„Du willst Gemeindereferentin werden?!"

Zahlreiche Gäste verfolgten die Uraufführung des Films „Du willst Gemeindereferentin werden?!“ in der Katholischen Hochschule NRW (KatHO). Die Hauptverantwortlichen für die Umsetzung des Filmes freuten sich über die gelungene Premiere (v. l.): Professorin Dr. Christiane Koch, Benedetta Michelini, Jennifer Jung, Professor Dr. Hans Hobelsberger, Michael Jung. Foto: pdp Paderborn 14. November 2014. „Du willst Gemeindereferentin werden?!“ Diese Frage kennen vermutlich viele junge Menschen, die heute den Berufswunsch äußern, als Gemeindereferent für die Kirche arbeiten zu wollen. Die Frage ist deshalb auch Titel eines neuen Kurzfilms, der gängige Vorurteile gegenüber dem Studium der Religionspädagogik und der Ausbildung zum Gemeindereferenten aus dem Weg räumen will. Entstanden ist er im Auftrag der Katholischen Hochschule NRW (KatHO), Abteilung Paderborn, und des Pauluskollegs Paderborn, dem Konvikt für Studierende der Religionspädagogik. Der Film feierte jetzt in der KatHO Premiere.

„Die Ausbildung und der Beruf des Gemeindereferenten verlangen heute mehr denn je Kreativität und bringen Herausforderungen und Verantwortung mit sich. Der 20-minütige Kurzfilm bringt dies zum Ausdruck. Auf unkonventionelle, humorvolle und bisweilen selbstironische Art bekommen die Zuschauer Einblick in die Wirklichkeit von angehenden Religionspädagogen“, so Benedetta Michelini, Direktorin des Pauluskollegs, bei der die Produktionsleitung für den 20-minütigen Kurzfilm lag.

Die Figur „Horst“ lässt seinen Vorurteilen gegenüber dem Beruf des Gemeindereferenten im Kurzfilm freien Lauf, hier insbesondere gegenüber der „gestalteten Mitte“. Die Premiere des Films hatte einen echten Hauch von Hollywood: Die Studierenden und Lehrenden betraten über einen Roten Teppich den Hörsaal der KatHO, in dem der Film uraufgeführt wurde – ein Zeichen dafür, dass der Film ein Gemeinschaftswerk von über 100 Beteiligten ist. Gedreht wurde im vergangenen Sommersemester im Pauluskolleg und im Fachbereich Theologie der KatHO. Sowohl die Leitung des Pauluskollegs, das Kollegium des Fachbereichs Theologie und eine große Anzahl von Studierenden agierten vor der Kamera: Sie stellten den Hochschulalltag nach, schnupperten selbst Dreh-Atmosphäre und lernten Produktionsabläufe kennen, bis die letzte Klappe fiel. Einblicke in diese Arbeit hinter den Kulissen gab die Vorführung des Making-of im Anschluss an die Filmpremiere.

Der Film wurde von dem erfahrenen Filmemacher Michael Jung aus Dortmund realisiert, der „Geschichten mit der Kamera erzählen“ möchte. Für die Geschichte, die er mit diesem Film erzählt, hat er gemeinsam mit seiner Tochter Jennifer Jung, die selber angehende Gemeindereferentin ist, unter Mitarbeit von Benedetta Michelini, Professorin Dr. Christiane Koch als Dekanin des Fachbereichs Theologie an der KatHO und Prodekan Prof. Dr. Hans Hobelsberger das Drehbuch geschrieben.

Der Kurzfilm macht die vielschichtige Lebenswirklichkeit von Gemeindereferenten, zu der auch die Verkündigung gehört, deutlich. Welche Geschichte erzählt der Film? Ein junger Mann namens Horst lässt in Einzeleinstellungen seinen Vorurteilen gegenüber dem Beruf des Gemeindereferenten oder einer Tätigkeit im kirchlichen Dienst freien Lauf. Diese Vorurteile werden durch die Lebensrealität von angehenden Gemeindereferenten gespiegelt: Sie leben und handeln eben nicht so, wie Horst es sich „gemeinhin“ vorstellt. So zeigen die Bilder beispielsweise, dass ein Einstellungstest zum Studium der Religionspädagogik oder Klausuren nicht „im Vorbeigehen“ zu machen sind, wie neben der Bibel auch ganz zeitgenössische und kritische Lektüre gelesen wird, wie Studierende gemeinsam kochen, feiern, Sport treiben und kontrovers diskutieren. Dennoch, und hier kommt die Prise Selbstironie besonders zum Tragen, wird natürlich auch die traditionelle „gestaltete Mitte“ als Lebenswirklichkeit von angehenden Gemeindereferenten gezeigt.

„Der Film kann sich sehen lassen“, waren sich die Mitwirkenden und Premierengäste einig. Filmemacher Michael Jung lobte die zahlreichen Mitwirkenden: „Der Film wirkt im Ergebnis wie aus dem echten Leben. Und das ist den Studierenden und Lehrenden zu verdanken, die hier ihren Studienalltag glaubwürdig zeigen.“ Auch Professorin Dr. Christiane Koch und Benedetta Michelini dankten den angehenden Gemeindereferenten: „Ohne Sie wäre der Film nicht möglich gewesen.“

Der Film ist verfügbar auf der Homepage des Erzbistums Paderborn sowie im Youtube-Kanal des Erzbistums