„Heute schon die Welt verändert?“

MISEREOR-Fastenaktion: Indien im Blickpunkt – Gäste reisen durch das Erzbistum Paderborn

Nähkurs für Frauen im Projekt in Patna aus dem auch Asha Devi berichten wird.Florian Kopp/MISEREOR Paderborn/München, 16. Februar 2018. „Heute schon die Welt verändert?" – unter diesem Motto steht die diesjährige Fastenaktion des bischöflichen Hilfswerks MISEREOR.  Gemeinsam mit der Kirche in Indien geht MISEREOR der Frage nach, was wir gemeinsam tun können, damit immer mehr Menschen ein menschenwürdiges und gutes Leben leben können. MISEREOR eröffnet seine Fastenaktion mit einem Pontifikalamt im Dom „Zu Unserer Lieben Frau“ in München am Sonntag, 18. Februar, um 10 Uhr (Live-Übertragung ARD).

In Deutschland engagiert – in Solidarität verbunden mit den Menschen in Afrika, Lateinamerika und Asien: Das ist die MISEREOR-Fastenaktion. Sie beginnt stets am Aschermittwoch und endet an Ostern. Im Mittelpunkt der Fastenaktion steht jedes Jahr ein Land mit einem bestimmten Schwerpunkt. Am Beispiel Indien soll die Arbeit von MISEREOR verdeutlicht werden. Vielen Menschen in den Armenvierteln indischer Städte und in vernachlässigten ländlichen Regionen fehlen sichere Lebensgrundlagen, Chancen auf Bildung und die Möglichkeit, ihre Rechte geltend zu machen. Hier setzt die Unterstützung von MISEREOR mit vielen Projekten an.

Die Frage nach Lebensqualität steht im Mittelpunkt der mittlerweile 60. Fastenaktion. Denn die Grundlagen für ein gutes Leben weltweit seien Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, verdeutlicht MISEREOR mit zwei Projekten in Maharashtra und in Patna. Zwei Gäste aus Indien wird auch das Erzbistum Paderborn in den nächsten Tagen begrüßen dürfen, die aus ihrer Heimat, von Strukturen und von Projekten für Veränderung berichten werden.

Die 1975 in einem kleinen Dorf im Bundesstaat Bihar geborene Asha Devi ist Sozialarbeiterin und war eine der ersten Team-Mitglieder in der MISEREOR-Partnerorganisation Jan Kalyan Gramin Vikas Samiti (JKGVS) in Patna. Schulbildung und der Einsatz für Rechte von Menschen liegen ihr besonders am Herzen. Bei ihrer Arbeit im Armenviertel von Patna muss sie oft die Skepsis enttäuschter Frauen und Männer überwinden. „Wenn die Menschen aber Vertrauen fassen, dass man ihnen wirklich helfen kann, vergrößert sich das Netzwerk schnell“, berichtet Asha Devi. Einsatz für die Armen, Selbstvertrauen von Frauen zu stärken und ihnen zu ihren Rechen zu verhelfen sowie soziale Absicherungen zu schaffen, sind die Hauptziele der Sozialarbeiterin.

Ab dem 21. Februar ist Asha Devi im Erzbistum Paderborn zu vielen Gesprächsrunden unterwegs: Michaelsschulen Paderborn, Marien-Realschule Hamm, Franziskus-Berufskolleg Hamm, kfd-Gruppe Werktagskapelle Dortmund, Hauptschule Husen, Marienschule Brilon und Eine-Welt-Laden Salzkotten (öffentlich, 22.2. ab 18.30 Uhr).

„Wir müssen unsere Arbeit mit den Armen verstärken, und unsere Empathie, unser Engagement für die Armen muss sichtbarer werden“, fordert Bischof Niranjan Sualsingh, der ebenfalls in der kommenden Woche mehrere Orte im Erzbistum bereist. 2013 wurde Niranja Sualsingh, der 1961 in einem der ärmsten Bundesstaaten Indiens (Odisha) geboren wurde, zum Bischof von Sambalpur geweiht.

Von den 7,6 Millionen Einwohnern der Diözese Sambalpur sind nur 0,56 Prozent Katholiken. Die große Mehrheit sind Hindus. MISEREOR unterstützt dort ein Gesundheitsprogramm der Sozialabteilung der Diözese. Wichtige Themen sind die Einforderung von Anspruchsberechtigungen aus staatlichen Fördermitteln, die Inklusion, das Anzeigen von Unrecht wie Menschenhandel oder Vertreibung und auch die Kontrolle staatlicher Organe mit dem Ziel guter Regierungsführung. Bischof Sualsingh setzt sich besonders für die Erziehung der Kinder, für stärkere Positionen der Frauen, für Interreligiosität und eine harmonische Ökumen ein.

Er wird Gast sein bei den Ursulinen-Schulen Werl, der Gemeinde St. Ewaldi Dortmund und St. Bonifatius Dortmund.

 

Hintergrund
MISEREOR unterstützt heute in Indien nahezu 400 Projekte. Dazu zählen Programme zur Menschenrechtsarbeit, für Straßenkinder und gegen Kinderarbeit, Bildungs- und Sozialprogramme zur Selbsthilfeförderung insbesondere für Frauen, Dalits und  Adivasi, zur Gesundheitsarbeit, für Rechtsberatung und Sozialarbeit, zur Befreiung und Rehabilitation von Kinderarbeiter/innen in der Indischen Teppichindustrie, für bedrohte Kamelhirten in Rajasthan, aber auch Dürreprävention und nachhaltige Landnutzung sowie der Kampf um Zugangsrechte der Adivasi und um den Erhalt der Biodiversität werden durch MISEREOR-Gelder finanziert. Bei der Projektarbeit MISEREORs in Indien geht es besonders um Bewusstseinsbildung zur Überwindung entwicklungshemmender Traditionen inner-halb der Gesellschaft sowie um die Stärkung von Eigeninitiative und Eigenverantwortung marginalisierter Gruppen als Beitrag zu sozialem Wandel, gesellschaftlicher Akzeptanz und Gleichberechtigung.