„Sehnsucht nach der Begegnung mit Gott“

Kongress der Priester in der Fokolar-Bewegung

Gut besucht ist das Treffen der Priester in der Fokolar-Bewegung von Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, das derzeit in der Katholischen Akademie Schwerte stattfindet. Am Dienstag sprach Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (vorne, 2.v.r.), zu den Teilnehmern.pdpSchwerte, 28. Februar 2018. Unter dem Titel „Wandlungen“ treffen sich in dieser Woche 170 katholische Priester, evangelische Geistliche, Diakone und Seminaristen der Fokolar-Bewegung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Katholischen Akademie Schwerte. Am Dienstag feierte dort Erzbischof Hans-Josef Becker mit den Kongressteilnehmern die Heilige Messe. Später sprach Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, über „Herausforderungen und Chancen der gegenwärtigen Situation von Kirche und Gesellschaft“.

Prälat Dr. Peter Klasvogt, Direktor der Katholischen Akademie Schwerte, freute sich darüber, dass Erzbischof Hans-Josef Becker (links) am Dienstag mit den Teilnehmern des Treffens der Priester in der Fokolar-Bewegung in Schwerte die Heilige Messe feierte.pdp„Es gibt die Sehnsucht nach der Begegnung mit Gott, und es gibt die Sehnsucht nach Orten, die diese Begegnung ermöglichen“, erklärte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt. Vielerorts bestehe der feste Vorsatz, die „wunderschönen Kirchen und Kapellen“ in den Städten und Dörfern als wirkliche Gottes-Häuser zu erhalten und sie nicht zu Museen werden zu lassen. Der Paderborner Erzbischof regte zudem an, einen Blick auf die verschiedenen Gebetstraditionen der Kirche zu richten: „Warum nicht – ohne Vorbehalte – wieder mehr auf dem aufbauen, was Generationen vor uns für sich als zu Gott führend entdeckt haben?“ Einen Weg hinein in das Gebet biete beispielsweise Romano Guardinis Schrift „Vorschule des Betens“.

In seinem Referat am Nachmittag sprach Dr. Thomas Sternberg die Veränderungen von Kirche und Gesellschaft an. Als Beispiel nannte er die rasant fortschreitende Säkularisierung. Aktuell betrage der Anteil der Christen aller Konfessionen an der Bevölkerung nur noch 58,2 Prozent. Die Frage nach Gott werde immer mehr in den privaten Bereich geschoben. Andererseits gebe es eine große Präsenz kirchlicher Einrichtungen, wie Krankenhäuser, Kindergärten oder Schulen. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, dass sich die kirchliche Kommunikation nicht nur an die Gläubigen richte: „Wir müssen unsere Argumente so formulieren, dass sie auch von Nichtgläubigen verstanden werden.“

In einer Antwort beschrieb Prälat Dr. Peter Klasvogt, Direktor der Katholischen Akademie Schwerte, Globalisierung, Individualisierung und Digitalisierung als die drei wesentlichen Einflüsse heutiger gesellschaftlicher Entwicklung. Aus ihrem Glauben und ihrer Tradition heraus seien Christen in der Lage, Antworten auf die daraus folgenden Fragen und Herausforderungen zu geben.

Der Kongress wird noch bis Freitag fortgesetzt. Zum Abschluss ist der Start der „Klaus-Hemmerle-Akademie“ geplant.