Liturgie und Ökumene im Fokus

Wissenschaftlicher Beirat des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik trifft sich zu jährlicher Tagung in Paderborn

Erzbischof Hans-Josef Becker (3. v. r.) begrüßte die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik zur Jahrestagung in Paderborn. Vordere Reihe v. r.: Professor Dr. Wolfgang Thönissen, leitender Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts, Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele, Erzbischof Hans-Josef Becker, Monsignore Juan Usma Gómez (Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen).pdp Paderborn, 14. März 2018. Vom 14. bis 16. März 2018 tagen rund 30 Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats des vom Erzbistum Paderborn getragenen Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik. Erzbischof Hans-Josef Becker begrüßte am Mittwoch als Präsident des Instituts die Beiratsmitglieder, die sich mit dem Thema „Liturgie und Ökumene“ beschäftigen.

In seinem Grußwort blickte Erzbischof Becker auf das 500-jährige Reformationsgedenken im Jahr 2017 zurück, das eine Zeit intensiver ökumenischer Begegnungen gewesen sei. „Die deutschen Bischöfe haben die Einladungen der leitenden Geistlichen der evangelischen Partnerkirchen zu den Gottesdiensten gerne angenommen“, sagte er. „Ich denke, das Jahr des Reformationsjubiläums war ein guter Anstoß, die Ökumene vor Ort mit neuem Leben zu füllen.“

Erzbischof Becker erinnerte zudem an den Kooperationsvertrag für den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht, der im September zwischen den evangelischen Landeskirchen in NRW und katholischen (Erz-)Bistümern unterzeichnet worden sei. Als „Signal der Hoffnung auf die größere Gemeinschaft der Christen“ verwies er auf die von der Deutschen Bischofskonferenz ermöglichte Teilhabe an der Kommunion für Partnerinnen und Partner in konfessionsverbindenden Ehen. Das Tagungsthema „Liturgie und Ökumene“ sei sehr geeignet, um zu verdeutlich, „wie die unterschiedlichen Kirchen auf dem gemeinsamen Weg sind und wo sie einander Vermittlungsdienst leisten müssen, um die ‚Ökumene der Gaben‘ fortzusetzen“.

Verschiedene Fachreferenten bringen im Verlauf der Tagung ihre Beiträge ein und stellen sie zur Diskussion: Nach einer Einführung von Professor Dr. Wolfgang Thönissen, leitender Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts, spricht Professor Dr. Stefan Kopp, Professor für Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät Paderborn, zum Thema „Liturgie und Ökumene aus katholischer Perspektive“. Oberkirchenrat Dr. Johannes Goldenstein von der Vereinigten Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) bringt evangelisch-lutherische Perspektiven zu der Thematik ein, Professor Dr. Daniel Benga von der Ludwig-Maximilians-Universität München beleuchtet das Thema aus orthodoxer Sicht. „Luther in Laach“ ist ein Vortrag von Pater Dr. Augustinus Sander OSB überschrieben, der einen Bericht zum Reformationsgedenken enthält. An der Tagung nimmt außerdem Monsignore Juan Usma Gómez aus Rom teil, der aus dem Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen berichtet.

Stichwort: Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik und Wissenschaftlicher Beirat

Das Ökumene-Institut wurde am 19. Januar 1957 durch den Paderborner Erzbischof Lorenz Jaeger gegründet. Träger ist das Erzbistum Paderborn, Präsident der Erzbischof von Paderborn. Das Institut soll durch die wissenschaftliche Erforschung von Lehre und Leben der nicht-katholischen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften das ökumenische Anliegen der sichtbaren Einheit der Kirche fördern. Die Forschungsergebnisse werden dokumentiert und vermittelt. Das Johann-Adam-Möhler-Institut führt den Dialog mit den anderen christlichen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, beispielsweise durch die Mitarbeit in ökumenischen Gremien.

Dem Wissenschaftlichen Beirat des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik gehören 30 Theologinnen und Theologen aus dem In- und Ausland an. Das Institut trägt den Namen des katholischen Theologen Johann Adam Möhler (1796-1838), der in Tübingen und später in München die wissenschaftliche Erforschung der Lehrunterschiede zwischen den Konfessionen begründet hat. In Paderborn gibt es die größte Spezial-Bibliothek für Ökumenik, die über 160.000 Bände und circa 200 laufende Zeitschriften umfasst.