Neuer Weihbischof im Erzbistum Paderborn

Papst Franziskus ernennt Offizial Abt em. Professor Dr. Dominicus Meier OSB zum Weihbischof in Paderborn / Weihbischof Manfred Grothe als Weihbischof in Paderborn entpflichtet

Neuer Weihbischof im Erzbistum Paderborn ist Offizial Professor Dr. Dominicus Meier OSB.pdp Paderborn / Rom, 15. Juli 2015. Papst Franziskus ernannte Offizial Abt em. Professor Dr. Dominicus Meier OSB zum Titularbischof von Castro auf Sardinien und Weihbischof in Paderborn. Dies wurde am Mittwoch, 15. Juli 2015, um 12 Uhr zeitgleich im Vatikan und in Paderborn verkündet. Der neue Weihbischof im Erzbistum Paderborn leitet als Offizial die Rechtsprechung im Erzbistum. Erzbischof Hans-Josef Becker wird ihn am 27. September 2015 im Hohen Dom zu Paderborn zum Bischof weihen. Zeitgleich wurde am 15. Juli 2015 Weihbischof Manfred Grothe als Weihbischof in Paderborn entpflichtet. 

Der neue Weihbischof, Offizial Abt em. Professor Dr. Dominicus Meier OSB, wurde am 10. Juli 1959 in Finnentrop-Heggen als Michael Meier geboren und wuchs in Lennestadt-Grevenbrück auf. Im Jahr 1982 legte er am Klemens-Hofbauer-Kolleg in Bad Driburg sein Abitur ab. Im gleichen Jahr trat er in die Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede ein und nahm den Ordensnamen Dominicus an. Seine Studien führten ihn nach Würzburg, Münster und Salzburg, wo er im Jahr 1991 mit einer kirchenrechtlichen Arbeit zum Doktor der Theologie promovierte. Von 1989 bis 1991 war er Diözesanrichter am Erzbischöflichen Diözesangericht Salzburg. Von 1992 bis 2001 wirkte er als Ehebandverteidiger im Offizialat des Erzbistums Paderborn, seit 1994 als Promotor iustitiae (Kirchenanwalt). In den Jahren 1995 bis 1997 absolvierte er ein Aufbaustudium für Kanonisches Recht in Münster, das er mit dem Lizenziat abschloss. 1999 erfolgte die Habilitation im Fach Kirchenrecht, ebenfalls an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Seit dem Jahr 2000 ist er Ordinarius für Kirchenrecht an der Theologisch-Philosophischen Hochschule in Vallendar. 

Am 14. Januar 1989 spendete ihm der Bischof des Bistums Münster, Bischof Dr. Reinhard Lettmann, in der Abtei Königsmünster in Meschede das Sakrament der Priesterweihe. 

Die Brüder der Abtei Königsmünster wählten ihn im Jahr 2001 zum dritten Abt der Ordensgemeinschaft. Seine Amtszeit dort endete am Pfingstfest 2013. Erzbischof Hans-Josef Becker berief Abt em. Prof. Dr. Dominicus Meier OSB zum Offizial im Erzbistum Paderborn und übertrug ihm am 1. September 2013 die Leitung der Rechtsprechung im Erzbistum Paderborn. Papst Franziskus ernannte ihn am 15. Juli 2015 zum Titularbischof von Castro auf Sardinien und zum Weihbischof in Paderborn. Die Bischofsweihe wird am 27. September 2015 um 15 Uhr im Hohen Dom zu Paderborn sein. Erzbischof Hans-Josef Becker wird die Bischofsweihe spenden.

Neuer Weihbischof im Erzbistum Paderborn. V.l.n.r.: Generalvikar Alfons Hardt, Weihbischof Professor Dr. Dominicus Meier OSB, Erzbischof Hans-Josef Becker, Weihbischof Manfred Grothe, Bürgermeister Michael Dreier.pdp

Stichwort Weihbischof  

Weihbischöfe sind den Ortsbischöfen zur Seite gestellt. Im lateinischen wird das Amt auch „Vicarius in Pontificalibus“ genannt, was so viel bedeutet wie „Stellvertreter in bischöflichen Angelegenheiten“. Die Weihbischöfe im Erzbistum Paderborn vertreten Erzbischof Hans-Josef Becker bei Weihehandlungen, der Spendung des Firmsakraments oder der Weihe von Kirchen.

Weihbischöfe werden – ebenso wie Ortsbischöfe – durch den Papst ernannt und von anderen Bischöfen durch Handauflegung zum Bischof geweiht. Weihbischöfe sind Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz, haben aber im Unterschied zu Ortsbischöfen keine Leitungsvollmacht über ein Bistum. Die Entscheidung darüber, wer Weihbischof wird, trifft der Papst auf Vorschlag des residierenden Bischofs, der in der Regel Priester des Bistums benennt. In der Regel nimmt der Ortsbischof zusammen mit weiteren Bischöfen die Weihe vor. Die Anzahl der Weihbischöfe einer Diözese richtet sich nach der Größe eines Bistums. Das Erzbistum Paderborn hat drei Weihbischöfe.  

Ein Weihbischof wird auch „Episcopus in partibus infidelium“ (lat. für „Bischof im Gebiet der Ungläubigen“) genannt. Er ist Bischof eines Bistums, das es nicht mehr gibt. Im Mittelalter institutionalisierte sich dieses Amt und Bischöfe wurden auf Bistümer geweiht, die nicht mehr in christlicher Hand waren. Daher kommt der Begriff „Titularbischof“. Auf diese Weise wird deutlich gemacht, dass jedem Bischof eine Teilkirche zugeordnet ist.