche bekleidet er ein geistliches Amt, den Diakonat. Seine Aufgaben beschränken sich aber nicht auf den Gottesdienst (leiturgia - Liturgie), vielmehr umfassen sie auch die Verkündigung (martyria – Zeugnis) und den „Dienst am Nächsten“ (diakonia – Diakonie / Caritas) und damit alle drei Grundvollzüge der Kirche. Für einen Diakon ist der „Dienst am Nächsten“ wesentlich, er ist insbesondere dazu aufgerufen, zu den Armen und Kranken, den „Menschen am Rande“ zu gehen. Die von einem Bischof gespendete sakramentale Weihe zum Diakon ist eine Stufe des dreigliedrigen Weihesakraments (Diakon – Priester – Bischof), dadurch ist der Diakon in die Gemeinschaft der Geistlichen, den Klerus, eingegliedert.

Diakone assistieren dem Priester bei der Feier der Eucharistie, verkünden dabei das Evangelium und dürfen predigen. Sie können das Sakrament der Taufe spenden, bei der kirchlichen Eheschließung assistieren, Beerdigungen leiten, Wortgottesdienste feiern und die Kommunion spenden. Die Feier der Eucharistie bleibt den Priestern vorbehalten, ebenso wie die Spendung des Sakramentes der Krankensalbung und des Bußsakramentes.

Verheiratete Männer, die 35 Jahre und älter sind, können nach einer entsprechenden Ausbildung und mit Zustimmung ihrer Ehefrau zum Diakon geweiht werden, um als Ständiger Diakon eingesetzt zu werden. Ständige Diakone üben in der Regel zusätzlich zum Seelsorgedienst einen bürgerlichen Beruf aus. Wer ein Zölibatsversprechen ablegt, kann die Diakonenweihe bereits mit 25 Jahren empfangen. Auch Priesteramtskandidaten werden zunächst zum Diakon und dann zum Priester geweiht.

Bei von einem Diakon geleiteten Gottesdiensten trägt der Diakon als Amtszeichen die Diakonenstola über dem Chorgewand oder der Albe. Die liturgische Kleidung des Diakons bei der Assistenz in der Eucharistiefeier ist die Dalmatik, die wie das priesterliche Messgewand über Albe und Stola getragen wird.

Auf der Homepage des Erzbischöfliches Priesterseminars Paderborn finden sich weitere Fotos und kleine Filmsequenzen.