„Christen im Heiligen Land eine Zukunftsperspektive geben“

Dank für mehr als acht Jahre engagierte Arbeit als Leitender Komtur: Hans-Dieter Voß, Präsident der Ordensprovinz Rheinland-Westfalen, überreichte Professor Dr. Eckard Most die Entpflichtungsurkunde.Foto: pdp Paderborn, 10. November 2014. Die Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem sind ein päpstlicher Orden, dem überwiegend Laien, aber auch Kleriker angehören und der Christen im Heiligen Land unterstützt. Am Samstag übergab Professor Dr. Eckhard Most aus Paderborn nach mehr als acht Jahren sein Amt als Leitender Komtur der Komturei St. Meinwerk Paderborn an seinen Nachfolger Dr. Bernhard König aus Horn-Bad Meinberg. Der Amtswechsel wurde im Rahmen eines Festaktes im Forum St. Liborius in Paderborn vollzogen, an dem auch Erzbischof Hans-Josef Becker und Generalvikar Alfons Hardt als Mitglieder des Ritterordens teilnahmen. Zuvor feierte Monsignore Andreas Kurte als Prior der Komturei St. Meinwerk einen festlichen Gottesdienst in der Busdorfkirche.  

Zu Beginn der Heiligen Messe waren die Ordensmitglieder der Komturei St. Meinwerk in ihrer Ordenstracht feierlich in die Busdorfkirche eingezogen. In das Zentrum seiner Predigt rückte Monsignore Andreas Kurte als Prior der Komturei St. Meinwerk einen Ausspruch von Papst Johannes XXIII.: „Die Kirche ist wie ein Brunnen im Dorf, die Menschen kommen und löschen dort ihren Durst.“ Oftmals stehe die Kirche nicht mehr in der Mitte des Lebens von Menschen, stellte Msgr. Kurte fest. Kirchen dürften jedoch nicht zu einem reinen Museum werden: „Wir müssen immer wieder signalisieren, dass Kirchen Orte sind, an denen Menschen bis heute ihren Glauben feiern“, so Msgr. Kurte.

Vor dem Festakt feierten die Ordensmitglieder die Heilige Messe in der Busdorfkirche, darunter auch der frühere Prior der Komturei St. Meinwerk, Pfarrer i. R. Karl-Heinrich Brinkmann, der Prior der Komturei St. Benedikt Meschede, Offizial Abt em. Professor Dr. Dominicus Meier OSB, Generalvikar Alfons Hardt und Erzbischof Hans-Josef Becker (v.l.n.r.).Foto: pdp Zudem sei immer wieder zu fragen: Wonach dürsten Menschen in ihrem Leben? In welcher Weise kann Kirche helfen, diesen Durst zu stillen? Kirche müsse nach diesem Verständnis eine „Tankstelle des Glaubens“ sein. „Wir sind aufgefordert, Zeugnis davon zu geben, welchen Durst unser Glaube stillt. Viele Menschen wollen ein persönliches Zeugnis hören: Warum bist du Christ? Warum erfüllt sich deine Sehnsucht in der Kirche und nicht anderswo? Ich wünsche mir auch für unsere Gemeinschaft der Ritter vom Heiligen Grab, dass es uns gelingt, Menschen auf Christus neugierig zu machen“, sagte Prior Msgr. Andreas Kurte zum Abschluss seiner Predigt. Der Gottesdienst wurde gestaltet vom Kammerchor des Paderborner Domchores unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning und Sebastian Freitag an der Orgel.

Monsignore Andreas Kurte, Prior der Komturei St. Meinwerk Paderborn, ermutigte in seiner Predigt zum persönlichen Zeugnis, um Menschen neugierig auf den Glauben zu machen.Foto: pdp Beim anschließenden Festakt im Forum St. Liborius, an dem auch Erzbischof Hans-Josef Becker und Generalvikar Alfons Hardt als Mitglieder der Komturei St. Meinwerk teilnahmen, wurde zunächst der Wechsel im Amt des Leitenden Komturs offiziell vollzogen: Der bisherige Leitende Komtur, Prof. Dr. Eckhard Most, wurde vom Präsidenten der Ordensprovinz Rheinland-Westfalen, Hans-Dieter Voß feierlich entpflichtet. Im Anschluss übergab Voß das Amt des Leitenden Komturs an Dr. Bernhard König.

Prof. Dr. Eckhard Most sei immer darauf bedacht gewesen, dass die Komturei St. Meinwerk Paderborn mitten im Leben stehe, sagte der Präsident der Ordensprovinz. Zudem habe der scheidende Leitende Komtur viele neue Mitglieder für den Ritterorden begeistern und zum Eintritt motivieren können. „Mit großem Verantwortungsbewusstsein hat er loyal und konstruktiv viel Herzblut in seine Aufgabe gesteckt“, so Voß. Dem neuen Leitenden Komtur Dr. Bernhard König wünschte der Präsident der Ordensprovinz Kraft und Mut, die Komturei mit seiner ganz eigenen Persönlichkeit zu leiten. Die Unterstützung der Mitglieder sei ihm dabei gewiss.

