COMMUNIO-Preis für Kurt Kardinal Koch

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB hob die Bedeutung des ehrlichen Dialogs hervor

Der COMMUNIO-Preis wurde an Kurt Kardinal Koch (2.v.r.) im feierlichen Rahmen in der Katholischen Akademie Schwerte von Raphael Herbers, Dr. Walter Vosberg und Prälat Dr. Peter Klasvogt überreicht.pdp Paderborn/Schwerte. 23. Juli 2016. Der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch, erhielt am Freitag den COMMUNIO-Preis 2016 für Dialog, Verständigung und Versöhnung der Katholischen Akademie Schwerte. Mit diesem Preis wird er für sein herausragendes Engagement zur Verständigung zwischen den Kirchen und religiösen Gemeinschaften geehrt, für seinen unermüdlichen Einsatz zur Überwindung konfessioneller Spaltungen und abgebrochener Dialoge wie für die Darstellung der Verantwortung von Religion in der Gesellschaft.

In seiner Laudatio betonte Bischof em. Adrianus van Luyn SDB, ehem. Erzbischof von Rotterdam und Vorsitzender der Niederländischen Bischofskonferenz sowie Präsident der Europäischen Bischofskonferenzen (COMECE), dass im Gedenkjahr 50 Jahre nach dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils mit diesem Preis ein Mann der Kirche als Musterbild der Kultur aus Dialog, Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet werde, könne als Bestätigung und Bekräftigung einer der zentralen Themen des Konzils gesehen werden, das zum Ziel hatte, die Kirche ins Gespräch mit der heutigen Welt zu bringen, in dynamischer Treue zum Evangelium.

Kardinal Koch, seit fünf Jahren Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, zuvor bereits 14 Jahre Bischof von Basel, darunter drei Jahre Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, zählt zu den bedeutendsten Ökumenikern der Gegenwart, dem es ein Anliegen ist, im ökumenischen Gespräch die Position des anderen zu verstehen und theologisch begründen zu lernen. Dialog bedeutet für Kardinal Koch nicht Anpassung an den Zeitgeist, sondern das konstruktive Suchen von Wegen des Gemeinsamen. Versöhnte Verschiedenheit in befreiender Einheit ist gerade im ökumenischen Kontext eine Grundformel des Wirkens von Kardinal Koch.

Dr. Johannes Oeldemann (Direktor Johann-Adam-Möhler-Institut), Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB und Prälat Dr. Peter Klasvogt (Direktor der Katholischen Akademie Schwerte) gratulierten Kurt Kardinal Koch zur Auszeichnung.pdp „Es braucht den ehrlichen Dialog, und es braucht Männer und Frauen des Dialogs, wie Sie es sind“, freute sich Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB, der das Grußwort für das Erzbistum Paderborn sprach. Unterschiedliche Kirche und Christliche Weltgemeinschaften erforderten eine hohe Versiertheit, denn hinter den unterschiedlichen Kategorien versteckten sich eine Vielzahl von Einzeldialogen mit den jeweiligen Denominationen und Konfessionen. Seine Kräfte setze Kardinal Koch auch im wissenschaftlichen Beirat des Paderborner Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik ein.

Eine besondere Beziehung von Kardinal Koch zum Heiligen Geist vermutete Weihbischof Dominicus, „da jeder Ihrer Gesprächspartner Sie in seiner Sprache und seiner theologischen Vorstellungswelt versteht und mit Ihnen notwendige Schritte auf dem Weg des Dialogs, der Verständigung und Versöhnung unternimmt.“

Bischof em. Adrianus van Luyn SDB hob in seiner Laudatio die Verdienste von Kardinal hervor und seine Lehre: „Im Kontext der Religionsfreiheit erklärt der Kardinal jede Form von Zwang oder Gewalt aufgrund von Glaubensauffassungen als Missbrauch der Religion.“ Ein weiteres wichtiges Ziel für den interreligiösen und interkonfessionellen Dialog sei der gemeinsame Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden, für den Schutz und die Bewahrung der Schöpfung und für die Versöhnung. Für Kardinal Koch steht der friedensstiftende Auftrag der Religionen im Vordergrund.

„Was mich persönlich sehr anspricht an den Schriften von Kardinal Koch über die ökumenische Bewegung ist die fundamentale Orientierung an der Person Jesu Christi. Die wahrhafte Ökumene ist kein Selbstzweck, sondern steht im Dienst an der glaubwürdigen Verkündigung des einen Evangeliums Jesu Christi in der heutigen Welt.“

Neben Fragen der Ökumene zeichnet der Kardinal verantwortlich für die Beziehungen des Heiligen Stuhls zum Judentum. Für sein Bemühen um kontinuierliche Aussöhnung wie theologische Vergewisserung wird ihm in der jüdischen Welt höchste Anerkennung zuteil. Für Kardinal Koch steht der friedenstiftende Gedanke der Religion im Vordergrund, denn in einer zerrissenen Welt müssen insbesondere die Religionen zum Frieden und zur Versöhnung beitragen.

Der COMMUNIO-Preis wird von der „Gesellschaft zur Förderung der Katholischen Akademie e.V.“ sowie der „Campus-Weggemeinschaft e.V.“ gestiftet. Er besteht aus einer Glasskulptur der Künstlerin Susanne Precht und wird alle zwei Jahre verliehen. Erster Preisträger war 2014 der langjährige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, Ruprecht Polenz.