Heilig Geist Kirche in Olpe ist „offene Kirche“

Erzbischof Hans-Josef Becker weiht Altar der neu gestalteten Heilig-Geist-Kirche in Olpe

Nach der Neugestaltung der Heilig-Geist-Kirche in Olpe weihte Erzbischof Hans-Josef Becker Altar, Tabernakel und Ambo.pfaffPaderborn / Olpe, 8. Juni 2015. Als einen besonderen Ort der Gottes- und Menschenbegegnung bezeichnete Erzbischof Hans-Josef Becker die neu gestaltete Heilig-Geist-Kirche zu Olpe, die am Samstag mit einer Eucharistiefeier und der Altarweihe wieder ihrer liturgischen Bestimmung übergeben wurde. „Ich wünsche Ihnen, dass dieses Gotteshaus von Ihnen und hoffentlich auch von vielen anderen Menschen als ein besonderer Raum der Gegenwart Gottes verstanden und erlebt wird“, stellte Erzbischof Hans-Josef Becker die Offenheit des Gebäudes in den Vordergrund. „Offen“ sowohl durch die architektonische Ausrichtung mit großformatigen Glasflächen sowie der transparenten und lichtdurchflutenden Gestaltung, als auch für „alle Menschen offen“, die in der Kirchengemeinde Halt, Ruhe und Gottes Nähe suchen.

Nach fünfjähriger Planungs- und Bauzeit des Kirchenzentrums der Vikarie Heiliger Geist der St. Martinus Kirchengemeinde Olpe präsentierte sich den Gästen der festlichen Eucharistiefeier ein Schmuckstück moderner Architektur. „Kein Flickwerk“, wie Pfarrer Clemens Steiling betonte, sondern ein positives Signal einer offenen Kirche, die sich ganz am neuen „Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn“ ausrichte.

Erzbischof Hans-Josef Becker weihte den Altar der Heilig-Geist-Kirche in Olpe.pfaffDer Kölner Architekt Professor Johannes Schilling hat das Kirchengebäude in zeitgemäßer Form zukunftsfähig gemacht. Kirche, Foyer und Gemeinderäume bilden eine Einheit, die ein lebendiges Gemeindeleben in unterschiedlicher Form ermöglicht. Architektonisch hervorragend umgesetzt: Moderne mit wiedererkennbaren Elementen der „alten“ Kirche, Offenheit und dennoch den Altar als zentralen Mittelpunkt. „Ich habe zunächst mit Skepsis auf einen solchen Kraftakt geblickt. Heute sehe ich aber, es hat sich auf jeden Fall gelohnt“, sagte Wolfgang Linz, Vorsitzender des Gemeindeausschusses, mit Freude darüber, dass die offene Kirche als Konzept so umgesetzt wurde.

Als ein sichtbares Zeichen von Optimismus bewertete Olpes Bürgermeister Horst Müller das neue Bauwerk, das quer zum Trend liege. Denn Kirchenschließungen – ob profaniert, umgewidmet oder abgerissen – gebe es auch im Erzbistum Paderborn. So könne die neue Heilig-Geist-Kirche als Modellprojekt des Erzbistums ein Zeichen setzen, ergänzte der stellvertretende Landrat Dietmar Meeser und zog einen Vergleich: „Kirche bleibt immer eine Baustelle, wo auch mal ein neuer Baustoff verwendet werden muss.“

Erste Eucharistiefeier am Altar der Heilig-Geist-Kirche, v.l.n.r.: Pater Martin Neuhaus, Pastor Michael Rademacher, Erzbischof Hans-Josef Becker, Pfarrer Clemens Steiling, Vikar Stefan Schneider.pfaffDer Umbau der Kirche und des Pfarrzentrums sei der Versuch, eine Antwort auf Erfahrungen in der Kirche zu geben: „Wenn eine Gemeinde ein Kirchengebäude aufgibt, dann fehlt etwas. Dann wird eine Wunde geschlagen“, stellte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt fest, daher sei die Umbaumaßnahme als besonders gelungen zu bewerten. Die Heilig-Geist-Kirche sei ein Geschenk, nicht nur aufgrund der ansprechenden Gestaltung: „Auch wenn Ihr Kirchenraum nicht immer so gut besucht ist wie heute, so ist er doch ein gefüllter Raum. Er ist bereits gefüllt mit den vielen Besuchen und Begegnungen gläubiger Menschen, die sich an diesem Ort in einer langen Tradition eingefunden haben. Und dieser Raum wird weiterhin gefüllt mit dem Beten der Menschen, die diese Kirche betreten und sich in einer stillen Stunde oder im Gottesdienst mit Freude und Dank, mit Bitte und Klage an Gott wenden. Die Kirche wird gefüllt mit dem Wort Gottes und gefüllt mit der Gegenwart Gottes in der Eucharistie, in der Taufe, in der Trauung und in der Beichte.“

Erzbischof Hans-Josef Becker segnete den Kirchenraum und die Gläubigen mit Weihwasser.pfaffBeim Wiedereinzug in die Kirche stand die Weihe von Altar, Tabernakel und Ambo im Mittelpunkt der Festlichkeit. Die Prinzipalstücke wurden mit Weihwasser besprengt, mit Chrisam gesalbt sowie auf dem Altar fünf Weihrauchstapel entzündet. „Versammeln Sie sich, wann immer es geht, als lebendige Gemeinde um den Altar, um den Jesus Christus, und pflegen Sie den wertschätzenden vertrauten Umgang mit ihm in der Feier der Liturgie. Nur so kann eine Gemeinde auf Dauer von innen her lebendig bleiben und nach außen hin weit ausstrahlen“, so Erzbischof Hans-Josef Becker, der die Weihezeremonie gemeinsam mit Pfarrer Clemens Steiling und Domvikar Monsignore Gregor Tuszynski vornahm. In der Messfeier konzelebrierten Pastor Michael Radermacher, Pater Martin Neuhaus, Vikar Stefan Schneider.

Für die musikalische Begleitung sorgte der Kirchenchor der Heilig-Geist-Gemeinde unter Leitung von Dekanatskirchenmusiker Dieter Moers. Die Orgel spielte Dietmar Schneider.

Text: Ronald Pfaff