Papst Franziskus: Mahner und Inspirator

Päpstliche Familie begeht den fünften Jahrestag der Amtseinführung von Papst Franziskus

Anlässlich des fünften Jahrestages der Amtseinführung von Papst Franziskus hatte Erzbischof Hans-Josef Becker die Mitglieder der Päpstlichen Familie eingeladen. Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB feierte das Pontifikalamt, Prälat Thomas Dornseifer begrüßte beim Empfang.pdp / Thomas ThroenlePaderborn, 11. März 2018. Seit dem 13. März 2013 ist Papst Franziskus der 266. Bischof von Rom und Oberhaupt der Katholischen Kirche, am 19. März 2013 wurde er in sein Amt eingeführt. Der Jahrestag der Amtseinführung des Heiligen Vaters ist für die Weltkirche ein Festtag und wird im Erzbistum Paderborn jährlich mit einem Pontifikalamt im Hohen Dom und einem Empfang der Päpstlichen Familie im Konrad-Martin-Haus gefeiert. In Vertretung von Erzbischof Hans-Josef Becker zelebrierte Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB den festlichen Gottesdienst und begrüßte Prälat Thomas Dornseifer die Gäste. „Durch sein Wesen und durch seine Gesten schenkt Papst Franziskus unserer Kirche ein menschliches und zugleich unverwechselbares Gesicht“, würdigte Prälat Dornseifer das Oberhaupt der Katholischen Kirche beim Empfang.      

Zur Päpstlichen Familie in den (Erz-)Diözesen zählen Geistliche, die die Ehrentitel Päpstlicher Ehrenkaplan (Monsignore), Päpstlicher Ehrenprälat und Apostolischer Protonotar tragen, sowie Träger des Päpstlichen Silvester- und Gregoriusordens, die Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem und Mitglieder des Malteserordens. Zudem gehören mehrere Amtsträger im Vatikan, die den Papst als Staatsoberhaupt in besonderer Weise unterstützen, zur Päpstlichen Familie.  

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB stand dem Pontifikalamt im Hohen Dom zu Paderborn vor, Prälat Thomas Dornseifer konzelebrierte.pdp / Thomas ThroenlePrälat Thomas Dornseifer hieß die anwesenden Mitglieder der Päpstlichen Familie aus dem Erzbistum Paderborn im Konrad-Martin-Haus willkommen. Der stellvertretende Generalvikar betonte, Papst Franziskus habe in den vergangenen fünf Jahren seiner Amtszeit durch seine herzliche und zugleich fürsorgende Zuwendung zu Menschen das Evangelium verkündet. Sein beherztes Engagement für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt und innerhalb der einen Menschheitsfamilie zeichne ihn aus. Prälat Dornseifer verwies auf das Apostolische Schreiben „Evangelii gaudium“ (Freude des Evangeliums) von Papst Franziskus und erläuterte, der Heilige Vater erscheine darin zugleich als Mahner und Inspirator, er weise nachdrücklich auf Auswüchse der globalen Wirtschaftsordnung hin und entwickle Linien für eine zeitgemäße Verkündigung der christlichen Botschaft. Auch die päpstliche „Umweltenzyklika“ mit dem Titel „Laudato si“ (Sei gepriesen) fordere eine grundlegende ökologische Umkehr, Papst Franziskus mahne und inspiriere damit zahlreiche Menschen. Im Hinblick auf das Nachsynodale Schreiben „Amoris laetitia“ (Freude der Liebe) von Papst Franziskus führte Prälat Dornseifer aus: „Der Heilige Vater möchte mehr Barmherzigkeit in der Anwendung der kirchlichen Morallehre zulassen und hält grundsätzlich an den geltenden Normen zu Ehe und Familie fest.“  

Prälat Dornseifer erinnerte in seiner Rede zudem an das „Diözesane Forum“, zu dem sich im September 2017 rund 500 Frauen und Männer aus dem Erzbistum in Unna versammelt hatten, um unter dem Leitwort „Erfahrung. Begegnung. Wachstum.“ den Weg des „Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn“ zu überprüfen und in die Zukunft weiter zu denken. Es sei eine gute und wertvolle Erfahrung, dass mit dem durch das Erzbistum Paderborn aufgelegten Flüchtlingsfonds und dem so geförderten Engagement in den Gemeinden und Pastoralen Räumen das Christ-sein unterstützt werde. Durch „Innovative Projekte“ werde auf den unterschiedlichen Ebenen des Erzbistums das Kirche-sein begleitet. Das „gemeinsam auf dem Weg sein“ sei wichtig, betonte der Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat. Es sei Hinweis auf einen Prozess: „Wir gehen, sind auf dem Weg, da geschieht etwas, da können auch mal Umwege gegangen werden, da geht man auch mal in die falsche Richtung, aber zentral ist, dass man nicht stehen bleibt, denn nur so ‚geht etwas‘!“  

Das festliche Pontifikalamt wurde vom Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning musikalisch gestaltet.pdp / Thomas ThroenleVor dem Empfang hatte Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB mit den Mitgliedern der Päpstlichen Familie und vielen weiteren Gläubigen ein Pontifikalamt im Hohen Dom gefeiert. Es wurde musikalisch vom Paderborner Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning sowie von Christian Nolden an der Orgel gestaltet. Wer sich Jesus anvertraue, finde eine Lebensperspektive, betonte Weihbischof Dominicus in seiner Predigt. Gott biete in Jesus, seinem Sohn, eine Beziehung an, die liebevoll und erhellend sei. „Wenn ich mich auf die Begegnung mit Jesus einlasse, kann es sein, dass ich zum Licht komme, dass es in mir Licht wird und dass ich anderen Licht sein kann. Wenn ich mich Jesus zuwende, dann bricht in die Dunkelheit meiner inneren Nacht schon ein Schein des Osterlichtes. Ich wünsche uns, dass wir aus dem Tod zum Leben übergehen, vom Uneigentlichen zum Eigentlichen, von der Dunkelheit in das Licht, von der Trauer in die Freude“, sagte Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB zum Abschluss seiner Predigt.