Fastenzeit ist Rendezvous-Zeit

„Behütet – und jetzt bei uns daheim?“ Dritter Abend im Paderborner Dom

Filmpräsentation im Dom Anhand des Films "Familienzuwachs" wurden die verschiedenen Facetten von Heimat und Fremdheit gezeigt.Juliane Fröhling Paderborn, 8. März 2018. Es war schon der dritte Abend in der Reihe „Rendezvous im Dom“, die in diesem Jahr unter dem Domjubiläums-Motto „Behütet und Bedacht“ steht. Nun machten sich Adelheid Büker-Oel und Michael Müller, beides Mitarbeiter der Abteilung Schulpastoral im Erzbischöflichen Generalvikariat, Gedanken zum Thema „Behütet – und jetzt bei uns daheim?“ Los ging es mit einem kurzen Text, der sich mit Gastfreundschaft und Kirche befasste – wie kann Kirche gastfreundlich sein? Die Kirche solle sowohl für Menschen als auch Gott offen sein, der sich an einem gemeinsamen Tisch niederlasse und Geschenke für die Zukunft bringe.

 Der kurze Impuls bot den passenden Einstieg zum nachfolgend gezeigten Film „Familienzuwachs“. Darin geht es um ein älteres Ehepaar, Renate und Manni, aus einem hessischen Dorf, welches keine Kinder bekommen kann und sich im Alltagstrott befindet. Ihr Leben wird jedoch völlig auf den Kopf gestellt, als Renate, ohne das Wissen ihres Mannes, eine vierköpfige Flüchtlingsfamilie aufnimmt. Sie tut alles, damit sich die Familie wohl fühlt, während Manni den Familienzuwachs ablehnt. Erst als er bei seinem Job in einem Sanitätshaus Unterstützung vom Vater der Familie bekommt, fängt er an, sie zu akzeptieren.  Amüsante Sprachbarrieren werden nach und nach überwunden, Stehtisch mit Karten Auf den Stehtischen lagen kleinen Kärtchen mit Begriffen wie "Heimat", "Fremd sein" oder "Gastfreundschaft", die zu kurzen Diskussionen eingeladen haben.Juliane Fröhlingdie Familie gewöhnt sich an die deutsche Kultur und fasst Vertrauen. Renate und Manni haben die Familie, die sie sich immer gewünscht haben und für die Flüchtlingsfamilie ist es der Start in ein neues Leben. Doch als sie mit Hilfe eines Freundes nach Frankfurt gehen wollen, wird Renate misstrauisch und möchte die Familie nicht gehen lassen. Erst im letzten Moment unterstützt sie die Familie und wird später, in einem traurigen Moment, von ihrem Mann überrascht: ein Skype-Gespräch mit der Familie, die sich mittlerweile in Frankfurt eingelebt hat.

Diskussions-Gruppe In kleinen Gesprächsgruppen beschäftigten sich die Teilnehmer mit verschiedenen Themen aus dem Film.Juliane Fröhling Ein bewegender Film, der die verschiedenen Facetten von Heimat und Fremdheit zeigt – ein Satz ging dabei besonders unter die Haut: „Wir schaffen das!“ Im Anschluss luden Adelheid Büker-Oel und Michael Müller zu kleinen Gesprächsgruppen ein, die sich mit verschiedenen Themen aus dem Film beschäftigten. So konnte jeder die anfänglich gestellte Frage „Behütet – und jetzt bei uns daheim?“ für sich persönlich reflektieren und beantworten. Dazu waren Stehtische im ganzen Dom verteilt, auf denen Begriffe wie „Heimat“, „Fremd“ oder „Gastfreundschaft“ lagen. Nach kurzen Diskussionen konnte jede Gruppe ihre Bitten und Gedanken aufschreiben, die abschließend laut vorgelesen wurden. Insbesondere das Mitgefühl und Verständnis füreinander und die Redebereitschaft miteinander spielten für die Anwesenden eine wichtige Rolle: „Jeder fühlt sich mal fremd, da muss man Hilfe erfahren, aber auch annehmen können.“ Jeder solle neugierig sein, die Gemeinsamkeiten teilen und Unterschiede akzeptieren – darauf komme es an.

Der Abend endete mit einem gemeinsamen Gebet und für jeden, der wollte, mit einem Segen. Es folgen noch drei weitere Termine in der Reihe „Rendezvous im Dom“:

14. März 2018: „Behütet auf dem Weg“
Impulse zu Wegen und Umwegen unter Gottes Horizont
Domkapitular Benedikt Fischer und Ehrenamtliche aus dem Pastoralverbund Paderborn Mitte-Süd

21. März 2018: „Behütet und bedacht“
Der Dom als bergender Raum für das ‚Sakrament der Heimkehr‘
Pastor Monsignore Martin Reinert

Karfreitag, 30. März 2018, 19.30 Uhr: Predigt zum Karfreitag
mit anschließendem stillen Gang durch die Stadt
Prof. Dr. Martin Ebner, Bonn