„Das Anliegen ‚Solidarität‘ unter die Füße nehmen“

Zur zwanzigsten Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn haben sich heute rund 70 Pilger in Paderborn auf den Weg gemacht, um zur bundesweiten Eröffnung der MISEREOR-Fastenaktion nach Osnabrück zu pilgern. Sie wurden vor dem Paradiesportal von Weihbischof Matthias König begrüßt.pdp Paderborn, 17. Februar 2015. Rund 70 Pilger sind heute von Paderborn aus zur  20. Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn aufgebrochen. Gemeinsam haben sie sich auf den Weg zur bundesweiten Eröffnung der MISEREOR-Fastenaktion in Osnabrück gemacht, die dort am ersten Fastensonntag, 22. Februar 2015, stattfindet. Die diesjährige MISEREOR-Fastenaktion steht unter dem Leitwort „Neu denken – Veränderung wagen“. Bevor die Pilger ihren gemeinsamen Weg antraten, spendete ihnen Weihbischof Matthias König bei einer Statio im Hohen Dom zu Paderborn einen Reisesegen. Die Hungertuchwallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn pilgern zu Fuß durch den Teutoburger Wald über den „Hermannsweg“ nach Osnabrück und tragen dabei das Hungertuch „Gott und Gold – Wie viel ist genug?“ des chinesischen Künstlers Dao Zi mit sich.

Die Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn verleiht dem Anliegen von MISEREOR nach weltweiter Gerechtigkeit und Menschenwürde öffentlichen Ausdruck und eröffnet zugleich einen persönlichen Weg zur Gestaltung der Fastenzeit. Feste Bestandteile der Wallfahrt sind Gottesdienste, Impulse, Schweigestunden, musikalische Beiträge und Begegnungen. Die Wallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn werden am bundesweiten Eröffnungsgottesdienst der MISEREOR-Fastenaktion am ersten Fastensonntag in Osnabrück teilnehmen. Erneut hat das Dekanat Siegen unter der Verantwortung von Hermann-Josef Günther, Jochen Voß und Pfarrer Karl-Hans Köhle die Organisation und Durchführung der Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn übernommen.  

Die Hungertuchwallfahrer versammelten sich im Altarraum des Paderborner Domes, um von Weihbischof Mattias König und Pfarrer Karl-Hans Köhle einzeln einen Reisesegen zu empfangen.pdp Die Wallfahrer zogen am Karnevalsdienstag mit dem Hungertuch in den Hohen Dom zu Paderborn ein, in dem Weihbischof Matthias König mit ihnen eine Andacht feierte und ihnen den Reisesegen spendete. Als Bischofsvikar für Aufgaben der Weltkirche und Weltmission ist Weihbischof König dem Anliegen der Wallfahrer besonders verbunden. „Mit der Hungertuchwallfahrt werden Menschen wach gerüttelt, um über Zusammenhänge von Kapitalismus und Ausbeutung nachzudenken, die sie sonst im Alltag nicht wahrnehmen. Die Wallfahrt ist damit ein sichtbarer Ausdruck der Solidarität. MISEREOR versucht seit über 50 Jahren, ein Bewusstsein für mehr Gerechtigkeit zu wecken. Und dieses Anliegen nehmen Sie im buchstäblichen Sinn unter Ihre Füße. Ich wünsche Ihnen auf Ihrem Weg die zutiefst christliche Erfahrung, sich gegenseitig in der Gemeinschaft zu stärken. Möge das Motto der MISEREOR-Fastenaktion ‚Neu denken – Veränderung wagen‘ durch Ihr Tun und Beten lebendig werden. Dies alles möge Gott segnen“, sagte Weihbischof König in seiner Ansprache. Anschließend spendeten er und Pfarrer Karl-Hans Köhle jedem einzelnen der rund 70 Pilger den Reisesegen.

Zuvor hatte Pfarrer Karl-Hans Köhle aus Siegen in die diesjährige Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn eingeführt. Das Hungertuch „Gott und Gold – wieviel ist genug?“ des chinesischen Künstlers Dao Zi sei inspiriert von der Bergpredigt und frage den Betrachter: „Wo ist dein Schatz? Woran hängt dein Herz?“. „Durch unser Wandern, unser gemeinsames Gespräch und Gebet wollen wir uns auf die Kraftquellen in uns besinnen“, so Pfarrer Köhle. Ulrich Klauke, Leiter des Referates Weltmission, Entwicklung, Frieden im Erzbischöflichen Generalvikariat, bezeichnete die Hungertuchwallfahrt als ein festes Element der Fastenzeit im Erzbistum Paderborn, das zur Bewusstseinsbildung für mehr Gerechtigkeit beitrage.