Eine besondere Ehrung wurde dem früheren Prior der Komturei St. Meinwerk, Pfarrer i. R. Karl-Heinrich Brinkmann, zuteil: Der Kanzler der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Karl Gertler, überreichte dem emeritierten Prior und früheren Pfarrer in Detmold die „Silberne Palme von Jerusalem“, eine gestiftete Auszeichnung des Ritterordens, mit der Mitglieder in besonderer Weise für ihr herausragendes Engagement geehrt werden. Pfarrer i. R. Karl-Heinrich Brinkmann hatte sich fast 30 Jahre lang als Prior um die Komturei St. Meinwerk verdient gemacht und war zudem auch langjähriger Leitender Komtur. „Karl-Heinrich Brinkmann hat unseren Orden spirituell geprägt, insbesondere die besondere Spiritualität für das Heilige Land. Er ist in unserem Orden weit über die Komturei St. Meinwerk hinaus bekannt“, würdigte Kanzler Gertler den früheren Prior.

Hans-Dieter Voß, Präsident der Ordensprovinz Rheinland-Westfalen, ernannte Dr. Bernhard König offiziell zum neuen Leitenden Komtur der Komturei St. Meinwerk Paderborn. Foto: pdp Prof. Dr. Eckhard Most lobte in seinem Grußwort insbesondere die „große Unterstützung und hervorragende Teamarbeit“, die ihn bei der Leitung der Komturei St. Meinwerk begleitet hätten. "Ich bin überzeugt, dass unsere Ordensgemeinschaft vieles zu bieten und damit Zukunft hat, insbesondere dann, wenn wir nach außen hin noch transparenter werden, ohne Aufdringlichkeit überzeugen und für unsere Wertvorstellungen einstehen", sagte Prof. Dr. Most. Sein Nachfolger Dr. Bernhard König, der Prof. Most im Namen aller Ordensmitglieder für dessen Engagement dankte, betonte, dass dieser als Leitender Komtur Traditionen fortgeführt und dennoch neue Akzente gesetzt habe: „Du hast dein Amt im besten Sinne ausgefüllt. Du hast dafür Sorge getragen, die Arbeit unseres Ordens transparenter zu machen. Besonders danke ich dir, dass du unsere Ordensmitglieder mit ihren verschiedenen Charismen zu einer funktionierenden Gemeinschaft integriert hast“, so der neue Leitende Komtur zu seinem Vorgänger.

Besondere Ehrung: Karl Gertler, Kanzler der Deutschen Statthalterei des Ritterordens, verlieh dem früheren Prior Pfarrer i. R. Karl-Heinrich Brinkmann die „Silberne Palme von Jerusalem“ als Ehrenabzeichen und überreichte ihm im Anschluss die dazugehörige Urkunde.Foto: pdp Im Hinblick auf die Zukunft des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem machte Dr. König auf die existenziell gefährliche Lage der Christen im Nahen Osten aufmerksam: „Die Christen in dieser Region werden bedroht und leiden unter einem enormen Auswanderungsdruck. So droht ein Exodus der christlichen Bevölkerung im Nahen Osten und damit aus der Region, in der das Christentum seinen Anfang genommen hat. Als Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem sind wir zu tätiger Hilfe aufgerufen, um diesen Christen eine Friedens- und Zukunftsperspektive zu ermöglichen. Dazu werden wir auch weiterhin Kontakt zu den christlichen Gemeinschaften und Institutionen im Heiligen Land halten, beispielsweise durch eine erneute Pilgerreise nach Israel zum Osterfest 2015“, kündigte der neue Komtur an. Ein wichtiger Pfeiler der Hilfe des Ritterordens im Heiligen Land sei die Unterstützung der katholischen Universität in Bethlehem, an der rund ein Drittel christliche Studenten gemeinsam und friedlich mit zwei Dritteln muslimischen Studenten studieren.  

Hintergrund: Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem

Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem, dem weltweit etwa 27.000 Männer und Frauen und in Deutschland rund 1.400 Mitglieder angehören, hat sich zur Aufgabe gemacht, die Christen im Heiligen Land zu unterstützen – mit materiellen Zuwendungen, mit Besuchen, durch tatkräftige Unterstützung und im Gebet. Der Orden unterstützt mit 14 Millionen Euro pro Jahr christliche Einrichtungen im Heiligen Land: Hospize, Alten- und Pflegeheime, Kinderkrankenhäuser, Schulen und die katholische Universität Bethlehem. Der Schwerpunkt der Förderung liegt in Israel, auf der Westbank (Palästina), in Jordanien und Syrien.