Zukunft der Franziskaner in Werl

Werl / Paderborn / München, 16. Januar 2015. Mit einer gemeinsamen Erklärung informieren das Erzbistum Paderborn und die Franziskaner der Deutschen Franziskanerprovinz über die Zukunft der Franziskaner in Werl.

Die Franziskaner der Deutschen Franziskanerprovinz stehen wie viele weitere Ordensgemeinschaften angesichts sinkender Mitgliederzahlen und des Altersdurchschnitts der Ordensmänner vor großen strukturellen Herausforderungen und Veränderungen: „Als Franziskaner müssen wir uns von Niederlassungen trennen und Aufgaben abgeben, damit in Zukunft eine deutlich kleinere Zahl von Brüdern institutionell nicht überlastet ist und sie ihre Berufung zum Ordensleben als Franziskaner auch weiterhin gut leben können. Schon jetzt sind wir kaum noch in der Lage, alle unsere Gemeinschaften und wichtige Aufgaben personell angemessen zu besetzen“, so der Provinzialminister der Franziskaner, Pater Dr. Cornelius Bohl ofm. Das Provinzkapitel hatte bereits im Jahr 2013 die Provinzleitung aufgefordert, die Zahl der damals noch 39 Häuser konsequent zu reduzieren und bis zum Jahr 2016 bis zu sechs Standorte aufzugeben.

Vor diesem Hintergrund beschäftigte die Provinzleitung neben vielen anderen Häusern schon seit längerer Zeit auch die Zukunft des Franziskanerkonvents in Werl. „In Beratungen verschiedener Ordensgremien wurde klar, dass wir Franziskaner den Dienst an der Wallfahrtsbasilika in Werl langfristig nicht mehr leisten können“, sagte der Provinzialminister der Franziskaner. „Der jetzigen Provinzleitung scheint jedoch ein Verbleib der Brüder in Werl mindestens bis zum Provinzkapitel im Jahr 2019 als möglich.“

Der Erzbischof von Paderborn ist über diese Überlegungen informiert. „Ich bedauere diese Entscheidung der Provinzleitung sehr, haben doch die Franziskaner in der Wallfahrtsseelsorge in Werl eine jahrzehntelange Tradition und vor allem dort als Seelsorger eine wertvolle und für zahllose Menschen geistlich gewinnbringende Arbeit geleistet. Mir selbst ist die Wallfahrt zur Gottesmutter nach Werl von Kindesbeinen an vertraut und wertvoll. Die notwendigen Reaktionen und damit Veränderungen von Seiten der Ordensleitung der Franziskaner müssen wir mittragen. Dass die Franziskaner-Patres und -Brüder voraussichtlich noch bis 2019 in Werl segensreich tätig sein werden, eröffnet für uns als Erzbistum einen Zeitraum, in dem wir für eine gute Folge-Lösung Sorge tragen können, damit die Wallfahrt zur ‚Trösterin der Betrübten’ in Werl auch weiterhin ein festes und lebendiges Element in unserem Erzbistum ist und bleibt“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker in einer ersten Reaktion.

Das weitere Vorgehen wird in Gesprächen zwischen der Erzdiözese Paderborn und der Deutschen Franziskanerprovinz abgestimmt werden. In diesem Zusammenhang muss die Deutsche Franziskanerprovinz auch die künftige Nutzung des großen Klostergebäudes in Werl und die Zukunft des „Forums der Völker“ klären.