Die zwanzigste Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn startete am Karnevalsdienstag in Paderborn. Weihbischof König und die Organisatoren freuen sich darüber. V.l.n.r.: Hermann-Josef Günter, Weihbischof Mattias König, Pfarrer Karl-Hans Köhle, Jochen Voß.pdp „Ich freue mich sehr, dass ich an dieser Wallfahrt teilnehmen kann, denn wegen der jährlich großen Resonanz ist es nicht einfach, einen Platz zu bekommen“, sagte Barbara Hascher aus Neuss, die schon nach Santiago de Compostela, nach Rom oder auch in Skandinavien gepilgert ist. Auch Maria Keuck aus Düsseldorf nimmt an der Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn teil: „Für mich ist Pilgern eine wunderbare Art, um zu mir selbst und zu Gott zu kommen. Die spirituelle Begleitung dieser Wallfahrt trägt mit dazu bei.“ Auch die 26-jährige Klara Schleppe aus Paderborn macht sich mit der Gruppe auf den Weg. Für sie ist es die erste Wallfahrt dieser Art: „Ich bin sehr neugierig auf gute Begegnungen mit Menschen und freue mich darauf. Für die Tage der Hungertuchwallfahrt habe ich mir bewusst Zeit genommen, um Spiritualität zu erleben und mich mit den Anliegen dieser Wallfahrt nach Gerechtigkeit und Solidarität auseinanderzusetzen“, sagt die junge Paderbornerin.  

Im Anschluss an die Andacht im Hohen Dom fuhren die Pilger zunächst mit dem Bus nach Veldrom, um von dort unter dem Leitwort „Kraft schöpfen“ mit Stationen an den Externsteinen und dem Hermannsdenkmal nach Detmold zu pilgern. Am Aschermittwoch führt ein rund 28 Kilometer langer Fußweg die Pilger unter dem Leitwort „Den Atem anhalten“ auf den Hermannshöhen zum Kamm des Teutoburger Waldes. Wegstationen sind die Katholische Kirchengemeinde Maria Königin des Friedens in Augustdorf und das Evangelische Gemeindehaus in Oerlinghausen. Die Gruppe übernachtet in Bielefeld, um 20.30 Uhr wird ein Aschermittwochsgottesdienst in der Evangelischen Anstaltskirche Zion (Sareptaweg 4 in Bielefeld) gefeiert.

Am Donnerstag, 19. Februar 2015, gehen die Hungertuchwallfahrer mit dem Leitwort „Feuer und Flamme sein“ den rund 25 Kilometer langen Höhenweg im GeoPark TERRA VITA. Stationen sind das Waldhotel „Peter auf´m Berge“ (10.30 Uhr) und das Evangelische Gemeindehaus in Werther (13.30 Uhr). Die Ankunft ist für 17 Uhr in Borgholzhausen geplant, wo die Wallfahrer im Pfarrheim der Katholischen Kirchengemeinde und im Pfarrheim der Evangelischen Kirchengemeinde übernachten. Um 21.45 Uhr beten die Wallfahrer die Komplet in der Evangelischen Kirche in Borgholzhausen. „Frucht bringen“ ist das Leitwort für Freitag, 20. Februar 2015, an dem die Wallfahrer um 6.15 Uhr die Eucharistie in der Katholischen Pfarrkirche St. Marien und St. Nikolaus in Borgholzhausen feiern. Um 8.30 Uhr begeben sie sich auf die rund 33 Kilometer lange Strecke auf einem Höhenweg im UNESCO World Geopark. Pausenstationen sind da „Route 68“ (11.45 Uhr) und das Forsthaus Oesede-Badinghausen (15.30 Uhr). Die Wallfahrer werden auf ihrer Strecke an diesem Tag ein Stück vom Hauptgeschäftsführer von MISEREOR, Monsignore Pirmin Spiegel begleitet. Die Ankunft ist für 18 Uhr im Haus Ohrbeck geplant.

Am Samstag, 21. Februar 2015, pilgern die Hungertuchwallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn unter dem Leitwort „Veränderung wagen“ weiter nach Osnabrück. Für 12 Uhr ist ein Zusammentreffen von vier Wallfahrergruppen an der Domschule in Osnabrück geplant, um von dort gemeinsam durch die Innenstadt zum Rathaus zu gehen und am Empfang durch den Oberbürgermeister von Osnabrück, Wolfgang Griesert, teilzunehmen. Um 14 Uhr feiern die Wallfahrer einen Gottesdienst in der Herz-Jesu Kirche in Osnabrück mit Monsignore Primin Spiegel und Gästen von Misereor aus der Weltkirche.

Am ersten Fastensonntag, 22. Februar 2015, nehmen die Hungertuchwallfahrer um 10 Uhr am feierlichen Gottesdienst im Osnabrücker Dom teil, mit dem die Misereor Fastenaktion 2015 bundesweit eröffnet wird. Anschließend fahren die Wallfahrer aus dem Erzbistum Paderborn zurück in ihre Heimatgemeinden. Die Wallfahrt wird begleitet vom Malteser-Hilfsdienst Olpe.  

Videobeitrag zum Auftakt der 20. Hungertuchwallfahrt des Erzbistums Paderborn